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Fibromyalgie

Fibromyalgie-Syndrom

Die Fibromyalgie ist ein nicht-entzündlich bedingtes chronisches Schmerzsyndrom mit Weichteilbeschwerden in verschiedenen Körperregionen. Weitere typische Hauptsymptome sind andauernde Müdigkeit bis hin zu Fatigue-Syndrom, sowie Schlafstörungen.


Symptome

Die wichtigsten Symptome sind Schmerzen in verschiedenen Regionen des Körpers, sowie Müdigkeit [6]. Viele betroffenen Individuen entwickeln einige der folgenden Symptome, aber der Schweregrad variiert von Person zu Person.

Schlafstörung
  • Nervosität, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Depressivität, Müdigkeit, Schlafstörungen[eref.thieme.de]
Kopfschmerz
  • Funktionelle Beschwerden: Allgemeine Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, gastrointestinale Beschwerden, Kopfschmerzen, Konzentrationsverlust.[eref.thieme.de]
Ermüdung
  • Klinisch ist dieses Syndrom durch diffuse oder multilokuläre akute oder chronische Muskelschmerzen, multiple schmerzhafte Muskeldruckpunkte („tender points Tender Points “), Ermüdung, Morgensteifigkeit, Adynamie, Insomnie, Parästhesien und depressive[eref.thieme.de]
  • So kann ein Energiemangel der Muskelzellen nicht nur eine vorzeitige Ermüdung und Schwäche verursachen, sondern auch eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit nach sich ziehen.[magnesium.de]
  • Eine Steigerung der Beeinträchtigungen finden sich auch nicht selten bei Ermüdung, Stress, Schlafdefizit, aber auch bei Kälte und feuchtem Wetter bzw. Wetterwechsel und durch anhaltende schwere Arbeit ausgelöst.[psychosoziale-gesundheit.net]
Schmerz in den Extremitäten
  • Ziehende Schmerzen in den Extremitäten und am Rüccken machen den Büro-Alltag bei einer Fibromyalgie zur Qual Symptome und Beschwerden bei Fibromyalgie Die Betroffenen klagen über ziehende, brennende Schmerzen entlang der Extremitäten und am Rücken.[heilpraxisnet.de]
  • Die typischen Schmerzen in den Extremitäten treten in der Regel erst nach Monaten oder Jahren auf.[schmerzliga.de]
  • Schwellungen von Händen, Füßen und Gesicht sind charakteristisch, stechende Schmerzen in den Extremitäten nach längerem Sitzen oder Verharren in einer Position (einem Krampf ähnelnd), Druckschmerzhaftigkeit der „Tender Points“ (Diagnosepunkte), diese[vfp.de]
Gesamtkörperschmerz
  • Zur Verlaufsbeobachtung unter Therapie wird die visuelle Analogskala (VAS) bzw. numerische Rating-Skala (NRS) zur Quantifizierung des Gesamtkörperschmerzes empfohlen.[eref.thieme.de]
Rückenschmerz
  • Gelenk- und Rückenschmerzen anderer Genese, insbesondere entzündliche und degenerative Gelenkerkrankungen, Kollagenosen, Polymyalgia rheumatica, neurologische Erkrankungen.[eref.thieme.de]
  • Buchner M, Neubauer E, Barie A, Schiltenwolf M (2007) Komorbidität bei chronischen Rückenschmerzen. Schmerz 21: 218–225 PubMed CrossRef Google Scholar 6. Buskila D, Neumann L, Alhoasle A et al. (2000) Fibromyalgia syndrome in men.[doi.org]
Restless-Legs-Syndrom
  • Kopfschmerzen Dysurie Dysmenorrhoe Restless-Legs-Syndrom Reizdarmsyndrom (mit Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen) Missempfindungen Angst Depression Chronisches Erschöpfungssyndrom Die Diagnose beruht auf der Feststellung von druckschmerzhaften[symptoma.de]
  • Kribbelige Beine Viele Fibromyalgie-Betroffene leiden dann zusätzlich auch am Restless Leg Syndrom, bei dem, besonders in Ruhe, ein Kribbeln in den Beinen entsteht, was nur durch Bewegung zu lindern ist.[bessergesundleben.de]
  • Restless-Legs-Syndrom“ (RLS, „Syndrom der ruhelosen Beine“) Bei diesem Syndrom verspürt der Betroffene ein unangenehmes, kribbelndes Gefühl in den Beinen und muss diese ständig bewegen oder massieren.[rtv.de]
  • Weitere Symptome sind Gelenkschmerzen Kopfschmerzen Restless Legs Syndrom (RLS) Benommenheit Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen Nervosität Beinkrämpfe depressive Verstimmungen.[doktorweigl.de]
Myalgie
  • Myalgien Myalgie (Myosen Myose ): Muskelschmerz ohne pathologisch-strukturelles Substrat.[eref.thieme.de]
Nackenschmerz
  • Schlafstörung, Schulter Schulterschmerz - und Nackenschmerzen Nackenschmerz („es sitzt den Betroffenen zu viel im Nacken“), Rückenschmerzen Rückenschmerz sowie Ausstrahlungen in Arme und Beine führen dann zu einem allgemeinen Schmerzbild.[eref.thieme.de]
  • Video: Wenn Sie mal wieder Schmerzen im Nacken verspüren, dann versuchen Sie es doch mal mit unseren besten Übungen gegen Nackenschmerzen: Quelle: Bella Lesen Sie hier weiter: Morbus Bechterew: Alles über die chronische Erkrankung Tipps zum Arzttermin[liebenswert-magazin.de]
  • Chronische, beidseitig auftretende, diffuse Schmerzen Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen , Migräne Muskelverspannungen, Morgensteifigkeit Wadenkrämpfe Neuropathische Störungen wie Taubheit[pharmawiki.ch]
  • "Ich war oft müde und antriebslos", erinnert sich Dora, "Dann kamen die Rücken- und Nackenschmerzen dazu."[wunderweib.de]
Schulterschmerz
  • Schlafstörung, Schulter Schulterschmerz - und Nackenschmerzen Nackenschmerz („es sitzt den Betroffenen zu viel im Nacken“), Rückenschmerzen Rückenschmerz sowie Ausstrahlungen in Arme und Beine führen dann zu einem allgemeinen Schmerzbild.[eref.thieme.de]
  • Sie können in den Füßen auftauchen, was das Laufen erschwert, oder als brennender Schulterschmerz, was vom Schlafen abhalten kann, weil die Matratze drückt. Oder sie strahlen durch die Beine, von Hüfte zu Fuß.[morgenpost.de]

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf der Feststellung von druckschmerzhaften Punkten (tender points) in verschiedenen Körperregionen [7]. Es gibt keine Laboruntersuchungen oder bildgebende Verfahren zur Bestätigung dieser Diagnose. Jedoch können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, um andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Hypothyreose oder eine Arthritis im Anfangsstadium, auszuschließen.

Therapie

Es gibt keine kurative Therapie für Fibromyalgie und die Behandlung erfolgt symptomatisch [8]. Im Laufe der Jahre haben viele Behandlungsmethoden unterschiedlichen Erfolg gezeigt. Regelmäßige Bewegung ist eine Form der nicht-medikamentösen Behandlung. Schmerzmittel und Antidepressiva zählen zu den üblichen medikamentösen Behandlungsmaßnahmen.

Prognose

Laut langfristigen Follow-up-Studien ist Fibromyalgie eine chronische Erkrankung. Allerdings kann die Intensität der Symptome schwanken. Die Auswirkungen der Fibromyalgie auf die täglichen Aktivitäten und Aufgaben variiert stark bei den Patienten [5]. Die Einschränkungen können denen von rheumatoider Arthritis entsprechen und zum Beispiel zu Verlust des Arbeitsplatzes führen.

Ätiologie

Die Ursache der Fibromyalgie ist unbekannt, aber viele Hypothesen wurden postuliert [2]. Einige der vermuteten Ursachen sind folgende:

  • Prädisponierenden Faktoren (wie Schlafstörungen, Depressionen und chronische Krankheiten)
  • Psychische Belastung und eine somatische Manifestation der Depression
  • Gewebetrauma bei Operation oder Körperverletzung (zwischen 14-23% der Patienten entwickeln Fibromyalgie nach Trauma oder Operation)
  • Immunologische Anomalien (55% der Patienten entwickelten Fibromyalgie nach Infektionen mit HIV, Lyme-Borreliose und Coxsackievirus)
  • Veränderungen in peripheren Nozizeptoren was zu einer erhöhten Schmerzwahrnehmung führt
  • Veränderungen in Muskelgewebe auf zellulärer Ebene zusätzlich zu Veränderungen im Blutfluss

Epidemiologie

Die Diagnose der Fibromyalgie erfolgt weitgehend subjektiv und deshalb sollte die Häufigkeit in diesem Zusammenhang [3] interpretiert werden. Die Erkrankung tritt bei etwa 20 bis 30 pro 1000 Personen auf und scheint über alle Altersgruppen verteilt zu sein. Die am häufigsten betroffene Altersgruppe ist 30-50 Jahre. Fibromyalgie tritt meist bei Frauen auf und das Verhältnis erkrankter Frauen zu Männern ist 9:1.

Bis heute gibt es keine schlüssigen Beweise über die Auswirkungen der Genetik bei Fibromyalgie. Jedoch zeigen Verwandte ersten Grades von Fibromyalgie-Patienten eine erhöhte Inzidenz von Depression. Fibromyalgie ist vor allem bei Menschen in den mittleren und oberen sozioökonomischen Klassen verbreitetet. Dies kann jedoch auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass Menschen aus niedrigeren sozioökonomischen Schichten einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Fibromyalgie wird allgemein als eine Erkrankung angesehen, bei der eine Schmerzüberempfindlichkeit vorhanden ist. Patienten mit dieser Erkrankung haben oft eine niedrigere Schwelle für Schmerzen und relevante Stimuli wie Lärm, Hitze und starke Gerüche [4]. Durch neurobiologischen Veränderungen, die die Wahrnehmung von Schmerzen beeinflussen oder durch Erwartungshaltung und Hypervigilanz könnte diese Überempfindlichkeit erklärt werden. Obwohl die Pathogenese der Fibromyalgie ist nicht vollständig geklärt ist, hat die Forschung einige genetische, biochemische, neurophysiologische, psychische und weitere Faktoren identifiziert, die beteiligt sein könnten. Dies hat den Verdacht, dass Fibromyalgie ein subjektiver Schmerzzustand ist, wiederlegt.

Zusammenfassung

Die Fibromyalgie ist ein multilokuläres Schmerzsyndrom mit charakteristischer Symptomatik. Hauptsymptome sind chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, Schlafstörungen und Erschöpfungsneigung. Der Erkrankungsbeginn ist häufig schleichend.

Etwa 2 % der Bevölkerung sind betroffen, das Verhältnis erkrankter Frauen zu Männern beträgt 9:1. Die Ätiologie und Pathogenese der Fibromyalgie sind derzeit nicht geklärt. Eine kausale Therapie der Erkrankung ist nicht bekannt.

Patientenhinweise

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die durch Schmerzen in verschiedenen Regionen das Körpers gekennzeichnet ist. Der Schmerz wird oft von Müdigkeit, Gedächtnisproblemen und Schlafstörungen begleitet. Bei Patienten mit Fibromyalgie kommt es wahrscheinlich zu einer Schmerzüberempfindlichkeit deren genaue Ursache nicht bekannt ist.

Die Symptome der Fibromyalgie treten auch in manchen Fällen nach Operationen, Infektionen, erheblicher psychischer Belastung oder nach körperlichem Trauma auf. Die meisten Menschen mit Fibromyalgie klagen auch über Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, sowie Depression und Angst. Derzeit gibt es keine vollständige Heilung für Fibromyalgie, aber verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungen können die Symptome lindern.

Quellen

Artikel

  1. López-Pousa S, Garre-Olmo J, de Gracia M, Ribot J, Calvó-Perxas L, Vilalta-Franch J. Development of a multidimensional measure of fibromyalgia symptomatology: The comprehensive rating scale for fibromyalgia symptomatology. J Psychosom Res. May 2013;74(5):384-92
  2. Yunus MB. Fibromyalgia and overlapping disorders: the unifying concept of central sensitivity syndromes. Semin Arthritis Rheum. Jun 2007;36(6):339-56.
  3. Burgmer M, Pogatzki-Zahn E, Gaubitz M, et al. Altered brain activity during pain processing in fibromyalgia. Neuroimage. Jan 15 2009;44(2):502-8.
  4. Gracely RH, Petzke F, Wolf JM, Clauw DJ. Functional magnetic resonance imaging evidence of augmented pain processing in fibromyalgia. Arthritis Rheum. May 2002;46(5):1333-43.
  5. Wolfe F, Cathey MA, Kleinheksel SM. Fibrositis (Fibromyalgia) in rheumatoid arthritis. J Rheumatol. Dec 1984;11(6):814-8. [Medline].
  6. Hassett AL, Gevirtz RN. Nonpharmacologic treatment for fibromyalgia: patient education, cognitive-behavioral therapy, relaxation techniques, and complementary and alternative medicine. Rheum Dis Clin North Am 2009; 35:393.
  7. Goldenberg DL, Burckhardt C, Crofford L. Management of fibromyalgia syndrome. JAMA 2004; 292:2388.
  8. Carville SF, Arendt-Nielsen S, Bliddal H, et al. EULAR evidence-based recommendations for the management of fibromyalgia syndrome. Ann Rheum Dis 2008; 67:536.
  9. Boomershine CS, Crofford LJ. A symptom-based approach to pharmacologic management of fibromyalgia. Nat Rev Rheumatol 2009; 5:191.
  10. Schmidt-Wilcke T, Clauw DJ. Fibromyalgia: from pathophysiology to therapy. Nat Rev Rheumatol 2011; 7:518.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:49