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Harnleiterdilatation

Sekundäre refluxive komplette Harnleitererweiterung (Megaureter)

Jede Kondition, die die Passage des Urins vom Nierenbecken durch den Harnleiter in distale Abschnitte der harnleitenden Wege behindert, kann eine Harnleiterdilatation (HLD) und hervorrufen. Diese wird auch als Hydroureter bezeichnet und resultiert aus einer Überfüllung des Harnleiters mit Urin, der weiterhin von der Niere gebildet wird. In den meisten Fällen ist eine HLD durch die Obstruktion des Ureters bedingt, aber auch nicht obstruktive Pathologien können diesen Zustand provozieren.


Symptome

Eine plötzliche Obstruktion der harnableitenden Wege ist meist sehr schmerzhaft. Betroffene werden unter Umständen aufgrund von Harnleiter- oder Nierenkoliken in der Notaufnahme vorstellig. Typischerweise resultiert diese akute Symptomatik aus einer Blockade der Urinpassage durch Harnsteine. Aber im Zusammenhang mit anatomischen Malformationen, einer Hypertrophie der Prostata, Neoplasien und anderen Konditionen, die nur eine teilweise Verlegung der Harnwege bzw. eine langsam progressive Entwicklung des Urinstaus bedingen, sind HDL und Hydronephrose meist nicht schmerzhaft, da die Gewebe sich der allmählichen Druckerhöhung anpassen können. Wenn bei diesen Patienten jedoch bewusst oder unbewusst die Diurese angeregt wird, wird der Hydroureter auch hier schmerzhaft.

Vermehrte Empfindlichkeit und Schmerzen können im Bereich des unteren Rückens, der ipsilateral Flanke, des Beckens und den Genitalien bestehen. Tatsächlich strahlen die Schmerzen oft weit aus, sodass anhand des klinischen Bildes nicht immer eine Unterscheidung von Pathologien der oberen und unteren Harnwege (Nieren und proximaler Ureter bzw. distaler Ureter, Harnblase, Urethra) möglich ist.

Die Diagnose des HDL und der Hydronephrose wird weiterhin durch die Tatsache erschwert, dass eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion erst dann symptomatisch wird, wenn weniger als 40% aller Nephrone arbeiten. Ist dies der Fall, berichten die Patienten zumeist über eine quantitativ veränderte Urinproduktion. Anurie, Oligurie und Polyurie können allesamt einen Urinstau mit gestörter Nierenfunktion anzeigen und treten häufiger bei Obstruktionen der unteren Harnwege auf. Bezüglich des HDL ist eine Anurie nur bei vollständiger bilateraler Verlegung der Harnleiter zu erwarten; eine Polyurie steht meist mit einem akuten Nierenversagen in Verbindung. Eine Hämaturie wird oft beschrieben.

Anatomische Malformationen werden in der Regel bereits im Rahmen pränataler sonographischer Untersuchungen diagnostiziert. Es besteht allerdings kein Konsensus hinsichtlich postnataler Folgeuntersuchungen und therapeutischer Eingriffe. Und während es sich bei den meisten kongenitalen HDL um benigne Konditionen handelt, können pädiatrische Patienten durchaus die oben beschriebenen Symptome eines akuten oder chronischen HDL mit Hydronephrose entwickeln [1].

Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Obduktion der harnableitenden Wege sollte zunächst eine detaillierte Anamnese durchgeführt werden. Eine früher diagnostizierte Urolithiasis, Prostatahypertrophie oder Tumorerkrankung mag die Lokalisation der Symptome im Urogenitaltrakt wesentlich erleichtern. Die Patienten sind außerdem hinsichtlich quantitativer und qualitativer Auffälligkeiten der Urinproduktion zu befragen.

Nach der klinischen Untersuchung sind Blut- und Urinproben für Laboranalysen zu gewinnen. Erhöhte Serumkonzentrationen des C-reaktiven Proteins, eine beschleunigte Blutsenkung und eine gleichzeitig bestehende Pyurie weisen auf eine Infektion in den harnableitenden Wegen hin. Eine Hämaturie kann durchaus durch eine Infektion bedingt sein, vor allem aber auch durch eine Urolithiasis oder durch Tumore, die primär im Harntrakt wachsen oder diesen infiltrieren. Die Urolithiasis ist die häufigste Ursache des HDL. Die Blutspiegel von Harnstoff und Kreatinin sollten gemessen werden, um die Nierenfunktion einschätzen zu können. Weiterhin ist es wichtig, den Elektrolythaushalt zu beurteilen, da Imbalanzen wie eine Hyperkaliämie potenziell lebensbedrohlich sind.

Wenngleich die zuvor beschriebenen Maßnahmen einen Verdacht auf eine Verlegung der harnleitenden Wege bestärken, sollte dieser doch mit Hilfe geeigneter bildgebender Verfahren bestätigt werden. Die Sonographie ist häufig die Methode der Wahl, um entwicklungsbedingte Anomalien zu detektieren und in Verlaufsuntersuchungen zu beurteilen. Allerdings stehen mit der Computer- und Magnetresonanztomographie wesentlich spezifischere und sensitivere Verfahren zur Verfügung, die beim symptomatischen Patienten auch bevorzugt werden sollten [2] [3] [4]. Der Einsatz von Kontrastmitteln, z.B. im Rahmen einer intravenösen oder retrograden Pyelographie, trägt dazu bei, dass noch zuverlässigere Befunde erhoben werden können. Letzteres gilt übrigens auch für das konventionelle Röntgen. Hinsichtlich der postnatalen Aufarbeitung angeborener Missbildungen bietet sich die Durchführung zusätzlicher Untersuchungen wie einer Miktionszysturethrographie, Nierenszintigraphie und Magnetresonanzpyelographie an [5].

Therapie

  • Therapien Intravesikale Chemotherapie und Instillation von Zytostatika bzw.[urologie-schnoeller.de]
  • Die Ursachenabklärung erfolgt verdachtsabhängig mittels entsprechender Bildgebung durch Sonographie CT Ureteroskopie Zystoskopie 6 Therapie Die Therapie erfolgt durch endoskopisch bzw. operative Beseitigung des Abflusshindernisses.[flexikon.doccheck.com]
  • Ohne adäquate Therapie endet die obstruktive Uropathie und Refluxuropathie in einer Nephrozirrhose (Schrumpfniere).[gesundheits-lexikon.com]
  • Therapie Sollten die Untersuchungen eine Obstruktion oder eine eingeschränkte Nierenfunktion zeigen, so ist eine chirurgische Behandlung indiziert. Die typische Operation zur Korrektur des Megaureters ist die Harnleiterneueinpflanzung.[biologie-seite.de]

Prognose

  • Verlauf und Prognose: Die durch die obstruktive Uropathie und Refluxuropathie verursachte Harnstauung führt zu einer erhöhten Infektanfälligkeit der Harnwege.[gesundheits-lexikon.com]

Quellen

Artikel

  1. Hirselj DA, Zmaj PM, Firlit CF. Occult ureteropelvic junction obstruction presenting as anuria and urinary ascites in an infant with antenatal, unilateral hydronephrosis. J Pediatr Urol. 2009; 5(5):405-407.
  2. Choi YH, Cheon JE, Kim WS, Kim IO. Ultrasonography of hydronephrosis in the newborn: a practical review. Ultrasonography. 2016.
  3. Sternberg KM, Pais VM, Jr., Larson T, Han J, Hernandez N, Eisner B. Is hydronephrosis on ultrasound predictive of ureterolithiasis in patients with renal colic? J Urol. 2016.
  4. Thoeny HC, Binser T, Roth B, Kessler TM, Vermathen P. Noninvasive assessment of acute ureteral obstruction with diffusion-weighted MR imaging: a prospective study. Radiology. 2009; 252(3):721-728.
  5. Kitchens DM, Herndon CD. Postnatal imaging of antenatal hydronephrosis. ScientificWorldJournal. 2009; 9:393-399.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 14:29