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Malaria tertiana durch Plasmodium vivax

Malaria tertiana durch Plasmodium vivax ist eine im Nahen Osten, auf dem indischen Subkontinent, in Südostasien, Mittel- und Südamerika sowie zahlreichen pazifischen Inseln endemische Erkrankung, die zum Spektrum der durch Protozooen verursachten Malaria gehört, jedoch verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit erfährt. Diese Form der Malaria charakterisiert sich durch einen verzögerten, relativ milden Verlauf. Fieber, Schüttelfrost, Hepatosplenomegalie und Anämie sind die wichtigsten Symptome. Eine gründliche klinische Untersuchung ist entscheidend, um zum Verdacht auf Malaria tertiana durch Plasmodium vivax zu gelangen, der sich in verschiedenen Tests bestätigen lässt.


Symptome

Malaria tertiana durch Plasmodium vivax (MTV) stellt zwar nicht die schwerste Verlaufsform der Malaria dar, wird aber dennoch als globales Gesundheitsproblem betrachtet, da jährlich bis zu 390 Millionen Fälle gemeldet werden [1]. Die Betroffenen stammen dabei von verschiedenen Kontinenten - hauptsächlich aus dem südostasiatischen Raum, aus Mittel- und Südamerika, seltener aus afrikanischen Ländern wie Madagaskar und dem Sudan [1] [2] [3] - und wurden von Mücken der Gattung Anopheles mit Plasmodium vivax infiziert. Die Inkubationszeit kann ungewöhnlich lang sein, da Plasmodium vivax in der Lage ist, über ausgedehnte Zeiträume in der Leber zu verweilen, ohne klinische Symptome hervorzurufen. In solchen Fällen kann die Exposition gegenüber den genannten Vektoren Wochen oder Monate, selten auch Jahre zurückliegen, was in der Anamnese und bei der Erstellung einer Liste möglicher Differenzialdiagnosen zu berücksichtigen ist [4].

Ähnlich den übrigen Vertretern der Gattung Plasmodium bewirkt auch Plasmodium vivax eine Zerstörung der Erythrozyten, in denen sich die Merozoiten des Parasiten teilen. Daraus ergeben sich zum einen eine Anämie, zum anderen konstitutive Symptome wie hohes Fieber, Schüttelfrost und Myalgie. Die Körpertemperatur des Patienten steigt und sinkt in etwa 48-stündigen Zyklen, die typisch für die Malaria tertiana durch Plasmodium ovale oder Plasmodium vivax sind, bei anderen Formen der Malaria jedoch nur selten registriert werden [5].

Neben den genannten klassischen Symptomen klagen die Patienten auch über generelles Unwohlsein sowie Bauchschmerzen, die mit gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe einhergehen, und zuweilen über Husten. In der klinischen Untersuchung sind regelmäßig eine Hepatosplenomegalie und ein Ikterus festzustellen [4] [6] [7].

Es sei darauf hingewiesen, dass die MTV im Allgemeinen als eine relativ mild verlaufende Form der Malaria eingestuft wird, dass sich aber in jüngster Zeit die Berichte über langwierige Krankheitsverläufe mit chronischem Fieber, anhaltendem Erbrechen und respiratorischer Insuffizienz gehäuft haben [8].

Husten
  • Neben den genannten klassischen Symptomen klagen die Patienten auch über generelles Unwohlsein sowie Bauchschmerzen, die mit gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe einhergehen, und zuweilen über Husten.[symptoma.com]
  • Verlauf Die gefährlichste Form der Malaria (Malaria tropica), die durch Plasmodium falciparum ausgelöst wird, ist charakterisiert durch Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche, Erbrechen, Husten, Durchfall und abdominale Schmerzen.[tropeninstitut.de]
  • So treten beispielweise bei Malaria tropica nicht selten auch Darmbeschwerden wie Durchfälle und Erbrechen oder Atemwegsbeschwerden wie trockener Husten auf, die zu verhängnisvollen Fehldiagnosen wie fieberhafte Durchfallerkrankung oder Bronchitis führen[internisten-im-netz.de]
  • Riamet) an Tag 2 und 3 Atovaquon/Proguanil (Malarone) Akut: Übelkeit, Erbrechen, Kopf- Bauchsmerzen, Inappetenz, Diarrhoe, Husten 1-2 Tage vor bis 7 Tage nach Aufenthalt im Malariagebiet Erwachsene: 1000 mg/400 mg/Tag (4 Tbl.[enzyklopaedie-dermatologie.de]
Fieber
  • Fieber, Schüttelfrost, Hepatosplenomegalie und Anämie sind die wichtigsten Symptome.[symptoma.com]
  • Tag mit Fieber, 2. Tag ohne Fieber und 3. Tag wieder Fieber Die Fieberattacken selbst verlaufen bei der Malaria tertiana oft nach folgendem Schema: Frostphase : Diese Phase dauert rund 1 Stunde.[flexikon.doccheck.com]
  • Jeden zweiten Tag ist mit einem Auftreten von hohem Fieber zu rechnen. Die Unterbezeichnung Tertiana lässt schon darauf schließen, dass ein Fieberschub über mehrere Stunden verteilt aus drei Phasen besteht.[malariaprophylaxe.info]
  • Sie kann aber auch mehrere Monate dauern, falls der Verlauf der Infektion durch die Einnahme eines vorbeugenden Antibiotikums verlangsamt wird Fieber Das Fieber bei der Erkrankung mit der Malaria tertiana tritt normalerweise nach einer von Depressivität[malaria.info]
Schüttelfrost
  • Fieber, Schüttelfrost, Hepatosplenomegalie und Anämie sind die wichtigsten Symptome.[symptoma.com]
  • Im ersten Stadium, dem Froststadium leidet der Erkrankte unter Schüttelfrost und dem subjektivem Gefühl starker Kälte. Diese Phase dauert in der Regel eine Stunde, in der die Temperatur stark steigt.[malaria.info]
  • Es beginnt mit Schüttelfrost und einem deutlichen Ansteigen der Körpertemperatur. Dem Froststadium folgt die Hitzephase, in welcher das Fieber bis auf 40 Grad und darüber steigen kann. Begleitet wird die Hitzephase von Übelkeit und Erbrechen.[malariaprophylaxe.info]
  • Der Patient leidet unter mitunter extrem starkem Schüttelfrost. Er empfindet seine Umgebung als sehr kalt und frostig, während die Körpertemperatur in diesem Stadium steil ansteigt.[flexikon.doccheck.com]
Ikterus
  • In der klinischen Untersuchung sind regelmäßig eine Hepatosplenomegalie und ein Ikterus festzustellen.[symptoma.com]
  • Klinisch kann sich eine Malaria aber ganz unterschiedlich präsentieren ( Bewusstseinsstörung, Übelkeit, Erbrechen, Ikterus, Anämie etc.) und wird deswegen häufig fehldiagnostiziert.[amboss.miamed.de]
  • Andere, häufig betroffene Organe sind: die Leber mit Auftreten eines Ikterus und Bilirubinanstiegs, die Niere, wobei es zu Hämoglobinurie und akutem Nierenversagen kommen kann, die Lunge mit Ausbildung eines Lungenödems, respiratorischer Insuffizienz[doctopia.de]
Erbrechen
  • Neben den genannten klassischen Symptomen klagen die Patienten auch über generelles Unwohlsein sowie Bauchschmerzen, die mit gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe einhergehen, und zuweilen über Husten.[symptoma.com]
  • Zudem treten Übelkeit, Erbrechen und Mattigkeit auf. In dieser Phase steigt die Temperatur teilweise über 40 C. Nach einem Zeitraum von vier Stunden tritt die nächste Phase ein.[malaria.info]
  • Begleitet wird die Hitzephase von Übelkeit und Erbrechen. Seinen Abschluss erfährt ein akuter Fieberschub in der Schweißphase. Durch starkes Schwitzen ist der Körper in der Lage, das Fieber zum Sinken zu bringen.[malariaprophylaxe.info]
  • Es geht mit Übelkeit und Erbrechen einher, starkem Hautbrennen und Mattigkeit. Im Schweißstadium beginnt der Körper stark zu schwitzen. Die Körpertemperatur sinkt auf 37 Grad Celsius und die Beschwerden lassen nach.[t-online.de]
Bauchschmerz
  • Neben den genannten klassischen Symptomen klagen die Patienten auch über generelles Unwohlsein sowie Bauchschmerzen, die mit gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe einhergehen, und zuweilen über Husten.[symptoma.com]
  • Zuweilen haben die Betroffenen auch andere Symptome wie einen trockenen Husten, Bauchschmerzen und manchmal auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.[9monate.de]
  • Resochin) Langfristig: Schäden der Netzhaut (bei Dauereinnahme über 5 Jahre, Höchstdosis laut WHO: 100 g Chloroquin-Base) Kinder: 5 mg/kg KG/Woche Kinder: 5 mg/kg KG Artemether/Lumefantrin (Riamet) Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen[enzyklopaedie-dermatologie.de]
  • Mögliche Nebenwirkungen sind je nach Präparat zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Husten.[netdoktor.de]

Diagnostik

Die Diagnose der MTV sollte so früh wie möglich gestellt werden, um schwere Verläufe, wie sie in 10-20% der Fälle beobachtet werden, zu vermeiden und die Mortalität, die in manchen Gebieten bis zu 13% beträgt, zu begrenzen [3]. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es essenziell, dass eine gründliche Anamnese durchgeführt wird, in der auch nach länger zurückliegenden Aufenthalten in Endemiegebieten gefragt wird, und dass der behandelnde Arzt malariatypische Symptome wie das undulierende Tertianafieber als solche erkennt. Im Anschluss an Anamnese und klinische Untersuchung, deren wichtigste Befunde meist eine Hepatosplenomegalie und ein Ikterus sind, sind Blutuntersuchungen zu veranlassen, in denen sowohl die Folgen der protozoären Infektion als auch die Parasiten selbst nachgewiesen werden können.

  • Bei der Auswertung des Blutbildes zeigt sich in aller Regel eine Anämie, manchmal auch eine Thrombozytopenie [4] [5].
  • Zur besseren Einschätzung des Allgemeinzustandes des Patienten wird auch eine blutchemische Diagnostik empfohlen.
  • In der Literatur finden sich Beschreibungen unterschiedlicher Verfahren zum Nachweis der Protozooen, darunter der Ausstrich peripheren Blutes, dessen mikroskopische Betrachtung, Schnelltests und molekularbiologische Verfahren wie die Polymerase-Kettenreaktion [4] [9]. Letztere gelten zwar als besonders sensitiv, sind aber vor allem in den Entwicklungsländern, in denen die MTV endemisch ist, kaum verfügbar [9]. Schnelltests dagegen sind bei ausreichender Sensitivität günstiger und in weiteren Gebieten verfügbar [9].

Therapie

  • […] und Wortgruppen Aciclovir aeruginosa Aktivität akuten Aminoglykoside Amphotericin Ampicillin Anaerobier Antibiotika Antibiotika-Therapie Antiinfektiva Antiinfektiva Antiinfektiva Anwendung Applikation Azithromycin Azole Bacteroides bakterielle Bakterien[books.google.de]
  • Knochens 751 52 Untersuchungsmethoden 753 53 Metabolische Knochenerkrankungen 754 54 Nebenschilddrüsenerkrankungen 756 55 Morbus Paget Osteodystrophia deformans 758 56 Hyperostosen 760 57 Knochenneoplasien 761 62 Klassifikation 762 63 Diagnostik 765 64 Therapie[books.google.de]
  • Dadurch sollen Hypnozoiten abgetötet und Rezidive verhindert werden. 8 Quellen S1-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Malaria Version Juli 2016; Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG)[flexikon.doccheck.com]
  • Bei einem normalen Verlauf ohne Komplikationen reicht in den meisten Fällen eine ambulante Therapie mit Medikamenten aus. Malaria Tertiana wird durch zwei verschiedene Erreger hervorgerufen.[malariaprophylaxe.info]
  • Stand-by-Therapie in der Kritik Ausschließlich in den Leitlinien der deutschsprachigen Fachgesellschaften gibt es die »notfallmäßige Selbstbehandlung« (Stand-by-Therapie).[pharmazeutische-zeitung.de]

Prognose

  • Klinik und Prognose hängen maßgeblich von der Plasmodiumart ab: Plasmodium malariae ist der Erreger der zumeist benignen Malaria quartana (4-Tage- Fieber ), bei der es alle 72 Stunden zu Fieberschüben kommt.[amboss.miamed.de]
  • Die Prognose der Malaria tertiana und quartana ist gut, dies gilt auch für eine frühzeitig behandelte Malaria tropica. Die Sterblichkeit an Malaria beträgt in Deutschland lediglich 2%.[gesundheit.de]
  • Je schneller eine adäquate Therapie eingeleitet wird, umso besser ist die Prognose.[antibiotikamonitor.at]
  • Liegt bei Malaria tropica die Befallsrate der Erythrozyten durch Plasmodien ³ 10 % und/oder erfolgen Diagnosestellung und Einleitung einer spezifischen Therapie erst nach mehrtägigem Krankheitsverlauf, kann ein sofortiger partieller Blutaustausch die Prognose[infektionsnetz.at]

Epidemiologie

  • Synonym: Material: Norm: negativ Erreger: Protozoen der Gattung Plasmodium Erreger Verlaufsform Plasmodium falciparum M. tropica Plasmodium malariae M. quartana M. tertiana Pathogenese: Epidemiologie: Übertragungswege: Hauptwirt und Überträger der Malaria[laborlexikon.de]
  • Epidemiologie Malaria ist nach der Tuberkulose die zweithäufigste Infektionserkrankung der Welt.[doctopia.de]
  • Malaria Epidemiologie: Malaria ist weltweit eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. In den tropischen und subtropischen (feuchtwarmen) Klimazonen sterben an dieser gefährlichen Erkrankung immer noch 2-3 Millionen Menschen pro Jahr!![doc-froehlich.de]
  • Beratung zur Epidemiologie Robert Koch-Institut Abteilung für Infektionsepidemiologie Fachgebiet 35 - Gastroenterologische Infektionen, Zoonosen und tropische Infektionen Seestraße 10, 13353 Berlin Ansprechpartner: Prof. Dr.[rki.de]
  • Vorkommen/Epidemiologie Inzidenz (weltweit): 300-500 Millionen Erkrankungen/Jahr. Mortalität (weltweit): 1-5 Millionen Todesfälle/Jahr.[enzyklopaedie-dermatologie.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Pathophysiologie / Entwicklungszyklus Die Infektion erfolgt durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke. Der asexuelle Entwicklungzyklus der Plasmodien findet im Menschen statt.[doctopia.de]

Quellen

Artikel

  1. Price RN, Tjitra E, Guerra CA, Yeung S, White NJ, Anstey NM. Vivax malaria: neglected and not benign. Am J Trop Med Hyg. 2007; 77(6 Suppl):79-87.
  2. Mendis K, Sina BJ, Marchesini P, Carter R. The neglected burden of Plasmodium vivax malaria. Am J Trop Med Hyg. 2001; 64(1-2 Suppl):97-106.
  3. Gething PW, Elyazar IR, Moyes CL, et al. A long neglected world malaria map: Plasmodium vivax endemicity in 2010. PLoS Negl Trop Dis. 2012; 6(9):e1814.
  4. Trampuz A, Jereb M, Muzlovic I, Prabhu RM. Clinical review: Severe malaria. Crit Care. 2003; 7(4):315-323.
  5. Song HH, O SO, Kim SH, et al. Clinical features of Plasmodium vivax malaria. Korean J Intern Med. 2003; 18(4):220-224.
  6. Arévalo-Herrera M, Lopez-Perez M, Medina L, Moreno A, Gutierrez JB, Herrera S. Clinical profile of Plasmodium falciparum and Plasmodium vivax infections in low and unstable malaria transmission settings of Colombia. Malar J. 2015; 14:154.
  7. Douglas NM, Anstey NM, Buffet PA, et al. The anaemia of Plasmodium vivax malaria. Malar J. 2012; 11:135.
  8. Demissie Y, Ketema T. Complicated malaria symptoms associated with Plasmodium vivax among patients visiting health facilities in Mendi town, Northwest Ethiopia. BMC Infect Dis. 2016; 16(1):436.
  9. Baird JK, Valecha N, Duparc S, White NJ, Price RN. Diagnosis and Treatment of Plasmodium vivax Malaria. Am J Trop Med Hyg. 2016; 95(6 Suppl):35-51.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:33