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Laktoseintoleranz

Laktose-Intolerant

Bei der Laktoseintoleranz (Laktosemalabsorption, Laktasemangelsyndrom, Hypolaktasie, Alaktasie) handelt es sich um eine Unverträglichkeit gegen Laktose aufgrund eines erworbenen oder angeborenen Mangels an Laktase. Diese Enzymdefizienz hat zur Folge, dass Milchzucker nicht gespalten und nicht resorbiert wird, sondern als osmotisch aktive Substanz im Darm verbleibt. Häufige Symptome sind abdominelle, teils kolikartige Schmerzen, Flatulenz und wässrige Diarrhoe.


Symptome

Die Symptome der Laktoseintoleranz hängen zum einen von der residualen Enzymaktivität und zum anderen von der Menge der aufgenommenen Laktose ab. Je mehr osmotisch wirksame Laktose im Darmlumen verbleibt, entweder weil kaum Enzymaktivität besteht oder weil große Mengen Milchzucker konsumiert wurden, umso schwerwiegender sind die Symptome [1]. Betroffene meiden daher meist den Konsum von Milchprodukten [2] [3] [4].

Charakteristische Beschwerden umfassen Übelkeit, ein aufgeblähtes Abdomen und Bauchschmerzen, Flatulenz und Diarrhoe. Borborygmi können ebenfalls auftreten und sind entsprechend in der klinischen Untersuchung zu vernehmen. Eine vermehrte Empfindlichkeit bei Palpation des Abdomens ist nicht ungewöhnlich.

Laktoseintoleranz
  • Sekundäre Laktoseintoleranz: Beschwerden der Laktoseintoleranz in Abhängigkeit der Darmmukosaschädigung[eref.thieme.de]
  • Home Krankheit Laktoseintoleranz Gut leben mit Laktoseintoleranz Ein Leben ohne Milchzucker? Das geht! Eine ausgewogene und vielfältige Ernährung ist auch bei Laktoseintoleranz möglich.[netdoktor.at]
Bauchschmerz
  • Nachdem der Patient Milchprodukte zu sich genommen hat, treten Zeichen der Maldigestion auf, vor allem Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen Bauchschmerzen und Durchfälle.[eref.thieme.de]
Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • So funktioniert der Test Der H2-Atemtest ist derzeit das Standardverfahren zum Nachweis einer Laktoseintoleranz Nahrungsmittelunverträglichkeit Zwischen Allergien und Unverträglichkeiten bestehen klare Unterschiede. Lesen Sie hier, welche.[netdoktor.at]
  • Die wohl bekannteste nichtimmunologische Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz. Sie ist sehr stark verbreitet und laut Schätzungen dürften ca. 90% der Weltbevölkerung davon betroffen sein.[oege.at]
Borborygmi
  • Die Patienten klagen nach Zufuhr von Milchprodukten über wässrige Durchfälle, Leibschmerzen, Borborygmi (Bauchknurren) und Flatulenz. Häufig besteht nur ein relativer Laktasemangel, der sich erst nach Zufuhr größerer Laktosemengen manifestiert.[eref.thieme.de]
  • Borborygmi können ebenfalls auftreten und sind entsprechend in der klinischen Untersuchung zu vernehmen. Eine vermehrte Empfindlichkeit bei Palpation des Abdomens ist nicht ungewöhnlich.[symptoma.de]
Chronische Diarrhoe
  • Erworben sekundär: Transient nach Enteritis (Postenteritissyndrom und chronische Diarrhö), bei Lambliasis, Kuhmilchallergie, Zöliakie, z.T. Morbus Crohn und nach Operationen.[eref.thieme.de]

Diagnostik

Bei entsprechenden anamnestischen Angaben kommt schnell ein Verdacht auf eine Laktoseintoleranz auf, der sich durch diätetische Maßnahmen und deren Wirkung auf den Zustand des Patienten bestätigen lässt. Im Wesentlichen umfassen derartige Maßnahmen eine Reduktion des Laktosekonsums, was bei bestehender Laktoseintoleranz eine Verbesserung hervorrufen sollte, und eine Provokation, während der durch den Verzehr von laktosehaltigen Produkten erneut gastrointestinale Beschwerden induziert werden [4].

Labordiagnostische Analysen spielen in der Diagnose dieses Enzymdefizits kaum eine Rolle.

  • Wenn sie jedoch für notwendig erachtet werden, kann zum Beispiel auf den Laktosetoleranztest zurückgegriffen werden. Dieser Test umfasst eine Messung des Glukosespiegels beim nüchternen Patienten, die Ingestion von 50 g Laktose, und nachfolgende Messungen der Glukosekonzentration im Serum. Es wird beurteilt, wie sich diese innerhalb von zwei Stunden nach der Aufnahme des Milchzuckers entwickeln. Als positives Ergebnis gilt ein Anstieg von weniger als 20 mg/dl. Falsch negative Resultate sind zu befürchten, wenn gleichzeitig ein Diabetes mellitus oder eine verzögerte Magenentleerung vorliegt.
  • Ähnlich wie der Laktosetoleranztest funktioniert der Milchtoleranztest. Hier muss der Patient einen halben Liter Milch trinken und es wird ausgewertet, ob sein Glukosespiegel binnen zwei Stunden um mehr als 9 mg/dl ansteigt. Ist dies der Fall, kann ein Laktasemangel praktisch ausgeschlossen werden.
  • Als spezifischer zur Diagnose einer Laktoseintoleranz gilt der Wasserstoff-Atemtest [5]. Nach dem Konsum einer definierten Menge Laktose wird gemessen, wie stark die Wasserstoffkonzentration in der Atemluft ansteigt. Je höher der Anstieg, desto mehr nicht gespaltene und nicht absorbierte Laktose hat den Dickdarm erreicht. Als hinweisend auf eine Laktoseintoleranz gilt ein Anstieg auf mehr als 20 ppm. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse ist vor allem dann eingeschränkt, wenn eine bakterielle Überbesiedlung des Dünndarms besteht.
  • Nur in seltenen Fällen wird eine Biopsie des Dünndarms erforderlich. Im Probenmaterial kann die Laktaseaktivität direkt gemessen werden, vor allem aber dient die histologische Untersuchung der Gewebeproben dem Ausschluss von Differenzialdiagnosen [6].

Epidemiologie

  • Epidemiologie: Häufigster Verdauungsenzymmangel. Prävalenz je nach Population und Alter: Die meisten Kaukasier tolerieren Laktose; zwischen 50–90 % der „Nicht-Kaukasier“ haben eine Laktoseintoleranz.[eref.thieme.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Deng Y, Misselwitz B, Dai N, Fox M. Lactose Intolerance in Adults: Biological Mechanism and Dietary Management. Nutrients. 2015; 7(9):8020-8035.
  2. Bayless TM, Brown E, Paige DM. Lactase Non-persistence and Lactose Intolerance. Curr Gastroenterol Rep. 2017; 19(5):23.
  3. Casellas F, Aparici A, Perez MJ, Rodriguez P. Perception of lactose intolerance impairs health-related quality of life. Eur J Clin Nutr. 2016; 70(9):1068-1072.
  4. Corgneau M, Scher J, Ritie-Pertusa L, et al. Recent advances on lactose intolerance: Tolerance thresholds and currently available answers. Crit Rev Food Sci Nutr. 2017; 57(15):3344-3356.
  5. Di Rienzo T, D'Angelo G, D'Aversa F, et al. Lactose intolerance: from diagnosis to correct management. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2013; 17 Suppl 2:18-25.
  6. Mattar R, de Campos Mazo DF, Carrilho FJ. Lactose intolerance: diagnosis, genetic, and clinical factors. Clin Exp Gastroenterol. 2012; 5:113-121.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:58