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Harnblasenstein

Blasenstein

Ein Harnblasenstein ist eine Form des Konkrements und besteht daher aus Mineralien, die ausgefallen sind und eine feste Masse bilden. Der Harnblasenstein kann sich in der Harnblase selbst bilden oder in weiter proximal gelegenen Abschnitten der ableitenden Harnwege entstehen und dann mit dem Urin in die Blase geschwemmt werden. Primäre Harnblasensteine sind in der westlichen Welt selten und wenn sie vorkommen, dann meist als Folge einer Obstruktion der Harnwege mit Harnstau.


Symptome

Ein primärer Harnblasenstein (HBS) bildet sich meist in der Folge von Obstruktionen und Harnstau, chronischen Infektionen oder im Zusammenhang mit der Präsenz eines Fremdkörpers in diesem Hohlorgan. Patienten mit einem HBS berichten daher in der Regel über entsprechende Vorerkrankungen, beispielsweise über eine bekannte Prostatahyperplasie oder -neoplasie und daraus folgende Probleme beim Harnabsatz, über rezidivierende oder chronische Harnwegsinfekte oder eine Blasenkatheterisierung [1] [2]. Erwähnt werden sollen auch neurogene Ursachen der Bildung von Calculi in der Harnblase, z.B. Hirninfarkt, Rückenmarksverletzung oder Diabetes mellitus. Sind derartige Konditionen für die Bildung von Konkrement verantwortlich, spricht man von neurogenen Calculi.

Sekundäre HBS formen sich in höher gelegenen Abschnitten der harnableitenden Wege, für gewöhnlich im Nierenbecken. Betroffene berichten dann mitunter über Nierenkoliken oder bereits diagnostizierte Nierensteine [3].

Die Symptome, die mit einem HBS einhergehen, variieren sehr stark: Einige Patienten sind vollkommen asymptomatisch, während andere Schmerzen im Unterleib verspüren und über verstärkten Harndrang, Strangurie, Pollakisurie und/oder Dysurie mit Makrohämaturie klagen. Unter Umständen berichten Betroffene darüber, dass der Strahl während der Miktion plötzlich aussetzt und diese nicht zu Ende gebracht werden kann. Auch Nykturie und Enuresis kommen vor [4] [5]. In seltenen Fällen tritt Priapismus auf [3].

Bei ausreichender Größe des HBS ist dieser im suprapubischen Bereich tastbar.

Enuresis
  • Auch Nykturie und Enuresis kommen vor. In seltenen Fällen tritt Priapismus auf. Bei ausreichender Größe des HBS ist dieser im suprapubischen Bereich tastbar.[symptoma.de]
Pollakisurie
  • Die Symptome, die mit einem HBS einhergehen, variieren sehr stark: Einige Patienten sind vollkommen asymptomatisch, während andere Schmerzen im Unterleib verspüren und über verstärkten Harndrang, Strangurie, Pollakisurie und/oder Dysurie mit Makrohämaturie[symptoma.de]
Dysurie
  • Die Symptome, die mit einem HBS einhergehen, variieren sehr stark: Einige Patienten sind vollkommen asymptomatisch, während andere Schmerzen im Unterleib verspüren und über verstärkten Harndrang, Strangurie, Pollakisurie und/oder Dysurie mit Makrohämaturie[symptoma.de]
Hämaturie
  • In den meisten Fällen lässt sich eine Hämaturie feststellen, zuweilen auch eine Pyurie.[symptoma.de]
Nykturie
  • Auch Nykturie und Enuresis kommen vor. In seltenen Fällen tritt Priapismus auf. Bei ausreichender Größe des HBS ist dieser im suprapubischen Bereich tastbar.[symptoma.de]
Strangurie
  • Die Symptome, die mit einem HBS einhergehen, variieren sehr stark: Einige Patienten sind vollkommen asymptomatisch, während andere Schmerzen im Unterleib verspüren und über verstärkten Harndrang, Strangurie, Pollakisurie und/oder Dysurie mit Makrohämaturie[symptoma.de]

Diagnostik

Wie bei anderen Formen der Urolithiasis ist auch hier die Untersuchung einer Urinprobe unbedingt erforderlich. In den meisten Fällen lässt sich eine Hämaturie feststellen, zuweilen auch eine Pyurie. Der pH-Wert des Harns ist möglicherweise verändert und entsprechende Abweichungen stellen wichtige Hinweise auf die Art des HBS und mögliche Ursachen der Steinbildung dar. Die mikroskopische Analyse von Harnsediment ermöglicht eine Interpretation der Morphologie vorhandener Kristalle [6].

Um präzisere Informationen zur Lage, Größe und Anzahl der Steine zu erhalten, ist die bildgebende Diagnostik einzusetzen:

  • Im Röntgen stellen sich die meisten HBS und andere Harnkonkremente als röntgendichte Massen dar. Die gleichzeitige Applikation oder Instillation von Kontrastmitteln (als intravenöses Pyelogramm oder Zystrographie) ermöglicht eine Beurteilung der Passierbarkeit der Harnwege [3].
  • Sind auf Röntgenaufnahmen keine Urolithen erkennbar, obwohl das klinische Bild deren Präsenz vermuten lässt, empfiehlt sich die sonografische Darstellung der Harnwege. Der Ultraschall gilt als die sensitivere Methode zur Detektion von Calculi und seine Überlegenheit ergibt sich aus der Tatsache, dass einige Steine eher strahlendurchlässig und damit im Röntgen nur schlecht erkennbar sind. HBS zeigen sich in der Sonografie hyperechogen mit posteriorem Schallschatten [7] [8]. Ein weiterer Vorteil des Ultraschalls ist die Darstellung der Anomalien in Echtzeit, denn HBS sind beweglich und ändern ihre Position in Abhängigkeit von der Haltung des Patienten. Das trifft auf Neoplasien und andere Läsionen nicht zu, weshalb eine Tumorerkrankung bei Erhebung solcher Befunde zumindest unwahrscheinlicher wird, wenn sie auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann [3].

Schließlich kann eine Zystoskopie durchgeführt werden, in der zuvor detektierte HBS direkt dargestellt werden. Diese Art der Endoskopie erlaubt zudem eine Beurteilung der harnableitenden Wege und möglicherweise die Identifikation von Anomalien, die zum Harnstau führen oder für Harnwegsinfekte prädisponieren [3].

Pyurie
  • In den meisten Fällen lässt sich eine Hämaturie feststellen, zuweilen auch eine Pyurie.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Aydogdu O, Telli O, Burgu B, Beduk Y. Infravesical obstruction results as giant bladder calculi. Can Urol Asoc J. 2011 ;5:77–8.
  2. Su CM, Lin HY, Li CC, Chou YH, Huang CH. Bladder stone in a woman after cesarean section: a case report. Kaohsiung J Med Sci. Jan 2003; 19(1):42-4.
  3. Ho K, Segura J. Lower Urinary Tract Calculi. In: Wein A, Kavoussi L, Novick A, Partin A, Peters C ed. Campbell-Walsh Urology. 9th ed. Philadelphia, Pa: Saunders Elsevier. 2007; 3:2663-73.
  4. Hammad FT, Kaya M, Kazim E. Bladder calculi: did the clinical picture change?. Urology. Jun 2006; 67(6):1154-8.
  5. Tahtalı İN, Karataş T. Giant bladder stone: A case report and review of the literature. Turk J Urol. 2014; 40(3):189-191.
  6. Straub M, Strohmaier WL, Berg W, et al. Diagnosis and metaphylaxis of stone disease. Consensus concept of the National Working Committee on Stone Disease for the upcoming German Urolithiasis Guideline. World J Urol. Nov 2005; 23(5):309-23.
  7. Huang WC, Yang JM. Sonographic appearance of a bladder calculus secondary to a suture from a bladder neck suspension. J Ultrasound Med. Nov 2002; 21(11):1303-5.
  8. Ray AA, Ghiculete D, Pace KT, et al. Limitations to ultrasound in the detection and measurement of urinary tract calculi. Urology. Aug 2010; 76(2):295-300.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:01