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Alkoholembryopathie

FAS

Alkoholembryopathie, auch als fetales Alkoholsyndrom bezeichnet, ist eine vorgeburtlich entstandene Schädigung eines Kindes durch einen hohen Grad an Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft.


Symptome

Die Hauptorgan, das betroffen ist, ist das sich entwickelnde Gehirn, was zu permanenten Folgeerkrankungen in Form von geistigen, psychischen und Verhaltensstörungen [4] führen kann. Es treten eine Reihe von Symptomen einschließlich Gedächtnisschwäche, Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität und schlechte Argumentation auf. Die Kinder, die an dem fetalen Alkoholsyndrom leiden, sind anfälliger für psychische Gesundheitsprobleme auch später im Leben, einschließlich Drogenabhängigkeit und Aggressivität. Exposition gegenüber Alkohol kann zu Schäden am Gehirn während der gesamten Schwangerschaft führen.

Die Anwesenheit von Faziesanomalien zeigt üblicherweise erhebliche Hirnschäden; jedoch können diese auch in Abwesenheit von Anomalien des Gesichts auftreten. Die Gesichtsmissbildungen werden vor allem durch Alkoholkonsum zwischen 10. bis 20. Schwangerschaftswoche hervorgerufen. Mikrozephalie, Blepharophimose, Epikanthus, antimongoloide Lidachsenstellung, niedrige Nasenwurzel, schmales Lippenrot und verstrichenes Philtrum sind typisch [5] [6].

Alkohol wirkt teratogen in der Entwicklung des zentralen Nervensystems (ZNS), was zu Schäden führt, die von der Menge, der Frequenz und dem Zeitpunkt des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft abhängig sind [7]. Alkohol kann zu struktureller und funktionaler ZNS-Schädigung führen. Strukturelle Anomalien sind Mikrozephalie oder andere Anomalien wie Agenesie des Corpus callosum, Kleinhirnhypoplasie und Hydrocephalus. Neurologische Probleme können Epilepsie, beeinträchtigte Feinmotorik, sensorische Schwerhörigkeit, schweren Beeinträchtigungen des Ganges, Schwerfälligkeit und schlechte Hand-Augen-Koordination umfassen [8]. Zu den Funktionsstörungen zählen Lernbehinderungen, Impulsivität, Unaufmerksamkeit, schlechtes Gedächtnis und Aufmerksamkeit, schlechte Argumentation und Schwäche im abstrakten Denken.

Im organischen Bereich sind ebenfalls zahlreiche Fehlbildungen möglich.

Entwicklungsverzögerung
  • Bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft übermäßig Alkohol konsumieren wurden Schäden bei der körperlichen und psychischen Entwicklung ( Intelligenzminderung, Entwicklungsverzögerungen, Organdefekte, Wachstumsmängel etc.) festgestellt.[heilpraktiker-psychotherapie-hessen.de]
  • Alkohol, als der bedeutsamste vorgeburtliche Schadstoff beim Kind, gilt als die heute häufigste nicht genetische Ursache einer geistigen Entwicklungsverzögerung .[rund-ums-baby.de]
  • Alkohol, als der bedeutsamste vorgeburtliche Schadstoff beim Kind, gilt als die heute häufigste nicht genetische Ursache einer geistigen Entwicklungsverzögerung.[rund-ums-baby.de]
  • Zu einer erhöhten Fehlgeburtsrate kommt es vor allem im zweiten Trimenon, ebenso wie vermehrte Entwicklungsverzögerungen.[ergotherapie-frank.de]
  • Dabei sind neben Entwicklungsverzögerungen auch langfristige Einbußen möglich. Die Alkoholembryopathie ist nicht vorhersagbar. Grenzwerte existieren nicht, da schon geringe Mengen Alkohol Einfluß auf die embryonale Entwicklung haben können.[med-serv.de]
Schmale Lippen
  • Bei einer Alkoholembryopathie sollten medizinische Untersuchungen stattfinden, wenn verkürzte Lidspalten, schmale Lippen oder ein auffallender breiter Nasenrücken festzustellen sind.[gesundpedia.de]
Fliehendes Kinn
  • Mädchen mit schwerer Form der Alkoholembryopathie (Untergewicht, Minderwuchs, extreme Dystrophie, Muskelhypotonie, Bindegewebsschwäche, Herzbuckel bei Herzfehler, Skoliose, Mikrozephalie, schwere geistige Behinderung, hypoplastisches Mittelgesicht, fliehendes[intakt.info]
  • Mögliche Klinik Stigmata: Schmales Lippenrot , fehlendes Philtrum , niedrige Stirn , Hypertelorismus , kurze Lidspalten , abfallende Lidachsen , Epikanthus , fliehendes Kinn , Mikrozephalie (siehe auch Tipps & Links) Geistige Retardierung , unzureichende[amboss.com]
  • Kinn Drogen, Medikamente Contergan (Thalidomidembryopathie) Zusammenhänge zwischen Einnahme des Medikaments "Contergan" bei Müttern in der Frühschwangerschaft und charakteristischen Missbildungen bei Neugeborenen wurden 1961 nachgewiesen - Ende diesen[sonderpaed-online.de]
  • Körperlicher Bereich Wachstumsstörungen, Minderwuchs, Untergewicht Vergleichsweise kleiner Kopfumfang ( Mikrozephalie ), Minderentwicklung des Gehirns (Mikroenzephalie) Im Profil flach wirkendes Mittelgesicht mit flacher Oberkieferregion, fliehendem Kinn[de.wikipedia.org]

Diagnostik

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, um ein Kind mit Alkoholembryopathie zu diagnostizieren:

  • Minderwuchs
  • Faziesanomalien (geschrägte Lidachsen, schmales Lippenrot, hypoplastisches Philtrum)
  • ZNS-Schäden
  • Pränatale Alkoholexposition [9]

Therapie

Es gibt keine Heilung für das Syndrom, da die ZNS-Schädigung permanent ist. Epileptische Anfälle können mit Antikonvulsiva wie Phenobarbital behandelt werden. Manche Organbeteiligungen können chirurgisch behandelt werden. Ein multidisziplinärer Ansatz ist mit Beteiligung von einem Kinderarzt, Physiotherapeuten, Orthopäden, HNO-Arzt und einem Augenarzt ist erforderlich. Der Behandlungsplan muss individualisiert werden. Das Kind kann spezielle Interessengebiete wie Musik, Kunst, Gesang, Komposition, Lesen, Computer, Mechanik, Holzbearbeitung, Poesie etc. haben. Diese sollten gemeinsam mit den anderen Fähigkeiten früh gefördert werden.

Prognose

Die Prognose ist schlecht. Obwohl nicht lebensbedrohlich, sind die primären Probleme die ZNS-Schäden, die auf eine Teratogenität von Alkohol zurückzuführen sind [2]. Die Patienten sind anfälliger für psychische Probleme wie Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Depressionen. Schulabrüche, Verlust des Arbeitsplatzes und ähnliches sind häufig. Die Patienten haben teilweise ein unangemessenes Sexualverhalten, neigen dazu Alkohol und Drogen zu konsumierten und benötigen oft Unterstützung [3].

Ätiologie

Das Syndrom entwickelt sich als Folge der teratogenen Wirkung von Alkohol auf den sich entwickelnden Fötus. Es beinhaltet eine große Bandbreite körperlicher und geistiger Symptome.

Epidemiologie

Alkoholembryopathie ist eine der führenden Ursachen für geistige Entwicklungsretardierung in den Industrieländern, wo es eine hohe Inzidenz von Alkoholkonsum bei jungen Frauen gibt. Die Prävalenz liegt bei 0,2-2:1000 Lebendgeburten in den entwickelten Ländern.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Alkohol kann die Plazentaschranke überwinden und nachteilige Auswirkungen auf den Fötus haben. Er kann zu intrauteriner Wachstumshemmung führen. Im Rahmen von Alkoholembryopathie kann es zu charakteristischen Faziesanomalien, neurologisch-kognitiven Symptomen, Verhaltensanomalien und vielen weiteren körperliche Fehlbildungen kommen [1].

Die mütterliche Plazenta ermöglicht es Ethanol und anderen toxischen Metaboliten wie Acetaldehyd zu dem Fötus zu gelangen. Die Entwicklung des fötalen Nervensystem ist besonders empfindlich gegenüber Ethanol. Alkohol wirkt sich auf neuronale Proliferation, Differenzierung, Migration von Neuronen und das axonale Wachstum aus. Das Hauptentgiftungsorgan bei Erwachsenen ist die Leber, jedoch ist die fötale Leber dazu nicht fähig, da Enzyme wie Alkoholdehydrogenase und Aldehyddehydrogenase, die zur Entgiftung von Alkohol erforderlich sind, nicht ausreichend vorhanden sind.

All dies führt zu Alkoholembryopathie. Während des ersten Trimesters der Schwangerschaft, kann Alkohol die Migration und Organisation der Neuronen stören. Während des dritten Trimesters, kann Alkohol Hippocampus, Hirnstamm und Zerebellum schädigen.

Prävention

Pränataler mütterlicher Alkoholkonsum ist die Ursache des Syndroms und damit kann die Vermeidung von Alkohol während der Schwangerschaft die Alkoholembryopathie verhindern [10].

Zusammenfassung

Die Alkoholembryopathie, auch als fetales Alkoholsyndrom bekannt, ist eine Konstellation von Symptomen, die sich als ein Ergebnis von Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entwickelt. Die genaue Menge an Alkohol, die nötig ist um das Syndrom zu verursachen, ist nicht bekannt.

Patientenhinweise

Alkoholembryopathie, auch als fetales Alkoholsyndrom bezeichnet, ist eine Erkrankung, die durch die Einnahme von Alkohol während der Schwangerschaft verursacht wird. Sie führt zu zahlreichen Störungen in der Entwicklung des Fötus. Eine Reihe von charakteristischen Gesichtsdefekten zusammen mit Minderwuchs, Untergewicht und Verhaltensstörungen sind typisch. Schwangeren Frauen wird davon abgeraten, Alkohol zu konsmieren.

Quellen

Artikel

  1. Streissguth AP, Bonthius D. 1997. Fetal Alcohol Syndrome: A Guide for Families and Communities. Baltimore: Brookes Publishing.
  2. Ethen MK, Ramadhani TA, Scheuerle AE, Canfield MA et al. Alcohol Consumption by Women Before and During Pregnancy. Matern Child Health J. 2008 Mar; 13 (2):274-85.
  3. Jones KL, Smith DW. Recognition of the fetal alcohol syndrome in early infancy. Lancet. 1973 Nov 3;302(7836) 999–1001.
  4. May PA, Gossage JP. Estimating the prevalence of fetal alcohol syndrome. A summary. NIAAA. 2001.
  5. Abel EL, Jacobson S, Sherwin BT et al. In utero alcohol exposure: Functional and structural brain damage. Neurobehav Toxicol Teratol. 1983 May-Jun; 5(3): 363–366.
  6. Meyer LS, Kotch LE, Riley EP. Neonatal ethanol exposure: functional alterations associated with cerebellar growth retardation. Neurotoxicol Teratol. 1990 Jan-Feb; 12(1):15-22.
  7. Olegard R, Sabel KG, Aronsson M, Sandin B, et al. Effects on the child of alcohol abuse during pregnancy. Acta Paediatrica Scandinavica. 1979; 275, 112–121.
  8. Renwick JH, Asker RL. Ethanol-sensitive times for the human conceptus. Early Hum Dev . 1983 Jul;. 8(2) 99-111.
  9. Clarren SK, Smith DW et al. Fetal alcohol syndrome. N Eng J Med. 1978 May 11;298(19):1063-7.
  10. Coles CD, Brown RT, Smith IE, Platzman KA, et al. Effects of prenatal alcohol exposure at school age. Physical and cognitive development. Neurotoxicol Teratol . 1991 Jul-Aug;13(4):357-67.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:42