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Karzinom der Nebennierenrinde

Nebennierenrindenkarzinom

Das Nebennierenrindenkarzinom ist ein seltener, maligner, parenchymaler Tumor, der von der Nebennierenrinde ausgeht. Raumforderungen der Nebennierenrinde sind häufig, aber nur etwa ein Tumor von 1500 Fällen ist maligne.

Karzinom der Nebennierenrinde - Symptome abklären

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Symptome

Die klinischen Symptome sind variabel und abhängig von den endokrinen Wirkung des Tumors, falls vorhanden [6].

Oft zeigen die Patienten Merkmale des Cushing-Syndroms. Dazu gehören Stammfettsucht, Striae, Flushing, supra-und dorsozervikale Fettpolster, Bluthochdruck, Schwäche, Ileus durch Hypokaliämie (bei Conn-Syndrom), Virilisierung bei Frauen, Feminisierung in seltenen Fällen bei Jungen.

Bei endokrin inaktiven Tumoren ist oft das einzige Symptom die Raumforderung der Flanke.

In der englischen Literatur werden Nebennierenmalignome wie folgt klassifiziert [7]:

  • Funktionell
  • Nichtfunktionell
  • Gut differenziert
  • Intermediate
  • Schlecht differenziert bis anaplastisch

Metastatische Nebennierentumoren - die häufigsten potenziellen Primärkarzinome sind:

Kopfschmerz
  • Patienten, bei denen wir ein Nebennieren-Karzinom diagnostizieren, klagen oft über vielfältige Symptome: Vom aufgeschwollenem Gesicht über Kopfschmerzen bis hin zum nicht einstellbaren Bluthochdruck kann das Spektrum reichen.[klinikum-muenchen.de]
  • Außerdem können bei einem Phäochromozytom folgende Symptome auftreten: Kopfschmerzen Herzklopfen oder Herzjagen Schweißausbrüche Innere Unruhe, Beklemmungsgefühle, Angst oder Panikgefühle Zittern ( Tremor ) Blasse Gesichtsfarbe Gewichtsverlust Herzenge[netdoktor.de]
Hypertonie
  • Ein typisches Symptom bei einem Phäochromozytom ist Bluthochdruck : Der Blutdruck steigt plötzlich, anfallsartig an (paroxysmale Hypertonie).[netdoktor.de]
  • Lähmungssyndrome G90-G99 Sonstige Krankheiten des Nervensystems Kapitel XV Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99) Dieses Kapitel gliedert sich in folgende Gruppen: O00-O08 Schwangerschaft mit abortivem Ausgang O10-O16 Ödeme, Proteinurie und Hypertonie[dimdi.de]
Virilisierung
  • Ein Karzinom der Nebennierenrinde geht meistens mit einer erhöhten Hormonproduktion einher, weshalb Hyperaldosteronismus (durch eine vermehrte Bildung von Aldosteron), Cushing-Syndrom (durch die vermehrte Bildung von Cortisol) und Virilisierung (durch[de.wikipedia.org]
  • Dazu gehören Stammfettsucht, Striae, Flushing, supra-und dorsozervikale Fettpolster, Bluthochdruck, Schwäche, Ileus durch Hypokaliämie (bei Conn-Syndrom), Virilisierung bei Frauen, Feminisierung in seltenen Fällen bei Jungen.[symptoma.com]
  • M0: Keine Fernmetastasen M1: Fernmetastasen Klinik des Nebennierenrindenkarzinoms Je nach Hormonproduktion: Cushing -Syndrom, Virilisierung, Feminisierung, Conn-Syndrom. In 20 % keine (messbare) Hormonproduktion.[urologielehrbuch.de]
  • Die häufigste endokrine Störung ist die autonome Glukokortikoidsekretion mit Ausbildung eines Cushing-Syndroms, gefolgt von der gesteigerten Androgenproduktion mit nachfolgender Virilisierung (z.B. vermehrtem Haarwuchs).[klinikum.uni-muenchen.de]
Schwäche
  • Dazu gehören Stammfettsucht, Striae, Flushing, supra-und dorsozervikale Fettpolster, Bluthochdruck, Schwäche, Ileus durch Hypokaliämie (bei Conn-Syndrom), Virilisierung bei Frauen, Feminisierung in seltenen Fällen bei Jungen.[symptoma.com]
  • Stiernacken, Bluthochdruck, Fettsucht, vermehrte Behaarung, Diabetes mellitus, vermehrte Wassereinlagerung in Gewebe, Zyklusstörungen, dünne Haut mit Blutungsneigung, Allgemeine Schwäche Osteoporose, Knochenbrüche und Teleangiektasien.[diabetes-deutschland.de]
  • Der Patient erhält dabei zunächst ein schwach radioaktives Mittel, welches sich in den Tumorzellen anreichert. In einer anschließenden Röntgenuntersuchung lassen sich dann die Bereiche mit hoher Anreicherung sichtbar machen.[netdoktor.de]
Stammfettsucht
  • Dazu gehören Stammfettsucht, Striae, Flushing, supra-und dorsozervikale Fettpolster, Bluthochdruck, Schwäche, Ileus durch Hypokaliämie (bei Conn-Syndrom), Virilisierung bei Frauen, Feminisierung in seltenen Fällen bei Jungen.[symptoma.com]
Raumforderung der Flanke
  • Bei endokrin inaktiven Tumoren ist oft das einzige Symptom die Raumforderung der Flanke.[symptoma.com]
Fieber
  • […] übertragen werden A65-A69 Sonstige Spirochätenkrankheiten A70-A74 Sonstige Krankheiten durch Chlamydien A75-A79 Rickettsiosen A80-A89 Virusinfektionen des Zentralnervensystems A92-A99 Durch Arthropoden übertragene Viruskrankheiten und virale hämorrhagische Fieber[dimdi.de]
Muskelschwäche
  • Patienten mit dem Cushing-Syndrom klagen meist über Bluthochdruck, Diabetes, manchmal auch über eine Muskelschwäche.[klinikum-muenchen.de]
Rückenschmerz
  • Rückenschmerzen, Gallenkolik) zufällig aufgefallen sind. Sie stellen heutzutage die mit Abstand häufigste Auffälligkeit im Bereich der Nebennieren dar. Allerdings sind die allermeisten dieser Nebennierenveränderungen gutartig und NICHT krankmachend.[endokrinologikum.com]

Diagnostik

Alle hormonellen Syndrome müssen mit Labortests bestätigt werden. Bei Cushing-Syndrom sind Kortisolausscheidung im Urin und erhöhte Serumglukose zu finden.

Virilismus wird durch niedriges Kalium, erniedrigte Plasma-Renin-Aktivität und auch durch hohes Serum-Aldosteron bestätigt. Überschüssiges Östrogen zeigt Feminisierung [8].

Um den Ort des Tumors zu identifizieren sind Röntgenaufnahmen des Abdomens, sowie CT-Scans und Magnetresonanztomographie nützlich. Sie helfen bei der Differenzierung des Nebennierenrindenadenoms und auch bei der Bestimmung des Umfangs der Ausbreitung des Tumors in das umgebende Gewebe und Organe.

CT-Scans des Thorax und Knochenscans werden routinemäßig durchgeführt, um Metastasen in den Knochen oder der Lunge auszuschließen.

Durch diese Untersuchungen wird bestimmt, ob der Tumor chirurgisch entfernt werden kann oder nicht.

Kalium erniedrigt
  • Virilismus wird durch niedriges Kalium, erniedrigte Plasma-Renin-Aktivität und auch durch hohes Serum-Aldosteron bestätigt. Überschüssiges Östrogen zeigt Feminisierung.[symptoma.com]

Therapie

Die Therapie der Wahl ist die chirurgischen Entfernung des Tumors. Dies kann auch dann geschehen, wenn der Tumor große Blutgefäße wie die untere Hohlvene oder die Nierenvenen befallen hat. Die 5-Jahres-Überlebensrate nach einer erfolgreichen Operation liegt bei etwa 60%.

Die Mehrheit der Patienten kann nicht operiert werden [9], so dass Strahlentherapie und Radiofrequenz-Ablation eingesetzt werden. Rezidive können abermals chirurgisch entfernt werden [10].

Für Chemotherapie werden Mitotan und andere Standard-Zytostatika eingesetzt. Mitotan ist ein Inhibitor der Steroidsynthese und ist toxisch für die Zellen der Nebennierenrinde.

Prognose

Die Wirksamkeit der Behandlung ist weitgehend abhängig von dem Stadium der Erkrankung. Daher ist die Früherkennung von größter Bedeutung.

Ätiologie

Die Inaktivierung von Tumorsuppressor-Genen scheint ein wahrscheinlicher Mechanismus der Entwicklung des Nebennierenrindenkarzinoms zu sein, andere mögliche Mechanismen, einschließlich der Aktivierung von verschiedenen Protoonkogenen (z. B. ras, PKC), der Hemmung der Apoptose, oder Änderungen verschiedener spezifischer Faktoren (z. B. Steroidogenic acute regulatory protein (Star)) sind möglich [3].

Mögliche Mechanismen für die Genese des Nebennierenrindenkarzinoms sind wie folgt:

  • Aktivierung verschiedener Protoonkogene: Ras, PKC, C myc, fos-C, G-Proteine​​, G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (z.B. für Vasoaktives intestinales Peptid [VIP], Glukoseabhängiges insulinotropes Peptid [GIP], luteinisierendes Hormon [LH] und Katecholamine)
  • Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen (Antionkogene): TP53, TP57, TP16, H19, Retinoblastom-Gen, APC-Gen, verschiedene DNA-Reparaturenzym-Gene
  • Hemmung der Apoptose: Telomerasemutation oder Mutation von BCL-2-Genen
  • Änderungen verschiedener spezifischer Faktoren: Mutationen Star, SF-1 (steroidogener Faktor) und Dax-1-Transkriptionsfaktor betreffend
  • Aberrante Rezeptorexpression von trophischen Faktoren und Liganden: Angiotensin II, Katecholamine und Endorphine
  • Ektopische Expression von Rezeptoren: Zytokine, Wachstumsfaktoren und Neurotransmitter

Epidemiologie

Insgesamt jedoch entstehen nur 0,02-0,2% aller Malignom-bedingten Todesfälle durch ein Nebennierenrindenkarzinom, so dass die Krankheit zu Recht als selten bezeichnet wird.

Es ist weltweit verbreitet und das Verhältnis Frauen:Männer ist 2,5:3,1. Männliche Patienten sind zum Zeitpunkt der Erkrankung in der Regel älter als Frauen, deren Prognose günstiger ist. Frauen sind häufiger gleichzeitig von einer Stoffwechselstörung betroffen.

Die beiden Altersgipfel des Nebennierenrindenkarzinoms sind die erste Dekade und die vierte und fünfte Lebensdekade. 75% der Kinder, die an dem Tumor erkranken, sind jünger als 5 Jahre. Endokrin inaktive Tumoren sind häufiger bei Erwachsenen, endokrin aktive Tumoren sind häufiger bei Kindern.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Einige Studien zeigen einen vermehrten Befall der linken Nebenniere, die Mehrheit der Studien berichtet jedoch von keiner Seitenpräferenz. Die genaue Ätiopathogenese des sporadischen Nebennierenrindenkarzinoms ist unklar, aber die Analyse der Varianten die mit einem Syndrom einhergehen, gewährt einen Einblick [4].

Die Rolle von Tumorsuppressorgen-Mutationen wird durch die Verbindung mit dem Li-Fraumeni-Syndrom, das durch Keimbahnmutationen des TP53-Gen (ein wichtiges Tumorsuppressorgen) auf Chromosom 17 gekennzeichnet ist, gezeigt. Dieses Syndrom ist durch Prädisposition zu verschiedenen Malignomen, einschließlich Mammakarzinom, Leukämie, Osteosarkom und Weichteilsarkomen, charakterisiert.

Einige Studien beschreiben eine Assoziation zwischen dem Nebennierenrindenkarzinom und familiärer adenomatöser Polyposis, die auch durch eine Mutation eines Tumorsuppressorgens (adenomatöses Polyposis coli-Gen, (APC)) gekennzeichnet ist [5]. Jedoch wurden solche Mutationen nicht in sporadischen Fällen gefunden.

Es wurde vermutet, dass Nebennierenhyperplasie zu Nebennierenrindenkarzinomen prädisponiert. Einige Fälle von angeborener Nebennierenhyperplasie mit funktionellen Nierenrindenadenomen wurden beschrieben, jedoch konnte keine Verbindung zu Nebennierenrindenkarzinomen festgestellt werden.

Prävention

Die Mehrheit der Nebennierentumore tritt nicht familiär gehäuft auf, aber einige sind mit genetischen Defekten verknüpft. Das bedeutet, dass keine Möglichkeit der Prävention besteht. Wichtig ist, sich auf die Früherkennung zu konzentrieren.

Zusammenfassung

Das Nebennierenrindenkarzinom kann alle 3 Schichten der Nebennierenrinde betreffen (Zona glomerulosa, Zona fasciculata, Zona reticularis). Abhängig von der Lokalisation entstehen häufig charakteristische Symptome, wdie durch exzessive Steigerung der Hormonproduktion bedingt sind.

Karzinome der Nebennierenrinde sind sehr selten und haben meist eine schlechte Prognose. Die Inzidenz des Nebennierenrinden-Karzinoms ist am höchsten im Alter von 3,5 Jahren. Mädchen sind etwas häufiger betroffen, als Knaben.

Die radikale Adrenalektomie ist die einzige kurative Therapieoption, wenn keine Fernmetastasierung vorhanden ist.

Patientenhinweise

Das Nebennierenrindenkarzinom ist ein sehr seltener, bösartiger Tumor der Nebennierenrinde. Es tritt am häufigsten im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf. Die Symptome können abhängig von der Form des Tumors sehr verschieden sein.

Quellen

Artikel

  1. Angeli A, Osella G, Terzolo M. Adrenal incidentaloma: an overview of clinical and epidemiological data from the National Italian Study Group. Horm Res. 1997;47(4-6):279-83.
  2. Villelli NW, Jayanti MK, Zynger DL. Use and Usefulness of Adrenal Core Biopsies Without FNA or On-site Evaluation of Adequacy: A Study of 204 Cases for a 12-Year Period. Am J Clin Pathol. Jan 2012;137(1):124-31.
  3. Lau SK, Weiss LM. The Weiss system for evaluating adrenocortical neoplasms: 25 years later. Hum Pathol. Jun 2009;40(6):757-68.
  4. Soon PS, Gill AJ, Benn DE, Clarkson A, Robinson BG, McDonald KL, et al. Microarray gene expression and immunohistochemistry analyses of adrenocortical tumors identify IGF2 and Ki-67 as useful in differentiating carcinomas from adenomas. Endocr Relat Cancer. Jun 2009;16(2):573-83.
  5. Miller BS, Gauger PG, Hammer GD, et al. Proposal for modification of the ENSAT staging system for adrenocortical carcinoma using tumor grade. Langenbecks Arch Surg 2010; 395:955.
  6. Allolio B, Hahner S, Weismann D, Fassnacht M. Management of adrenocortical carcinoma. Clin Endocrinol (Oxf) 2004; 60:273
  7. Reibetanz J, Jurowich C, Erdogan I, et al. Impact of lymphadenectomy on the oncologic outcome of patients with adrenocortical carcinoma. Ann Surg 2012; 255:363.
  8. Bertagna C, Orth DN. Clinical and laboratory findings and results of therapy in 58 patients with adrenocortical tumors admitted to a single medical center (1951 to 1978). Am J Med 1981; 71:855.
  9. Stojadinovic A, Ghossein RA, Hoos A, et al. Adrenocortical carcinoma: clinical, morphologic, and molecular characterization. J Clin Oncol 2002; 20:941.
  10. Hough AJ, Hollifield JW, Page DL, Hartmann WH. Prognostic factors in adrenal cortical tumors. A mathematical analysis of clinical and morphologic data. Am J Clin Pathol 1979; 72:390.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:35