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Akromegale Arthropathie

Akromegale Arthropathie (AA) bezeichnet eine chronische Degeneration axialer und peripherer Gelenke infolge einer Akromegalie, welche durch eine Überproduktion von Wachstumshormonen hervorgerufen wird. Abgesehen von AA kann eine Akromegalie auch mit anderen Krankheiten wie zum Beispiel Hypertonie assoziiert sein. Im Frühstadium zeigen sich bei AA keine Entzündungen, später entwickeln sich langsam typische osteoarthritische Symptome. Lang anhaltende Gelenkschmerzen in Hüften, Schultern, Knien, Händen oder Ellbogen sowie Rückenschmerzen und unerklärte Kopfschmerzen können frühe Anzeichen für AA sein.

Eine frühe Erkennung ist bei AA notwendig, da die Gelenkdegenerationen in späteren Krankheitsphasen irreversibel sind und sich nur teilweise durch eine Einstellung des Wachstumshormonspiegels rückbilden.


Symptome

Akromegale Arthropathie (AA) bleibt bei Patienten mit diffusen und unspezifischen Schmerzen in axialen und peripheren Gelenken oft für lange Zeit unerkannt. Eine allgemeine Morgensteife wird auch oft berichtet. Schmerzepisoden können über Wochen bis Monate andauern. Rückenschmerzen betreffen typischerweise den Lumbosakralbereich, manchmal aber auch den Thorakal- bzw. Zervikalbereich [1] [2].

Die Schmerzen werden durch anhaltend hohe Werte von Somatotropin und des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1) verursacht. Oft ist ein Hypophysentumor, in seltenen Fällen eine ektopische Quelle für die übermäßige Wachstumshormonproduktion verantwortlich. AA verschwindet nach einer Tumorentfernung normalerweise nicht. AA zeigt einen progressiven Verlauf und ist nur im Frühstadium reversibel. Frühe AA zeichnet sich durch Knochen-, Knorpel-, und Weichgewebshypertrophie, Vergrößerung peripherer Nerven und durch ein Karpaltunnelsyndrom aus. Arthropathische Symptome sind in der Regel die ersten Anzeichen einer vorliegenden Akromegalie. 70% der Akromegalie-Patienten leiden zum Zeitpunkt ihrer Diagnose unter AA-Symptomen. AA wird oft zusammen mit Diabetes mellitus, Hypertonie und Arthritis beobachtet [4] [5].

Prinzipiell können alle Knochen und Gelenke von dieser Hormonstörung betroffen sein. Am häufigsten werden jedoch Degenerationen in der Hüfte, den Schultern, Knien oder Ellbogen beobachtet. Der erhöhte Wachstumshormonspiegel führt bei AA-Patienten zu einer erhöhten Knochendichte, was möglicherweise mit einem verminderten Frakturrisiko verbunden ist [6]. Im weiteren AA-Verlauf führen irreversible Gelenkschäden zu einer deutlichen Einschränkung der Gelenkmobilität. Auf der anderen Seite wurde berichtet, dass die Mobilität des Rückens nicht betroffen ist und bei AA-Patienten sogar erhöht sein kann [2].

Arthritis
  • AA wird oft zusammen mit Diabetes mellitus, Hypertonie und Arthritis beobachtet. Prinzipiell können alle Knochen und Gelenke von dieser Hormonstörung betroffen sein.[symptoma.com]
Gelenkschwellung
  • Eine unmittelbare Bewertung möglicher Gelenkschwellungen und Krepitationen sowie der Gewebsfestigkeit in der Nähe des betroffenen Gelenks sowie eine Gelenkmobilitätsüberprüfung sind indiziert, da bei AA oft eine Verdickung und Versteifung des periartikulären[symptoma.com]
Osteophyt
  • Osteophyten wurden außerdem in Thorakal- und Lumbalwirbeln beobachtet. Auch eine dorsale Kyphose kann auftreten. Ein Austritt von Gelenkflüssigkeit ist selten, aber möglich.[symptoma.com]
Rückenschmerz
  • Lang anhaltende Gelenkschmerzen in Hüften, Schultern, Knien, Händen oder Ellbogen sowie Rückenschmerzen und unerklärte Kopfschmerzen können frühe Anzeichen für AA sein.[symptoma.com]

Diagnostik

Eine AA Diagnose basiert auf der Patientengeschichte, einer Ganzkörperuntersuchung, Röntgenbefunden und Labortests.

Eine Kombination lang anhaltender Gelenkschmerzen, unspezifischer Rückenschmerzen zusammen mit unerklärten Kopfschmerzen sollte weitere klinische Untersuchungen motivieren. Eine unmittelbare Bewertung möglicher Gelenkschwellungen und Krepitationen sowie der Gewebsfestigkeit in der Nähe des betroffenen Gelenks sowie eine Gelenkmobilitätsüberprüfung sind indiziert, da bei AA oft eine Verdickung und Versteifung des periartikulären Gewebes beschrieben wird [2] [7].

Knochenhypertrophien können mit Röntgenuntersuchungen festgestellt werden. Eine erhöhte Knorpeldichte, vergrößerte Gelenkzwischenräume und die Beobachtung von Osteophyten in der Nähe der Gelenkränder in Knien und Hüften sowie in der intrakondylären Kerbe der Knie können auf AA hindeuten. Osteophyten wurden außerdem in Thorakal- und Lumbalwirbeln beobachtet. Auch eine dorsale Kyphose kann auftreten. Ein Austritt von Gelenkflüssigkeit ist selten, aber möglich [2].

Die Diagnose muss durch einen unwiderlegbaren Beweis eines erhöhten Wachstumshormon- und IGF-1-Werts im Serum abgeschlossen werden. Bei diesen Untersuchungen kann nur ein ein zufällig gemessener Wachstumshormonwert von weniger als 0.04 µg/l eine vorliegende AA definitiv ausschließen. Der beste Beweis wird dadurch erbracht, dass infolge einer oralen Glukoseverabreichung (75 g) die Wachstumshormonsekretion innerhalb von zwei Stunden nicht auf unter 1 µg/l abnimmt. Weitere endokrinologische Untersuchungen sind dann möglicherweise nötig um die Wachstumshormonproduktion zu normalisieren [8] [9] [10].

Erhöhte Knochendichte
  • Der erhöhte Wachstumshormonspiegel führt bei AA-Patienten zu einer erhöhten Knochendichte, was möglicherweise mit einem verminderten Frakturrisiko verbunden ist.[symptoma.com]

Quellen

Artikel

  1. Claessen KMJA, Ramautar SR, Pereira AM, et al. Increased clinical symptoms of acromegalic arthropathy in patients with long-term disease control: a prospective follow-up study. Pituitary. 2014;17(1):44-52.
  2. Bluestone R, Bywaters EGL, Hartog M, Holt PJL, Hyde S. Acromegalic arthropathy. Ann Rheum Dis. 1971; 30(3): 243-258.
  3. Giustina A, Chanson P, Kleinberg D, et al. Expert consensus document: A consensus on the medical treatment of acromegaly. Nature Reviews Endocrinology. 2014; 10:243–248.
  4. Tagliafico A, Resmini E, Ferone D, Martinoli C. Musculoskeletal complications of acromegaly: what radiologists should know about early manifestations. Radiologia Medica. 2011;116(5):781-792.
  5. Killinger Z, Kužma M, Sterančáková L, Payer J. Osteoarticular Changes in Acromegaly. International Journal of Endocrinology. 2012; 2012:839282.
  6. Giuseppina P, Graziella B, Laura I, et al. Prevalence of osteoporosis and vertebral fractures in acromegalic patients. Clinical Cases in Mineral and Bone Metabolism. 2011; 8(3): 37–43.
  7. Colao A, Pivonello R, Scarpa R, Vallone G, Ruosi C, Lombardi G. The acromegalic arthropathy. J Endocrinol Invest. 2005;28(8):24-31.
  8. Sata A., Ho K.K. Growth hormone measurements in the diagnosis and monitoring of acromegaly. Pituitary. 2007;10:165–172.
  9. Melmed, S. Acromegaly pathogenesis and treatment. J Clin Invest. 2009; 119(11), 3189–3202.
  10. Melmed S., Colao A, Barkan A et al. Guidelines for acromegaly management: an update. J. Clin. Endocrinol. Metab. 2009;94(5):1509–1517.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 13:57