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Leprechaunismus

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei Leprechaunismus (Donohuesyndrom)

Der Terminus Leprechaunismus beschreibt einen Phänotyp aus Kleinwuchs und abnormen Gesichtszügen. Es handelt sich hierbei um eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, bei der aufgrund von Mutationen des INSR-Gens die insulin-abhängige Glukoseaufnahme in die Zellen gestört ist. In Einzelfällen konnte ein therapeutischer Effekt des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1) gezeigt werden, aber die Lebenserwartung bleibt trotz Behandlung gering und beträgt in schweren Fällen nur wenige Monate. Die Krankheit ist auch unter dem Namen Donohue-Syndrom bekannt und tritt bei weniger als einem Kind pro Million Lebendgeburten auf.


Symptome

Der Begriff Leprechaunismus leitet sich vom englischen "leprechaun" ab, das "Kobold" bedeutet: Schon bei der Geburt eines Kindes, das an dieser Erkrankung leidet, fallen Gesichtszüge auf, die an einen Kobold erinnern. Die Patienten haben eine sehr hohe Stirn, hypertelorische Augen, eine breite, flache Nase und einen weiten Mund mit wulstigen Lippen, aber vor allem grotesk anmutende, tief angesetzte, große, abstehende Ohren. Ihr Geburtsgewicht und ihre Größe sind reduziert, da die Insulinresistenz bereits im Mutterleib zu Wachstumsstörungen führt.

Die Betrachtung des Neonaten offenbart darüber hinaus eine Gynäkomastie und - bei Mädchen - eine Hypertrophie der Klitoris. Zudem zeigen die Betroffenen regelmäßig eine verstärkte Körperbehaarung. Der Hirsutismus wird besonders im Bereich des Nackens und der Ohrmuscheln deutlich. Große Hautbereiche sind im Sinne einer Acanthosis nigricans hyperpigmentiert. Diese Symptome weisen auf komplexe endokrine Störungen hin und lassen sich zumindestens teilweise durch eine insulin-induzierte Hyperandrogenämie erklären. Erhöhte Androgenspiegel sind auch die Ursache polyzystischer Ovarien, wie sie bei Patientinnen mit Leprechaunismus gehäuft auftreten. Anomalien der Eierstöcke können bereits beim Neonaten oder Kleinkind sonographisch dargestellt werden [1].

Ein weiteres Leitsymptom des Donohue-Syndroms ist die Atrophie des subkutanen Fettgewebes, die eine bestehende Cutis laxa noch verstärkt. Der Verlust des Unterhautfettes kann schubweise vonstattengehen, wobei ein solcher Schub durch Zufüttern nicht aufgehalten werden kann.

Die meisten Patienten erleiden rekurrente Infektionen der Atemwege, die innerhalb der ersten beiden Lebensjahre zur Sepsis und schließlich zum Tod führen [2].

Sturz
  • V80-V89 Sonstige Landtransportmittelunfälle V90-V94 Wasserfahrzeugunfälle V95-V97 Luftverkehrs- und Raumfahrtunfälle V98-V99 Sonstige und nicht näher bezeichnete Transportmittelunfälle W00-X59 Sonstige äußere Ursachen von Unfallverletzungen W00-W19 Stürze[dimdi.de]
Hirsutismus
  • Der Hirsutismus wird besonders im Bereich des Nackens und der Ohrmuscheln deutlich. Große Hautbereiche sind im Sinne einer Acanthosis nigricans hyperpigmentiert.[symptoma.de]
Hypertrophie der Klitoris
  • Die Betrachtung des Neonaten offenbart darüber hinaus eine Gynäkomastie und - bei Mädchen - eine Hypertrophie der Klitoris. Zudem zeigen die Betroffenen regelmäßig eine verstärkte Körperbehaarung.[symptoma.de]

Diagnostik

Der familiären Anamnese kommt bei der Diagnose des Donohue-Syndroms eine wesentliche Bedeutung zu [3], wenngleich eine entsprechende Vorbelastung nicht als Ausschlusskriterium zu betrachten ist. Wichtiger sind klinische Kriterien - besonders Minderwuchs und charakteristische Gesichtszüge -, biochemische Befunde und der Nachweis des kausalen Gendefekts. Blutuntersuchungen ergeben regelmäßig:

Die Sequenzanomalien, die zum Leprechaunismus führen, betreffen das INSR-Gen, das für den Insulinrezeptor codiert. Sowohl Homozygotie als auch komplexe Heterozygotie für INSR-Mutationen kann zum Donohue-Syndrom führen. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurden mehr als 100 kausale Mutationen beschrieben, sodass zur Diagnosestellung eine vollständige Sequenzierung des Gens empfohlen wird. Der Genotyp korreliert mit dem Phänotyp [3] [4] und ist deshalb nicht nur von diagnostischer sondern auch von prognostischer Relevanz.

Patienten mit Donohue-Syndrom sind zur hypertrophen Kardiomyopathie prädisponiert, weshalb neben regelmäßigen Blutuntersuchungen in Verlaufskontrollen auch eine Echokardiographie zu realisieren ist. Leber und Nieren sollten ebenso sonographisch untersucht werden wie bei weiblichen Patienten die Ovarien [5]. In vielen Fällen ist eine Viszeromegalie mit teilweise lebensbedrohlichen Funktionsstörungen der inneren Organe festzustellen [6], wobei die pathophysiologischen Ereignisse, die hierzu führen, noch nicht verstanden sind.

Prognose

  • Die Prognose ist zweifelhaft, das Wachstum ist schwer beeinträchtigt, und die Kinder leben selten länger als einige wenige Monate. Detaillierte Informationen Die Dokumente dieser Website dienen nur der allgemeinen Information.[orpha.net]

Quellen

Artikel

  1. Drohobyczer D, Bellah R. Polycystic ovaries in leprechaunism. Pediatr Radiol. 2010; 40(3):371.
  2. de Bock M, Hayes I, Semple R. "Donohue syndrome". J Clin Endocrinol Metab. 2012; 97(5):1416-1417.
  3. Falik Zaccai TC, Kalfon L, Klar A, et al. Two novel mutations identified in familial cases with Donohue syndrome. Mol Genet Genomic Med. 2014; 2(1):64-72.
  4. Siala-Sahnoun O, Dhieb D, Ben Thabet A, Hmida N, Belguith N, Fakhfakh F. First molecular diagnosis of Donohue syndrome in Africa: novel unusual insertion/deletion mutation in the INSR gene. Mol Biol Rep. 2016; 43(3):165-173.
  5. Unal S, Aycan Z, Halsall DJ, Kibar AE, Eker S, Ozaydin E. Donohue syndrome in a neonate with homozygous deletion of exon 3 of the insulin receptor gene. J Pediatr Endocrinol Metab. 2009; 22(7):669-674.
  6. Odeh R, Alassaf A, Al-Qudah AA. Donohue syndrome: a new case with a new complication. J Pediatr Endocrinol Metab. 2015; 28(7-8):951-954.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:46