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Hereditäres Phäochromozytom-Paragangliom

Familiäres Phäochromozytom-Paragangliom

Das hereditäre Phäochromozytom-Paragangliom (hPP) ist eine Sammelbezeichnung für mehrere unterschiedliche genetische Erkrankungen, bei denen diese beiden Tumorarten auftreten. Mutationen in den Genen der vier Untereinheiten der Succinat-Dehydrogenase (SDH) scheinen bei der hPP-Pathogenese eine herausragende Rolle zu spielen. Typische Symptome manifestieren infolge verstärkter Katecholamin-Sekretion und sind häufig Hypertonie, Kopfschmerzen, Diaphorese, Beklemmung und Palpitationen.

Eine genaue Analyse der Patientengeschichte sowie eine Kombination aus klinischen Untersuchungen, biochemischen sowie bildgebenden und genetischen Tests sollten bei der Formulierung einer möglichst frühen Diagnose Berücksichtigung finden, da ein erhebliches Risiko besteht, dass die Tumoren im weiteren Verlauf bösartig werden und filialisieren.


Symptome

Die klinische Symptomatik hereditärer Phäochromozyten-Paragangliomen (hPP) hängt stark von den sekretorischen Eigenschaften der beiden Tumoren ab. Ein Phäochromozytom entsteht im Nebennierenmark und produziert fast immer Katecholamine, wohingegen Paragangliome, die in paravertebralen neuroendokrinen Geweben entstehen, entweder parasympathisch und nicht-sekretorisch oder sympathisch-sekretorisch sein können. Im letzteren Fall sezernieren sie ebenfalls Katecholamine [1] [2] [3] [4]. Das Leitsymptom einer verstärkten Katecholamin-Sekretion ist eine paroxysmale Hypertonie, die bei quasi allen Patienten beobachtet wird [1] [2] [4] [5]. Palpitationen, Tachykardie, Arrhythmie, Kopfschmerzen, Diaphoreseperioden und Beklemmungsattacken werden ebenfalls häufig bei hPP Patienten beschrieben [1] [2] [5]. Diese Symptome treten oft bei Veränderungen der Körperhaltung - zum Beispiel beim Aufstehen - auf. Schmerzfreie Hämaturie kann auftreten, wenn Paragangliome in der Harnblasenwand lokalisiert sind [1]. Sollten andererseits Paragangliome am Hals oder kranial festgestellt werden, kann dies zu einseitigem Hörverlust, Tinnitus, Dysphagie, örtlichem Schmerz, eingeschränkter Zungenbeweglichkeit oder sogar zu Hustensymptomen mit heiserer Stimme durch die Raumforderung des ausbreitenden Tumors führen [1]. Paragangliome im Kopf- und Halsbereich sind jedoch selten sekretorisch und üblicherweise nicht mit einer Symptomatik assoziiert, die auf eine Katecholamin-Hypersekretion zurückzuführen ist [1] [3] [4] [5].

Kopfschmerz
  • Typische Symptome manifestieren infolge verstärkter Katecholamin-Sekretion und sind häufig Hypertonie, Kopfschmerzen, Diaphorese, Beklemmung und Palpitationen.[symptoma.com]
  • Bei Paragangliomen sympathischen Ursprungs mit konsekutiv vermehrter Katecholamin-Ausschüttung kommt es zu intermittierender oder dauerhafter Hypertonie (Bluthochdruck), episodischen massiven Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen und Palpitationen (Herzrasen[dna-diagnostik.hamburg]
  • Das klinische Bild bei Phäochromozytom kann sehr stark variieren; am häufigsten finden sich Episoden von Kopfschmerz, Schwitzen, Herzklopfen und Hypertonie. Nach dem Tumor muss man bei diversen Konstellationen sowie Syndromen fahnden.[praxis-depesche.de]
Hörverlust
  • Sollten andererseits Paragangliome am Hals oder kranial festgestellt werden, kann dies zu einseitigem Hörverlust, Tinnitus, Dysphagie, örtlichem Schmerz, eingeschränkter Zungenbeweglichkeit oder sogar zu Hustensymptomen mit heiserer Stimme durch die Raumforderung[symptoma.com]
  • Bei nichtsezernierenden, parasympathischen Paragangliomen (häufig Glomustumoren, benannt nach ihrem Sitz Glomus caroticum) manifestieren sich wachsende Tumoren, die entweder symptomfrei sind oder einseitigen Hörverlust, pulsatilen Tinnitus, Husten, rauhe[dna-diagnostik.hamburg]
  • Bei Paragangliomen im Bereich des Plexus tympanicus kann es zu einem Hörverlust kommen. Paragangliome im Hals und Nackenbereich fallen durch die Massenzunahme auf.[amedes-genetics.de]

Diagnostik

Da bei diesem hereditären Syndrom das erhebliche Risiko besteht, dass sowohl Phäochromozytome als auch Paragangliome bösartig werden, ist eine frühzeitige Erkennung umso wichtiger. Die Erstellung einer kompletten Familiengeschichte in Kombination mit einer genauen klinischen Untersuchung bildet eine solide Basis für eine Verdachtsdiagnose, die durch weitere Tests abgesichert werden muss. Beim Patientengespräch sollte auf den Beginn der Symptome sowie ihr Voranschreiten eingegangen werden; zudem können beim Gespräch plötzliche und nicht gänzlich geklärte Todesfälle in der Familie als wichtiger Hinweis hPP gewertet werden und den Verdacht erhärten [1]. Bei der klinischen Untersuchung werden typischerweise kardiale Tachyarrhythmie und posturale Blutdruckanomalien gefunden [1].

Ein definitiver Nachweis von hPP kann durch die Verwendung bildgebender Verfahren geliefert werden. Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) sind für die Auflösung und Lokalisierung der Tumoren optimale Methoden [1] [2]. Bei Verdacht einer Metastasierung können neben CT- und MRT-Studien auch eine Positronenemissionstomografie (PET) mit dem radioaktiven Zuckermarker 18F-Fluordesoxyglukose (18F-FDG) bzw. eine Szintigrafie mit 123I-Metaiodobenzylguanidin (MIBG) als Kontrastmittel in Betracht gezogen werden [1] [2].

Biochemische Untersuchungen sollten zur Bestimmung der zirkulatorischen Katecholamin-Konzentration durchgeführt werden. Hierbei hat sich die Messung freier bzw. fraktionierter Metanephrine im Serum bzw. Urin mittels kombinierter Flüssigchromatografie-Massenspektrometrie (LC-MS) als optimales Verfahren durchgesetzt [2].

Eine eindeutige Diagnose muss die genetische Komponente der hPP berücksichtigen und Mutationen in SDH-Genen erfolgreich nachweisen [5] [6].

Therapie

  • Die Therapie des Phäochromozytoms besteht in der Regel in der Resektion des Tumors nach entsprechender Vorbehandlung mit Alpha- und Betablockern zur Blockade der Katecholaminwirkung.[dna-diagnostik.hamburg]
  • Mitotane-Therapie Für das ACC eignet sich noch die Evaluation bezüglich des Ansprechens auf eine Therapie mit Mitotane. So konnte mittlerweile in größeren Studien die Effektivität der Mitotane-Therapie bestätigt werden (24, 25).[journalonko.de]
  • Therapie Die Therapie erfolgt durch chirurgische Entfernung. Die Operation von intrakraniellen Glomustumoren gilt, aufgrund des Blutreichtums und des infiltrativen Wachstums, als schwierig.[de.wikipedia.org]
  • Phäochromozytom ist eine Punktion des Tumors kontraindiziert, da sie eine nicht beherrschbare Krise auslösen kann. 5 Therapie Die Therapie besteht immer in einer vollständigen Entfernung des Tumorgewebes.[flexikon.doccheck.com]
  • Therapie Die Therapie der Wahl ist die chirurgische, möglichst laparoskopische, Entfernung des Tumors (24).[aerzteblatt.de]

Prognose

  • Wenn das Phäochromozytom frühzeitig entfernt wird und keine weiteren Erkrankungen vorliegen, ist die Prognose gut.[gesundheits-lexikon.com]
  • Wird er früh entfernt, ist die Prognose hervorragend, aber schlecht, wenn Malignität mit Metastasen besteht.[praxis-depesche.de]
  • , regionalen Metastasen, Fernmetastasen und einer schlechten Prognose einher.[eliph.klinikum.uni-heidelberg.de]
  • Daher umfassen die Kontrolluntersuchungen die Erfassung MEN-assozierter endokrinologischer Erkrankungen. 6 Prognose Mehr als 50% der Patienten mit benignem Phäochromozytom werden nach der Operation normotensiv, bei den übrigen Fällen liegt zusätzlich[flexikon.doccheck.com]
  • Phäochromozytom: Krankheitsverlauf und Prognose Die Prognose bei einem Phäochromozytom hängt von verschiedenen Faktoren ab.[netdoktor.de]

Epidemiologie

  • Epidemiologie: I: Das Phäochromozytom stellt mit einer Inzidenz von 1/100000/Jahr eine seltene Erkrankung dar; es ist in 0,5% der Fälle Ursache einer arteriellen Hypertonie. II: Der Manifestationsgipfel liegt zwischen 30.-50.[medizin-wissen-online.de]
  • Die verursachenden Gene, Daten zur Epidemiologie und die unterschiedlichen klinischen Erscheinungsbilder sind in Tabelle 5 zusammengefasst.[zentralklinik.de]
  • Psychotherapie und Neurologie, Kinder- und Jugendmedizin / Hormonzentrum für Kinder und Jugendliche, Zentrum für bullöse Autoimmundermatosen; Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Institut für Humangenetik, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie[gfhev.de]
  • Epidemiologie Schilddrüsenkarzinome sind mit einer jährlichen Erkrankungsrate von 4,1/100000 bei Frauen und 1,5/100000 bei Männern eine seltene Tumorerkrankung. Deutschland gibt es jährlich ca. 2500 Neuerkrankungen.[eliph.klinikum.uni-heidelberg.de]
  • […] auch Myokardinfarkt – Triglyceride, 268 Herzinsuffizienz, 168, 169 – Albumin im Urin, 172 – American College of Cardiology/American Heart Association, 169 – Anämie, 830 – Ätiologie, 169 – Blutbild, 172 – BNP, NT-pro-BNP, 172, 176 – Creatinin, 172 – Epidemiologie[flick-werk.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • 47.1.2 Ascites bei Leberzirrhose 47.1.3 Ätiologie des Ascites 47.1.4 Differenzierung des Ascites 47.2 Pleuraerguss 47.2.1 Pathophysiologie 47.2.2 Transsudat oder Exsudat 47.2.3 Ätiologie des Pleuraergusses 47.2.4 Differenzierung des Pleuraergusses 47.3[flick-werk.de]

Quellen

Artikel

  1. Kirmani S, Young WF. Hereditary Paraganglioma-Pheochromocytoma Syndromes. 2008 May 21 [Updated 2014 Nov 6]. In: Pagon RA, Adam MP, Ardinger HH, et al., eds. GeneReviews® [Internet]. Seattle (WA): University of Washington, Seattle; 1993-2017.
  2. Lenders JW, Duh QY, Eisenhofer G, et al. Pheochromocytoma and paraganglioma: an endocrine society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2014;99(6):1915–1942.
  3. Lefebvre M, Foulkes WD. Pheochromocytoma and paraganglioma syndromes: genetics and management update. Curr Oncol. 2014;21(1):e8-e17.
  4. Pasini B, Stratakis CA. SDH mutations in tumorigenesis and inherited endocrine tumours: lesson from the phaeochromocytoma–paraganglioma syndromes. J Intern Med. 2009;266(1):19–42.
  5. Fishbein L, Nathanson KL. Pheochromocytoma and Paraganglioma: Understanding the Complexities of the Genetic Background. Cancer Genet. 2012;205(1-2):1-11.
  6. Gill AJ, Pachter NS, Clarkson A, et al. Renal tumors and hereditary pheochromocytoma-paraganglioma syndrome type 4. N Engl J Med. 2011;364(9):885-886.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:33