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Akute hämorrhagische Konjunktivitis

Die akute hämorrhagische Konjunktivitis tritt infolge einer Virusinfektion auf, die jedoch in kurzer Zeit überwunden wird: Die Symptome setzen akut ein, schreiten schnell fort und klingen dann wieder ab. Typische Erreger sind Enteroviren. Die Erkrankung wurde zuerst in Ghana und bis heute wird in Afrika eine höhere Inzidenz beobachtet. Fälle der akuten hämorrhagischen Konjunktivitis werden aber auch in anderen Regionen festgestellt, in denen mangelnde Hygiene herrscht, weil diese die fäkal-orale Übertragung begünstigt.


Symptome

Die akute hämorrhagische Konjunktivitis (AHK) ist eine ansteckende Erkrankung, deren Symptome unvermittelt einsetzen und schnell fortschreiten und die vor allem dort auftritt, wo Menschen unter mangelnden hygienischen Bedingungen leben [1] [2]. Der wichtigste Erreger der AHK ist Enterovirus 70 [3], aber auch Coxsackievirus A24 [4] [5], Adenoviren [6] und das Epstein-Barr-Virus [7] [8] können diese Erkrankung auslösen. Die kausalen Pathogene werden vor allem auf fäkal-oralem Wege übertragen, über die Hände oder kontaminierte Gegenstände, aber auch vertikal von der Mutter auf das Kind.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 12 und 48 Stunden und die Symptome dieser selbstlimitierenden Erkrankung währen nicht länger als ein bis zwei Wochen [2] [9]. Charakteristische Symptome, die jedoch nicht notwendigerweise von Beginn an bestehen, sind Augenschmerz, Rötung der Augen, Epiphora, Photophobie und Chemosis [5] [9]. Diesen Beschwerden geht zuweilen eine Sinusitis voraus und auch konjunktivale Petechien können anfänglich auftreten [10] [11]. Zu letzteren kommen subkonjunktivale Blutungen, follikuläre Konjunktivitis und Lidödem hinzu. In frühren Stadien der AHK ist das entzündliche Sekret noch wässrig, wird aber im Krankheitsverlauf hämorrhagisch [11]. AHK-Patienten können zudem eine epitheliale Keratitis und supepitheliale Hornhauttrübungen entwickeln.

Gelegentlich wurde über zusätzliche extraokuläre Manifestationen einer Enterovirus-vermittelten AHK berichtet, nämlich über Hirnnervenparese, schlaffe Lähmung der Gliedmaßen und Radikulomyelitis [12]. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ist auch eine Beteiligung von Herz und Lunge möglich. Zudem wurde im Zusammenhang mit der AHK auch von einer infektiösen Mononukleose gesprochen [7] [8]. Sämtliche AHK-assoziierten Symptome klingen spontan wieder ab; Langzeitfolgen sind in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nicht zu erwarten.

Epiphora
  • Charakteristische Symptome, die jedoch nicht notwendigerweise von Beginn an bestehen, sind Augenschmerz, Rötung der Augen, Epiphora, Photophobie und Chemosis.[symptoma.de]
Konjunktivale Injektion
  • Injektion ) Fremdkörpergefühl Tränen, Sekretion (wäßrig, schleimig oder eitrig) Bei unkomplizierten Verläufen erfolgt keine Beeinträchtigung des Visus. 5 Therapie Die Therapie der Konjunktivitis erfolgt durch lokale Maßnahmen, d.h.[flexikon.doccheck.com]

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes und wird durch epidemiologische Daten gestützt. Weitergehende Untersuchung erübrigen sich meist, da die Erkrankung innerhalb weniger Tage selbstlimitierend ist.

Um die Ursachen eines Ausbruchs der AHK zu identifizieren, empfehlen sich jedoch generell virologische Studien. Diesbezüglich verdrängen molekularbiologische Methoden wie die Polymerase-Kettenreaktion zunehmend konventionelle Ansätze, die beispielsweise auf neutralisierende Seren setzen. Als Probenmaterial zur Isolierung des kausalen Virus eignen sich Konjunktivalabstriche [13] [14] [15]. Schneller liegen die Ergebnisse vor, wenn eine Serotypisierung erfolgt, was insbesondere bei Epidemien von größerer Relevanz ist [15]. Aber auch die zuvor genannte Polymerase-Kettenreaktion liefert innerhalb kurzer Zeit zuverlässige Resultate [16].

Wird eine bakterielle Sekundärinfektion der Kornea vermutet, sind entsprechend Proben zu entnehmen und mikrobiologisch zu untersuchen. Es empfiehlt sich, ein Antibiogramm anzufertigen [17].

Therapie

  • Ob Erreger, Übertragung, Krankheitsbild, Diagnostik, Differentialdiagnosen oder Therapie – ein kurzer Blick genügt, und der Arzt weiß Bescheid.[books.google.de]
  • Die beste Therapie bei akuter infektiöser Konjunktivitis: den Patienten eine Antibiotika-Therapie in Aussicht zu stellen, falls die Symptome nach drei Tagen nicht schwächer geworden sind. Den Vorteil des Abwartens belegt eine britische Studie.[aerztezeitung.de]
  • Die Therapie der Konjunktivitis erfolgt durch lokale Maßnahmen, d.h.[flexikon.doccheck.com]
  • Behandlungen (Therapie) Eine akute Mittelohr-Entzündung (Otitis media) heilt nur bei fachgerechter Behandlung (Therapie) durch den HNO-Arzt Berlin aus dem Ärztezentrum Berlin ab.[citypraxen.de]
  • Therapie Eine virale Konjunktivitis ist sehr ansteckend, daher müssen die oben beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Übertragung ( Übersicht über die Konjunktivitis ) befolgt werden.[msdmanuals.com]

Prognose

  • Prognose Bei einer entsprechenden Behandlung durch den HNO-Arzt klingen die Beschwerden in der Regel nach einigen Tagen ab und die akute Mittelohr-Entzündung (Otitis media) heilt vollständig aus.[citypraxen.de]

Quellen

Artikel

  1. Medina NH, Haro-Munoz E, Pellini AC, et al. Acute hemorrhagic conjunctivitis epidemic in Sao Paulo state, Brazil, 2011. Rev Panam Salud Publica. 2016 Feb; 39(2): 137-141
  2. Wu B, Qi X, Xu K, et al. Genetic characteristics of the coxsackievirus A24 variant causing outbreaks of acute hemorrhagic conjunctivitis in Jiangsu, China, 2010. PLoS One. 2014 Jan 24; 9(1):e86883
  3. Babalola OE, Amoni SS, Samaila E, et al. An outbreak of acute haemorrhagic conjunctivitis in Kaduna, Nigeria. Br J Ophthalmol. 1990; 74: 89–92
  4. Oh MD, Park S, Choi Y, et al. Acute hemorrhagic conjunctivitis caused by coxsackievirus A24 variant, South Korea, 2002. Emerg Infect Dis. 2003;9(8):1010–2.
  5. Tavares FN, Campos RdM, Burlandy FM, et al. Molecular characterization and phylogenetic study of coxsackievirus A24v causing outbreaks of acute hemorrhagic conjunctivitis (AHC) in Brazil. PLoS One. 2011;6(8):e23206.
  6. Chang CH, Sheu MM, Lin KH, Chen CW. Hemorrhagic viral keratoconjunctivitis in Taiwan caused by adenovirus types 19 and 37: applicability of polymerase chain reaction-restriction fragment length polymorphism in detecting adenovirus genotypes. Cornea 2001; 20: 295–300
  7. Heiligenhaus A, Dohrmann J, Koch J, et al. Severe bilateral panuveitis in a patient with asymptomatic Epstein-Barr virus infection. Eye 2001;15:792-793.
  8. Kanafani ZA, Bashur Z, Kanj SS. Acute Epstein-Barr virus infection causing bilateral conjunctival hemorrhages. South Med J. 2005;98:390-391.
  9. Ghazali O, Chua KB, Ng KP, et al. An outbreak of acute haemorrhagic conjunctivitis in Melaka, Malaysia. Singapore Med J. 2003;44(10):511–6.
  10. Rubenstein JB. Disorders of the conjunctiva and limbus. Yanoff MA, Duker JS, eds. Ophthalmology. Mosby; 1995. 5.1.5.
  11. Spencer WH, Zimmerman LE. Conjunctiva. Spencer WH, ed. Ophthalmic Pathology. 1985; 1: 130-131.
  12. Nilsson EC, Jamshidi F, Johansson SM, et al. Sialic acid is a cellular receptor for coxsackievirus A24 variant, an emerging virus with pandemic potential. J Virol. 2008;82(6):3061–8.
  13. Nigrovic LE, Chiang VW. Cost analysis of enteroviral polymerase chain reaction in infants with fever and cerebrospinal fluid pleocytosis. Arch Pediatr Adolesc Med. 2000 Aug; 154(8):817-21.
  14. Oberste MS, Maher K, Kilpatrick DR, et al. Typing of human enteroviruses by partial sequencing of VP1. J Clin Microbiol. 1999 May; 37(5):1288-93.
  15. Park SW, Lee CS, Jang HC, et al. Rapid identification of the coxsackievirus A24 variant by molecular serotyping in an outbreak of acute hemorrhagic conjunctivitis. J Clin Microbiol. 2005 Mar; 43(3):1069-71.
  16. Xiao XL, Wu H, Li YJ, et al. Simultaneous detection of enterovirus 70 and coxsackievirus A24 variant by multiplex real-time RT-PCR using an internal control. J Virol Methods. 2009 Jul; 159(1):23-8.
  17. Vajpayee RB, Sharma N, Chand M, et al. Corneal superinfection in acute hemorrhagic conjunctivitis. Cornea. 1998 Nov; 17(6):614-7.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:33