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COVID-19

2019-nCoV Infektion

Die Coronaviren bilden eine große Virusfamilie, die zahlreiche Pathogene umfasst, die vor allem Infektionen der Atemwege verursachen. Der Schweregrad der Erkrankung reicht dabei von der gewöhnlichen Erkältung bis zur schweren Lungenentzündung. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge wurde am 7. Januar 2020 im chinesischen Wuhan ein neues Coronavirus identifiziert, dass nie zuvor mit Erkrankungen des Menschen in Verbindung gebracht worden war. Es wurde provisorisch als 2019-nCoV bezeichnet und hat sich schnell in mindestens zwei Dutzend Länder auf verschiedenen Kontinenten ausgebreitet. Mit Stand vom 23. Februar 2020 ist es für >78.800 Krankheitsfälle und >2.400 Todesfälle verantwortlich.


Symptome

2019-nCoV ist der Erreger von Atemwegsinfektionen verschiedener Schweregrade. Um das gesamte Spektrum möglicher Krankheitsverläufe zu erfassen, hat man sich auf die Bezeichnung COVID-19 geeinigt, was sich vom englischen "Coronavirus disease 19" ableitet. Schwere Infektionen der Lunge werden mit dem präziseren Terminus Schwere spezifische kontagiöse Pneumonie (Severe Specific Contagious Pneumonia, SSCP) bezeichnet [1].

Fieber über 39 °C, Erschöpfung und trockener Husten wurden von verschiedenen Autoren als die häufigsten Symptome der COVID-19 genannt und sind bei 60-100% der Betroffenen zu erwarten [2] [3] [4]. Außerdem können die Patienten mit Dyspnoe, produktivem Husten, Hämoptysis, Myalgie, Kopf- und Halsschmerzen sowie Rhinorrhoe vorstellig werden. In einigen wenigen Fällen wurde zudem über Schmerzen in der Brust, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall berichtet. Interessant ist, dass etwa jeder zehnte Patient verwirrt erscheint [2]. Während leichtere Infektionen selbstlimitierend sind und meist innerhalb weniger Tage abheilen [5], kann es über eine Woche oder etwas längere Zeiträume hinweg auch zu einer progressiven Verschlechterung des Allgemeinbefindens und einer Verstärkung der Symptome kommen. Diese Patienten können ein akutes Atemnotsyndrom und einen septischen Schock entwickeln und haben ein hohes Risiko, an Multiorganversagen zu versterben.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik entzündliche Veränderungen in den unteren Atemwegen darstellen lassen, die die Diagnose einer Lungenentzündung erlauben. Dabei ergeben sich in den allermeisten Fällen bilaterale Befunde [3] [4]. Milchglasartige und konsolidierte Herde sind häufig auszumachen, während Kavitation, diskrete Knoten, Pleuraerguss und Lymphadenopathie nicht typisch für COVID-19 sind [6]. Es sei darauf hingewiesen, dass - wenngleich selten - ein unauffälliger Befund im Thoraxröntgen oder CT eine Infektion mit 2019-nCoV nicht ausschließt.

Bei etwa einem Drittel der COVID-19-Patienten wurden Neutrophilie und Lymphopenie festgestellt [2] [4].

Kopfschmerz
  • Die Infektion führt häufig zu einer Rhinitis, die mit Husten und Kopfschmerzen sowie Fieber einhergehen kann.[flexikon.doccheck.com]
  • Das neue Virus ist grippeähnlich, und es treten entsprechende Symptome auf: Husten, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen prägen den Krankheitsverlauf.[tagesschau.de]
  • Dazu gehören Husten, Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Eine Lungenentzündung kann sich ebenfalls entwickeln. Im Dezember waren die ersten Fälle in Wuhan aufgetreten.[heise.de]
  • Die Initialsymptome sind grippeähnlich, also Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Schließlich entwickeln sich trockener Husten und Dyspnoe.[lgl.bayern.de]
  • Weitere Symptome sind: Schüttelfrost oder Muskelsteifheit (74 % der Patienten), Husten (62 %), Muskelschmerzen (54 %), Unwohlsein (50 %), Schnupfen (24 %), Halsschmerzen (20 %), Appetitlosigkeit (20 %), Kopfschmerzen (20 %), Schwindel (12 %) und Durchfälle[deximed.de]
Husten
  • Menschen mit Beschwerden einer akuten Atemwegsinfektion sollten beim Husten Abstand zu ihrem Umfeld halten, beim Husten und/oder Niesen Einmaltaschentücher verwenden oder falls nicht vorhanden, das Husten/Niesen durch die Kleidung abdecken und vor allem[fit-for-travel.de]
  • Beim Niesen und Husten sollten Mund und Nase bedeckt werden, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.[muenchen.de]
  • Zu den Symptomen zählen laut Weltgesundheitsorganisation WHO beispielsweise Fieber, Husten und Atemprobleme. Schlimme Fälle reichen von Lüngenentzündungen über Nierenversagen bis zum Tod der Patienten.[wissen.de]
  • Personen mit Husten fernhalten (und generell Menschenansammlungen meiden).[deximed.de]
  • Es können auch Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten, Atemnot und Atembeschwerden auftreten.[dguv.de]
Dyspnoe
  • Dieses manifestiert sich durch Fieber, Myalgien, trockenen Husten und Dyspnoe, wobei die Letalität etwa elf Prozent beträgt, aber auch leichtere bis asymptomatische Verläufe möglich sind. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Zoonose.[flexikon.doccheck.com]
  • Schließlich entwickeln sich trockener Husten und Dyspnoe. Bei bis zu 70% der Patienten treten gastrointestinale Symptome bis hin zur Diarrhoe auf.[lgl.bayern.de]
  • Außerdem können die Patienten mit Dyspnoe, produktivem Husten, Hämoptysis, Myalgie, Kopf- und Halsschmerzen sowie Rhinorrhoe vorstellig werden.[symptoma.de]
Fieber
  • Personen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben oder Kontakt zu bestätigten Fällen hatten, sollten sich bei Fieber und Anzeichen einer Atemwegsinfektion in ärztliche Behandlung begeben.[muenchen.de]
  • Zu den Symptomen zählen laut Weltgesundheitsorganisation WHO beispielsweise Fieber, Husten und Atemprobleme. Schlimme Fälle reichen von Lüngenentzündungen über Nierenversagen bis zum Tod der Patienten.[wissen.de]
  • Falls Personen das Virus aber in sich tragen, ohne schon Fieber zu haben, kann man das nicht erkennen und die Personen können erkranken, wenn sie bereits im Land sind.[soziales.hessen.de]
  • Es können auch Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten, Atemnot und Atembeschwerden auftreten.[dguv.de]
  • Symptome der Erkrankung sind Fieber, Husten, Atemnot und ggf. eine Lungenentzündung. Menschen sind erst ansteckend, wenn sie Krankheitssymptome zeigen. Derzeit: 650 Fälle und 17 Todesfälle Ausbreitungsgebiete: vorwiegend China (Wuhan).[reisemed.at]
Unwohlsein
  • Eine Infektion äußert sich zunächst mit Erkältungssymptomen wie Fieber, Unwohlsein, trockener Husten, Kurzatmigkeit und Atemnot. Bei schwereren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung oder ein akutes Atemnotsyndrom entwickeln.[muenchen.de]
  • Die Initialsymptome sind grippeähnlich, also Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Schließlich entwickeln sich trockener Husten und Dyspnoe.[lgl.bayern.de]
  • Weitere Symptome sind: Schüttelfrost oder Muskelsteifheit (74 % der Patienten), Husten (62 %), Muskelschmerzen (54 %), Unwohlsein (50 %), Schnupfen (24 %), Halsschmerzen (20 %), Appetitlosigkeit (20 %), Kopfschmerzen (20 %), Schwindel (12 %) und Durchfälle[deximed.de]
  • Symptome bei einer FIP Je nach Ausprägung und Geschwindigkeit des Ausbruchs kann es zu den unterschiedlichsten Symptomen kommen: Appetitlosigkeit Allgemeines Unwohlsein Gewichtsverlust Erbrechen Durchfall Mattigkeit Fieber Teilnahmslosigkeit Gelbe Schleimhäute[petsnature.de]
Diarrhoe
  • Bei bis zu 70% der Patienten treten gastrointestinale Symptome bis hin zur Diarrhoe auf.[lgl.bayern.de]
  • Diarrhö, Erbrechen, Magenschmerzen) treten bei etwa einem Drittel der Patienten auf.[msdmanuals.com]
Myalgie
  • Dieses manifestiert sich durch Fieber, Myalgien, trockenen Husten und Dyspnoe, wobei die Letalität etwa elf Prozent beträgt, aber auch leichtere bis asymptomatische Verläufe möglich sind. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Zoonose.[flexikon.doccheck.com]
  • Fieber, Schüttelfrost, Myalgie und Husten sind häufig. Magen-Darm-Symptome (z. B. Diarrhö, Erbrechen, Magenschmerzen) treten bei etwa einem Drittel der Patienten auf.[msdmanuals.com]
  • Außerdem können die Patienten mit Dyspnoe, produktivem Husten, Hämoptysis, Myalgie, Kopf- und Halsschmerzen sowie Rhinorrhoe vorstellig werden.[symptoma.de]

Diagnostik

Sowohl von der WHO als auch von den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurden präzise Kriterien veröffentlicht, nach denen Patienten ausgewählt werden sollen, die auf COVID-19 zu testen sind. Sie unterscheiden sich in einigen Details und werden im Laufe des aktuellen 2019-nCoV-Ausbruchs wahrscheinlich noch mehrmals aktualisiert, insbesondere wenn neue Erkenntnisse zu möglichen Übertragungswegen vorliegen oder das Virus in größerem Umfang außerhalb der Provinz Hubei, China, nachgewiesen wird [7] [8]. Darüber hinaus hat die WHO vorläufige Empfehlungen für die Labordiagnostik von 2019-nCoV-Infektionen herausgegeben und stellt eine Liste von Einrichtungen zur Verfügung, die diesbezüglich kontaktiert werden können [9]. In diesen Einrichtungen wurde eine Reihe molekularbiologischer Protokolle etabliert, um den Erreger mittels real-time RT-PCR in respiratorischen Proben nachzuweisen [10] [11]. Dazu können Nasopharyngeal- und Oropharyngealabstriche verwendet werden, aber auch Sputum, Bronchialsekret und bronchoalveoläre Lavage-Flüssigkeit. Bislang wurden keine konkreten Empfehlungen zur Präferenz von Proben aus den oberen oder unteren Atemwege gegeben, was leichte Krankheitsverläufe betrifft. Im Fall schwerer Infektionen mit progressivem Verlauf wird hingegen dringend dazu geraten, Proben aus den unteren Atemwegen zu testen.

Darüber hinaus können von Patienten mit Verdacht auf eine 2019-nCoV-Infektion gepaarte Serumproben genommen werden [9]. Im Idealfall stammt die erste Probe aus der ersten Woche, in der Symptome gezeigt werden, und die zweite wird 2-3 Wochen später genommen. Sobald serologische Testverfahren zur Verfügung stehen, lassen sich mit solchen Proben vor allem leichtere Infektionen mit einer voraussichtlich höheren Sensitivität nachweisen [9].

Es sei darauf hingewiesen, dass Patienten unabhängig davon auf 2019-nCoV zu untersuchen sind, ob sich andere Erreger von Atemwegsinfektionen nachweisen lassen. Bisher ist nur sehr wenig über die Prävalenz von Mischinfektionen bei COVID-19-Patienten bekannt und die Präsenz anderer Pathogene schließt eine Infektion mit 2019-nCoV nicht aus [9].

Sämtliche Verdachts- und bestätigte Fälle müssen unmittelbar an die zuständigen Behörden des öffentlichen Gesundheitswesens gemeldet werden. Das gilt auch, wenn unerwartete Ergebnisse erhalten werden. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass sämtliche bisher veröffentlichte Testprotokolle gerade erst validiert werden.

Lymphopenie
  • Im Blutbild zeigt sich eine Leukopenie (Neutropenie/Lymphopenie) und Hypoalbuminämie. Infektionen mit dem ECoV scheinen selbstlimitierend zu sein, können allerdings sekundär verkompliziert werden (z.B. Dehydrierung oder Darmverlagerung).[laboklin.com]
  • Weiterhin können Blutarmut und Gelbsucht, Neutrophilie und Lymphopenie auftreten (Lutz 2006). Bei der trockenen Form der FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieberschüben und teilweise Atembeschwerden.[msd-tiergesundheit.de]
  • Bei etwa einem Drittel der COVID-19-Patienten wurden Neutrophilie und Lymphopenie festgestellt.[symptoma.de]

Therapie

Eine spezifische Therapie, die gegen den Erreger der COVID-19 gerichtet wäre, steht nicht zur Verfügung. Zwar werden Betroffene antiviral behandelt, unter anderem mit Oseltamivir, Ganciclovir, Lopinavir und Ritonavir [2], aber deren Wirksamkeit gegen 2019-nCoV ist nicht belegt. Erfahrungen, die man während früherer Ausbrüche Coronavirus-induzierter Atemwegserkrankungen gesammelt hat, sprechen eher dagegen: Weder im Fall des Schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) noch des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) ließ sich für bekannte antivirale Wirkstoffe ein therapeutischer Nutzen nachweisen [4].

Nichtsdestotrotz kann Betroffenen durch eine umfassende unterstützende Behandlung und die Therapie möglicher Begleiterkrankungen geholfen werden [2] [4]:

Ein Großteil der Patienten erhält eine Sauerstofftherapie, um die Lungenfunktion zu verbessern. Unter Umständen werden auch mechanische Beatmung und extrakorporale Membranoxygenierung notwendig.
Breitspektrumantibiotika und möglicherweise Antimykotika werden zur Vorbeugung und Behandlung von Begleitinfektionen verabreicht.
Auch Kortikosteroide kommen zum Einsatz. Sie hemmen die Entzündungsreaktion in der Lunge und mindern das Risiko eines Atemversagens, beeinflussen darüber hinaus aber noch zahlreiche andere physiologische und pathologische Prozesse.
Komplikationen wie das akute Versagen anderer Organe, etwa im Fall einer akuten Niereninsuffizienz, erfordern umgehend gezielte Maßnahmen, wie sie in der Intensivmedizin hinreichend bekannt sind.

Prognose

Bislang erhobene klinische und epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass ältere Patienten ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben, vor allem jene, die zusätzlich an anderen chronischen Erkrankungen leiden [4]. Die Mortalität der SSCP wird aktuell auf 2-5% geschätzt [1], aber der Anteil der SSCP an der Gesamtzahl der COVID-19-Fälle konnte noch nicht bestimmt werden.

Was die Prognose einzelner Patienten betrifft, haben Chen et al. festgestellt, dass sich ein schlechter Ausgang im Allgemeinen anhand des MuLBSTA Scores hätte vorhersagen lassen. Der MuLBSTA Score ist Teil eines Modells, mit dem sich die Mortalität bei viralen Pneumonien abschätzen lässt [2]. In dieses Modell gehen die Präsenz multilobulärer Infiltrate, niedrige Lymphozytenzahlen, bakterielle Coinfektionen, eine positive Raucheranamnese, Bluthochdruck und hohes Alter als ungünstige prognostische Faktoren ein [12].

Ätiologie

Lu und Kollegen haben 2019-nCoV im Detail charakterisiert und die vollständige Genomsequenz des Erregers veröffentlicht [13]. Ihren phylogenetischen Analysen zufolge zählt das Pathogen zur Gattung der Betacoronaviren und der Untergattung der Sarbecoviren. Ein weiterer bekannter Vertreter der Sarbecoviren ist SARS-CoV, der Erreger der von 2002-2004 kursierenden SARS-Pandemie. Aufgrund der relativ engen Verwandtschaft zwischen beiden Viren wurde SARS-CoV-2 als alternative, wahrscheinlich passendere Bezeichnung des COVID-19-Erregers vorgeschlagen. Die entsprechende Empfehlung kam von der Arbeitsgruppe für Coronaviren des Internationalen Kommittees für die Taxonomie von Viren [14].

Interessanterweise ist 2019-nCoV mit dem Erreger des SARS weniger eng verwandt als mit zwei aus Fledermäusen isolierten SARS-ähnlichen Viren [13]. Haben wir es also mit einer Zoonose zu tun? Tatsächlich wurde COVID-19 bereits als potenzielle Zoonose bezeichnet [Wu], aber eine Studie zur Evolution von 2019-nCoV legt die Existenz eines Zwischenwirts nahe: Benvenuto et al. sind überzeugt, dass das Virus zwar aus Fledermäusen stammt, von diesen aber zunächst auf eine andere Tierart übertragen wurde, bevor es den Menschen erreichte [15]. Darüber, welche Tierart das gewesen sein könnte, wird noch intensiv spekuliert. Vermutlich wurden infizierte Tiere dieser Art auf dem Meeresfrüchte- und Tiermarkt in Wuhan verkauft und dienten hier als Brücke zum Menschen [13]. Dass so etwas möglich ist, ist keine neue Erkenntnis, und es lassen sich Parallelen ziehen zur oben genannten SARS-Pandemie und dem MERS-Ausbruch, der 2012 seinen Anfang nahm. In beiden Fällen wurden Fledermäuse als natürliches Reservoir des jeweiligen Erregers identifiziert, aber es waren andere Spezies, die als Zwischenwirte dienten und an denen sich der Mensch ansteckte. Konkret handelte es sich dabei um Larvenroller, eine Art der Schleichkatzen, und Dromedare [16] [17].

Epidemiologie

2019-nCoV wurde erstmalig in der chinesischen Metropole Wuhan nachgewiesen, hat sich von dort aber schnell im Land und über dessen Grenzen hinweg ausgebreitet. Sekundäre und tertiäre Übertragungsketten wurden inzwischen in einem weiten geographischen Gebiet bestätigt. Am 13. Januar 2020 meldeten die thailändischen Behörden den ersten Krankheitsfall außerhalb Chinas. Aktuell melden 28 Länder im westpazifischen Raum einschließlich Australien, in Südostasien, dem östlichen Mittelmeerraum, Europa und Nordamerika Fälle von COVID-19 [18]. Spätestens am 14. Februar 2020 hat das Virus auch Afrika erreicht. Dem aktuellen Lagebericht der WHO, der am 23. Februar 2020 aktualisiert wurde, sind bislang mehr als 78.811 Menschen erkrankt und mehr als 2.400 Patienten ihrer Erkrankung erlegen.

Auch wenn die Anzahl der Fälle, die außerhalb Chinas registriert wurden, bis dato weniger als 3% der Gesamtfallzahl ausmacht, bereiten sich die öffentlichen Gesundheitsdienste in aller Welt intensiv auf mögliche lokale COVID-19-Ausbrüche vor. Es geht ihnen darum, Betroffene möglichst früh zu identifizieren und unter Quarantäne zu stellen, sodass die Ausbreitung der Erkrankung eingeschränkt werden kann. In diesem Zusammenhang bereitet es vielen Experten Sorgen, das vor allem südostasiatische und afrikanische Länder, für die ein mittleres bis hohes Risiko des Erregerimports ermittelt wurde, bisher nur wenige oder gar keine Fälle gemeldet haben. Diese "Realität" widerspricht den Erwartungen der Epidemiologen, die ihre Vorhersagen auf unterschiedlichen Modellen zur Ausbreitung von Infektionserkrankungen basieren [19]. Ob dafür aber ein relativ schwach entwickeltes Gesundheitswesen verantwortlich ist, unter dem sich der Erreger unerkannt ausbreiten kann, ob Betroffene sich von ihrer Krankheit erholen, bevor sie als COVID-19-Patienten erkannt werden, oder ob die Fallzahlen tatsächlich so viel niedriger sind als erwartet, lässt sich noch nicht sagen. In jedem Fall erfordert es eine koordinierte Antwort der internationalen Gemeinschaft, um der Situation zu begegnen und das von 2019-nCoV ausgehende Risiko für die öffentliche Gesundheit weltweit zu senken. Deshalb hat die WHO den 2019-nCoV-Ausbruch am 30. Januar schließlich als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft [20].

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, über Tröpfchen oder den direkten Kontakt zwischen Personen [1]. Infektionsträger mögen ebenfalls eine Rolle bei der Ausbreitung der COVID-19 spielen [18]. Die Inkubationszeit wird aktuell mit 2-14 Tagen angegeben, wobei bislang nicht sicher ist, ob ein Patient infektiöse Viruspartikel ausscheidet, bevor er selbst Symptome entwickelt. In Deutschland wurde kürzlich über einen Mann berichtet, der sich bei einer offensichtlich gesunden Arbeitskollegin angesteckt hatte [5]. Tage darauf wurde jedoch bekannt, dass die Arbeitskollegin wohl doch eher Symptome zeigte, als sie ursprünglich angegeben hatte. Der Fallbericht wurde entsprechend aktualisiert. Damit konnte bislang nicht belegt werden, dass COVID-19-Patienten infektiös sind, bevor sie selbst Beschwerden haben. Auf der anderen Seite ist bislang unklar, wie lange ein Betroffener infektiös bleibt - möglicherweise auch noch, nachdem seine Symptome abgeklungen sind.

Prävention

Um der COVID-19 vorzubeugen, sind zunächst die Basisprinzipien zur Vermeidung einer Ansteckung mit Atemwegsinfektionen anzuwenden. Dazu zählen regelmäßiges Händewaschen mit Seife, vor allem nach direktem Kontakt mit kranken Menschen oder deren Umfeld, und das Vermeiden engen Kontakts mit Personen, die Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen. Andererseits sollte sich derjenige, der selbst entsprechende Beschwerden hat, darum bemühen, Abstand zu halten, Mund und Nase verdecken, wenn er niest oder hustet, und seine persönliche Hygiene ernst nehmen. Wer Fieber oder Husten bekommt, und möglicherweise gar dem 2019-nCoV ausgesetzt war, der sollte einen Arzt aufsuchen. Grundsätzlich ist ungeschützter Kontakt zu Nutz- und Wildtieren zu minimieren. Was das Gesundheitswesen betrifft, so sind Protokolle zur Infektionsprophylaxe und -kontrolle strikt umzusetzen und wenn nötig zu erweitern.

Auf einer weiteren Ebene betrachtet, leißen sich durchaus Maßnahmen ergreifen, um das Risiko des Ausbruchs neuartiger Infektionserkrankungen wie COVID-19 zu vermindern. Märkte, auf denen mit lebenden Tieren gehandelt wird, wie jener in Wuhan, bieten optimale Bedingungen für die Entwicklung neuer Erreger. Hier besteht enger Kontakt zwischen Mensch und Tier und zwischen den Viren, die jede Spezies beherbergt, findet ein intensiver Austausch von Erbgut statt. Damit steigt die Chance, dass es ein Virus schafft, vom Tier auf den Menschen überzugehen, sich in diesem neuen Wirt zu vermehren und schließlich weitere Personen zu infizieren. Wenn das geschieht und der Erreger eine ernsthafte Erkrankung auslöst, sind die wesentlichen Voraussetzungen für eine Pandemie bereits erfüllt. Darum stehen solche Märkte seit Jahren in scharfer, aber gerechtfertigter Kritik. Es hilft der Sache nicht, dass auf ihnen meist auch mit wilden, teils bedrohten Tierarten illegal gehandelt wird.

Zusammenfassung

COVID-19 ist eine Neuinfektionserkrankung, die vom Coronavirus 2019-nCoV ausgelöst wird. Dieser Erreger wurde erstmalig in der chinesischen Provinz Hubei isoliert und man fand alsbald Hinweise darauf, dass das Infektionsgeschehen auf einem Tiermarkt in der Stadt Wuhan seinen Anfang genommen hatte. Die Mehrzahl aller Fallbestätigungen kommt zwar nach wie vor aus Hubei, aber die Erkrankung hat sich sehr schnell in China ausgebreitet und innerhalb von wenigen Wochen zahlreiche Länder auf fast allen Kontinenten erreicht. Die WHO sieht in dieser Entwicklung eine Risiko für die globale öffentliche Gesundheit und hat deshalb den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Bis heute gibt es keinen Impfstoff gegen COVID-19. Wissenschaftler in aller Welt arbeiten unter Hochdruck daran, das zu ändern, aber man geht davon aus, dass es mindestens noch ein Jahr dauern wird, bis ein wirksamer und sicherer Impfstoff zur Verfügung steht. Vor diesem Hintergrund nimmt die Bedeutung effektiver Maßnahmen zur frühen Erkennung, Isolierung und Behandlung von Infizierten, der Identifikation von Kontaktpersonen und einer dem aktuellen Risiko angepassten gesellschaftlichen Abschottung noch zu. Der momentanen Einschätzung der WHO zufolge ist eine Eindämmung der Virusausbreitung nach wie vor möglich, erfordert aber eine global koordinierte Anstrengung und Solidarität mit jenen Regionen, die diese Herausforderung nur mit zusätzlicher Hilfe stemmen können [20].

Patientenhinweise

Der Ausbruch des neuen Coronavirus 2019-nCoV hat für viel Aufregung gesorgt. Dabei handelt es sich um einen Erreger, der leichte bis schwere Atemwegsinfektionen verursacht, der aus China stammt, sich aber in kurzer Zeit über die ganze Welt verbreitet hat. Während sich die öffentlichen Gesundheitsdienste der einzelnen Länder auf mögliche lokale Fälle vorbereiten, ist deren Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Das Beste, was der Einzelne tun kann, ist, einfache Maßnahmen zur Vorbeugung einer Ansteckung zu ergreifen, etwa indem er Abstand zu jenen hält, die Symptome einer Atemwegserkrankung zeigen. Es wird weiterhin empfohlen, mit grippeähnlichen Symptomen ärztlichen Rat zu suchen und generell so genau wie möglich zu informieren, wenn man nach möglichen Ansteckungsquellen gefragt wird.

Die Erkrankung, die 2019-nCoV auslöst, wird COVID-19 genannt, was sich vom englischen Terminus "Coronavirus disease 19" ableitet. Symptome stellen sich üblicherweise binnen 2-14 Tagen nach Kontakt mit dem Erreger ein und umfassen Fieber, Erschöpfung und Husten. Einige Patienten leiden zudem an Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen und ihre Nase läuft. Während leichte Infektionen innerhalb weniger Tage von selbst abheilen mögen, kann die Krankheit auch einen schweren Verlauf nehmen und zu Lungenentzündung und Schock mit tödlichem Ausgang führen.

Da sich COVID-19 klinisch nicht von anderen Erkrankungen, die mit einer Lungenentzündung einhergehen, unterscheiden lässt, ist es von höchster Wichtigkeit, dass der Patient zusätzliche Informationen zur Verfügung stellt, aus der sich ein Verdacht auf eine 2019-nCoV-Infektion ableiten lässt. Dazu zählen unter anderem Angaben zu Reisen, Krankenhausaufenthalten und engem Kontakt mit Personen, die wiederum Kontakt zum Erreger gehabt haben könnten. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung können Patienten und Ärzte dem COVID-19-Ausbruch begegnen, die Zeit zur Diagnosestellung verkürzen und frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um der Ansteckung weiterer Menschen vorzubeugen. Besteht der konkrete Verdacht auf eine Infektion mit 2019-nCoV, kann der Betroffene unter Quarantäne gestellt, gezielt untersucht und gegebenenfalls unterstützend behandelt werden.

Quellen

Artikel

  1. Wu YC, Chen CS, Chan YJ. Overview of The 2019 Novel Coronavirus (2019-nCoV): The Pathogen of Severe Specific Contagious Pneumonia (SSCP). J Chin Med Assoc. 2020.
  2. Chen N, Zhou M, Dong X, et al. Epidemiological and clinical characteristics of 99 cases of 2019 novel coronavirus pneumonia in Wuhan, China: a descriptive study. Lancet. 2020.
  3. Huang C, Wang Y, Li X, et al. Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China. Lancet. 2020.
  4. Wang D, Hu B, Hu C, et al. Clinical Characteristics of 138 Hospitalized Patients With 2019 Novel Coronavirus-Infected Pneumonia in Wuhan, China. Jama. 2020.
  5. Rothe C, Schunk M, Sothmann P, et al. Transmission of 2019-nCoV Infection from an Asymptomatic Contact in Germany. N Engl J Med. 2020.
  6. Chung M, Bernheim A, Mei X, et al. CT Imaging Features of 2019 Novel Coronavirus (2019-nCoV). Radiology. 2020:200230.
  7. Centers for Disease Control and Prevention. Evaluating and Reporting Persons Under Investigation (PUI). https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/hcp/clinical-criteria.html. Accessed February 14, 2020.
  8. World Health Organization. Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected. https://www.who.int/publications-detail/clinical-management-of-severe-acute-respiratory-infection-when-novel-coronavirus-(ncov)-infection-is-suspected. Accessed February 14, 2020.
  9. World Health Organization. Coronavirus disease (COVID-19) technical guidance: Laboratory testing for 2019-nCoV in humans. https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/technical-guidance/laboratory-guidance. Accessed February 14, 2020.
  10. Corman VM, Landt O, Kaiser M, et al. Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR. Euro Surveill. 2020; 25(3).
  11. Centers for Disease Control and Prevention. CDC 2019-Novel Coronavirus (2019-nCoV) Real-Time RT-PCR Diagnostic Panel: Instructions for Use. 2020.
  12. Guo L, Wei D, Zhang X, et al. Clinical Features Predicting Mortality Risk in Patients With Viral Pneumonia: The MuLBSTA Score. Front Microbiol. 2019; 10:2752.
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  15. Benvenuto D, Giovannetti M, Ciccozzi A, Spoto S, Angeletti S, Ciccozzi M. The 2019-new coronavirus epidemic: evidence for virus evolution. bioRxiv. 2020:2020.2001.2024.915157.
  16. Mohd HA, Al-Tawfiq JA, Memish ZA. Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) origin and animal reservoir. Virol J. 2016; 13:87.
  17. Shi Z, Hu Z. A review of studies on animal reservoirs of the SARS coronavirus. Virus Res. 2008; 133(1):74-87.
  18. World Health Organization. Coronavirus disease 2019 (COVID-19) Situation Report – 34
  19. Mallapaty S. Scientists fear coronavirus spread in countries least able to contain it Nature. 2020.
  20. World Health Organization. Statement on the second meeting of the International Health Regulations (2005) Emergency Committee regarding the outbreak of novel coronavirus (2019-nCoV). https://www.who.int/news-room/detail/30-01-2020-statement-on-the-second-meeting-of-the-international-health-regulations-(2005)-emergency-committee-regarding-the-outbreak-of-novel-coronavirus-(2019-ncov). Accessed February 14, 2020.

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Zuletzt aktualisiert: 2020-02-24 08:07