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Aufsteigende Cholangitis

Aszendierende Cholangitis

Die Gallenflüssigkeit wird von den Hepatozyten in die intrahepatischen Gallenkanäle sezerniert, kann in die Gallenblase geleitet und hier gespeichert werden, bevor sie über den Ductus choledochus und die Papilla duodeni major das Duodenum erreicht. Das bedeutet aber auch, dass Pathogene aus dem Gastrointestinaltrakt in die Gallenwege aufsteigen und hier eine Entzündung provozieren können. Dies wird als aufsteigende Cholangitis bezeichnet. Erreger sind meist Gram-negative Enterobacteriaceae wie Escherichia coli und Klebsiella spp., Enterokokken oder anaerobe Erreger wie Clostridium spp., Bacteroides spp. oder Fusobacterium spp.


Symptome

Leitsymptome einer aufsteigenden Cholangitis sind Schmerzen im Oberbauch, Fieber und Ikterus, und diese Symptome werden in ihrer Gesamtheit als Charcot-Trias bezeichnet [1] [2] [3]. Besonders im Zusammenhang mit einer bereits bekannten Neigung zur Cholelithiasis oder zur Cholestase sind diese Beschwerden als stark hinweisend auf eine Entzündung der Gallenwege zu werten. Es sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass viele Patienten nur eine unvollständige Symptomtrias ausbilden. Viele Betroffene empfinden keine abdominellen Schmerzen und es wurde bereits diskutiert, die diagnostischen Kriterien der Cholangitis dahingehend zu ändern [3] [4].

Manche Autoren schreiben der Reynold-Pentade eine größere Sensitivität bei der Diagnose einer Cholangitis zu als der Charcot-Trias. Neben den bereits genannten Symptomen abdominelle Schmerzen, Fieber und Ikterus wird hier auch berücksichtigt, ob der Patient einen niedrigen Blutdruck und einen veränderten mentalen Zustand aufweist [1] [5]. Tatsächlich weist ein veränderter mentaler Zustand bereits auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin: Bei einer systemischen Ausbreitung der Erreger können sich schwerwiegende Komplikationen einstellen und dazu zählt die septische Enzephalopathie, die weiterhin mit einem reduzierten Bewusstsein einhergeht [3] [6]. Die Patienten können auch einen septischen Schock erleiden.

Fieber
  • Klassisch ist die Charcot-Trias Charcot-Trias aus Schmerzen Oberbauch Schmerz im rechten Oberbauch, Fieber und Ikterus.[eref.thieme.de]
  • Leitsymptome einer aufsteigenden Cholangitis sind Schmerzen im Oberbauch, Fieber und Ikterus, und diese Symptome werden in ihrer Gesamtheit als Charcot-Trias bezeichnet.[symptoma.de]
Schüttelfrost
  • Ikterus Die Erkrankung kann sich mit dem Bild einer cholangiogenen S Sepsis cholangiogene epsis präsentieren: stark eingeschränkter Allgemeinzustand, Schüttelfrost und Fieber. Im Labor finden sich deutliche Entzündungszeichen.[eref.thieme.de]
Ikterus
  • Klassisch ist die Charcot-Trias Charcot-Trias aus Schmerzen Oberbauch Schmerz im rechten Oberbauch, Fieber und Ikterus.[eref.thieme.de]
  • Der Ikterus, der sich im Rahmen einer aufsteigenden Cholangitis entwickelt, wird durch eine sekundäre Cholestase provoziert und ist somit ein posthepatischer Ikterus.[symptoma.de]

Diagnostik

Es besteht grundsätzlich das Risiko einer Dissemination der Erreger, was in einer Sepsis enden kann [1] [3] [6]. Die Erkrankung ist damit potenziell lebensbedrohlich, weshalb Verzögerungen in der Diagnosestellung unbedingt zu vermeiden sind. Die Diagnose der aufsteigenden Cholangitis beruht auf den klinischen Befunden, die durch die Untersuchung von Blutproben untermauert werden.

Der Ikterus, der sich im Rahmen einer aufsteigenden Cholangitis entwickelt, wird durch eine sekundäre Cholestase provoziert und ist somit ein posthepatischer Ikterus. Entsprechend fallen in Blutanalysen erhöhte Serumkonzentrationen des direkten Bilirubins, der alkalischen Phosphatase und der γ-Glutamyltransferase, meist auch der Alanin-Aminotransferase und der Aspartat-Aminotransferase. Der Urin der Patienten ist auffallend dunkel gefärbt, während der Stuhl ungewöhnlich hell ist. Bezüglich der Blutanalysen fallen zudem Anomalien auf, die auf ein systemisches Entzündungsgeschehen hinweisen: Häufig erhobene Befunde sind Leukozytose, erhöhte Serumkonzentration des C-reaktiven Proteins und des Fibrinogens und beschleunigte Blutsenkung [3]. Blutkulturen sollten angelegt werden, um eine Sepsis feststellen zu können und den Erreger zu identifizieren. Die Sensibilität des kausalen Pathogens auf verschiedene Antibiotika muss getestet werden, um eine Basis für eine gezielte Therapie zu schaffen.

Detaillierte bildgebende Studien sind nicht nur anzustellen, um die Verdachtsdiagnose Cholangitis zu bestätigen, sondern auch um eine möglicherweise prädisponierende Grunderkrankung festzustellen. Jede Form der Cholestase - sei sie durch eine Cholelithiasis, eine biliäre Zirrhose, durch eine tumorbedingte Kompression der Gallenwege oder andere Pathologien verursacht - erhöht das individuelle Risiko auf eine aufsteigende Cholangitis. Zur Darstellung der Gallenwege eignen sich vor allem Sonographie und Computertomographie [2].

Therapie

  • Die Sensibilität des kausalen Pathogens auf verschiedene Antibiotika muss getestet werden, um eine Basis für eine gezielte Therapie zu schaffen.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Schneider J, Hapfelmeier A, Thöres S, et al. Mortality Risk for Acute Cholangitis (MAC): a risk prediction model for in-hospital mortality in patients with acute cholangitis. BMC Gastroenterol 2016;16:15.
  2. Yamamoto K Gotoda T, Kusano C, Liu J, Yasuda T, Itoi T, Moriyasu F. Severe Acute Cholangitis with Complications of Bacterial Meningitis Associated with Hearing Loss. Intern Med. 2015;54(14):1757-1760.
  3. Qin YS, Li QY, Yang FC, Zheng SS. Risk factors and incidence of acute pyogenic cholangitis. Hepatobiliary Pancreat Dis Int. 2012;11(6):650-654.
  4. Kim SW, Shin HC, Kim HC, Hong MJ, Kim IY. Diagnostic performance of multidetector CT for acute cholangitis: evaluation of a CT scoring method. Br J Radiol. 2012;85(1014):770-777.
  5. Mandell GL, Bennett JE, Dolin R. Mandel, Douglas and Bennett's Principles and Practice of Infectious Diseases. 8th ed. Philadelphia, Pennsylvania: Churchill Livingstone; 2015.
  6. Longo DL, Fauci AS, Kasper DL, Hauser SL, Jameson J, Loscalzo J. eds. Harrison's Principles of Internal Medicine, 18e. New York, NY: McGraw-Hill; 2012.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:38