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Arteriovenöse Fistel

AV-Fistel

Als arteriovenöse Fistel (AVF) wird eine funktionelle Verbindung zwischen einem arteriellen und einem venösen Gefäß bezeichnet, die von den normalen anatomischen Gegebenheiten abweicht. Eine AVF kann grundsätzlich in jedem Bereich des Körpers bestehen und je nach Blutfluss durch die Fistel und alternativer Versorgung der abhängigen Gewebe kann sie eine deutliche Minderversorgung derselben bedeuten. Zuweilen sind AVF auch chirurgisch hergestellt, zum Beispiel im Rahmen einer Hämodialyse.


Symptome

AVF können angeboren oder erworben sein und zwischen größeren oder kleineren Gefäßen im gesamten Kreislauf bestehen. Damit kommen sie als Differentialdiagnosen bei allen Altersgruppen infrage und resultieren in unterschiedlichen klinischen Symptomen. Die Hämodynamik um eine AVF hängt vor allem von den lokalen Druckverhältnissen ab:

  • Ein hoher Druck in der Arterie führt bei ausreichendem Lumen der Fistel dazu, dass das nachstehende Kapillargebiet weniger gut durchblutet wird, weshalb sich hier Symptome einer Ischämie und Hypoxie einstellen. Das gilt besonders, wenn es sich um Endarterien handelt und das abhängige Gebiet nicht von anderen Gefäßen versorgt wird, oder wenn große Gefäße miteinander verbunden sind. So kann beispielsweise eine Fistel zwischen Arterien und Venen der Lunge oder dem linken Atrium (pulmonale arteriovenöse Fistel) zu einer ingesamt verminderten Oxygenierung des Blutes und damit zu Dyspnoe führen. Gleichzeitig kann sich eine pulmonale Hypertonie entwickeln, die ein Rechtsherzversagen nach sich zieht [1] [2]. Tatsächlich prädisponiert eine solche Fistel auch für eine Hirnvenenthrombose, die ein infarktähnliches Bild hervorrufen mag [2] - ebenso wie kraniale AVF.
  • Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass venöses Blut durch die Fistel zurück in die Arterie fließt. Dafür verantwortlich ist zumeist ein hoher orthostatischer Druck, weshalb dieses Phänomen vor allem in den distalen Gliedmaßen beobachtet wird. Die Rückführung des venösen Blutes zum Herzen ist dann eingeschränkt, während sich lokal Symptome einer Veneninsuffizienz und Venenthrombose entwickeln. Dazu zählen Ödeme und Erytheme sowie eine vermehrte Schmerzempfindlichkeit, ein Ulcus varicosum oder Stauungsulkus [3] [4].

Es sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass viele AVF-Patienten asymptomatisch bleiben, bis sich Komorbiditäten einstellen und die hämodynamische Störung weiter verstärkt wird.

Hypertonie
  • Über 80% sind asymptomatisch • Symptome abhängig von Lage und Größe der Fistel • Bei hohem Shuntvolumen Niereninsuffizienz • Blutung • Hämaturie • Hypertonie • Herzinsuffizienz infolge Volumenbelastung.[eref.thieme.de]
  • Gleichzeitig kann sich eine pulmonale Hypertonie entwickeln, die ein Rechtsherzversagen nach sich zieht.[symptoma.de]
  • Lähmungssyndrome G90-G99 Sonstige Krankheiten des Nervensystems Kapitel XV Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99) Dieses Kapitel gliedert sich in folgende Gruppen: O00-O08 Schwangerschaft mit abortivem Ausgang O10-O16 Ödeme, Proteinurie und Hypertonie[dimdi.de]
Herzinsuffizienz
  • Um den Blutdruck aufrecht zu erhalten, muss das Herz Mehrarbeit leisten bis hin zur Herzinsuffizienz.[eref.thieme.de]
Veneninsuffizienz
  • Die Rückführung des venösen Blutes zum Herzen ist dann eingeschränkt, während sich lokal Symptome einer Veneninsuffizienz und Venenthrombose entwickeln.[symptoma.de]

Diagnostik

Während eine venöse Stase klinisch noch recht gut erkennbar ist, gestalten sich die Symptome von Ischämie und Hypoxie in Abhängigkeit vom betroffenen Gewebe sehr unterschiedlich. Bei anderweitig nicht erklärbaren funktionellen Störungen sollte daher immer auch an die Möglichkeit einer vaskulären Pathologie gedacht werden, wobei eine mögliche Form die AVF ist. In beiden Fällen wird die bildgebende Diagnostik eingesetzt, um die lokalen Durchblutungsverhältnisse zu klären und auch den Zustand der abhängigen Gewebe zu beurteilen. Die Entscheidung zu einem bestimmten Verfahren richtet sich dabei nach der Lokalisation der Läsion: Wenn diese mittels Ultraschall darstellbar ist, dann wird diese Technik zumeist für eine erste Visualisierung gewählt. Die Dopplersonographie ermöglicht eine Bewertung der Strömungsrichtung und -geschwindigkeit sowie der umgelenkten Blutmenge. Darüber hinaus kommen auch das Röntgen, die Computer- und Magnetresonanztomographie zum Einsatz. Die Sensitivität dieser Verfahren kann durch den Einsatz eines Kontrastmittels und die Realisierung einer Angiographie noch erhöht werden [5] [6]. Die Computer- und Magnetresonanztomographie eignen sich zudem zur dreidimensionalen Rekonstruktion des Gefäßsitus, was besonders im Hinblick auf zukünftige chirurgische Eingriffe zur Korrektur der Anomalie wichtig ist. Diese Techniken sind weiterhin zu empfehlen, um hypoxische Bereiche bzw. strukturelle Veränderungen nach Ischämie zu visualisieren.

Quellen

Artikel

  1. Boudjemline Y, Ladouceur M, Bonnet D. Neonatal transcatheter closure of a large pulmonary arteriovenous fistula. Cardiol Young. 2006; 16(6):593-595.
  2. Pick A, Deschamps C, Stanson AW. Pulmonary arteriovenous fistula: presentation, diagnosis, and treatment. World J Surg. 1999; 23(11):1118-1122.
  3. Bormann G, Preusser KP, Marsch WC. [Arteriovenous fistula: an uncommon cause of leg ulcers]. Hautarzt. 2002; 53(11):735-738.
  4. Klode J, Kroger K, Grabbe S, Dissemond J. [Ulcers associated with arteriovenous fistula within a Stewart-Bluefarb syndrome: arterial and/or venous therapy?]. Vasa. 2007; 36(2):134-137.
  5. Ichiki Y, Kawasaki J, Hamatsu T, et al. Surgical management of pulmonary arteriovenous fistula in a female patient. Int J Surg Case Rep. 2015; 7c:54-57.
  6. Primus H, Samtleben M, Schmitt E. [Renal arteriovenous fistula]. Urologe A. 2007; 46(4):412-415.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:40