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Marasmus

Ernährungsbedingter (alimentärer) Marasmus

Marasmus ist eine schwere Form der Protein-Energie-Mangelernährung und betrifft weltweit mehr als 50 Millionen Kindern, die jünger als 5 Jahre sind.


Symptome

Die folgenden Symptome sind häufig bei Marasmus:

  • Marasmus kann Hypothermie aufgrund einer inkompetenten Immunantwort oder Fieber durch sekundäre bakterielle Infektionen verurschaen.
  • Die Patienten können durch Dehydratation schwach und durstig erscheinen.
  • Blässe der Haut und Schleimhäute entsteht durch fortschreitende Anämie.
  • Hautläsionen wie generalisierte und diffuses Purpura kann auf Sepsis hindeuten.
  • Das Gesicht ist eingefallen und wirkt durch Bulbuseinfall vorgealtert.
  • Hornhautläsionen können durch Vitamin-A-Mangel [6] entstehen.
  • Otitis und Rhinitis treten durch begleitende Infektionen auf.
  • Tachypnoe kann aufgrund von Pneumonie oder Herzinsuffizienz auftreten.
  • Ein aufgeblähter Bauch durch Aszites und Hepatosplenomegalie ist typisch. Die Darmgeräusche sind aufgrund von Elektrolytstörungen vermindert.
  • Rektale Blutungen und gastrointestinale Blutungen können auftreten.
  • Eine verminderte Urinmenge kann bei Nierenversagen beobachtet werden.
  • Die Pulse sind schwach und die Extremitäten kühl.
  • Lethargie ist aufgrund des Mangels an Energie und Kalorien häufig und die Patienten können eine metabolische Azidose entwickeln.
Gewichtsverlust
  • Chronische Fälle sind durch systemischen Anpassungen wie Abnahme der körperlichen Aktivität, verringerter basaler Energiestoffwechsel, Lethargie, Wachstumsstörungen und progressiven Gewichtsverlust gekennzeichnet.[symptoma.com]
  • Fόr Situationen ohne genaue Kenntnis der Basisparameter einer Einschδtzung des Ernδhrungszustands — BMI, Gewichtsverlust und/oder Ernδhrungsprotokoll — verbleiben auf der Grundlage klinischer Einschδtzung nur die ICD E41 ("Alimentδrer Marasmus") und die[geriatrie-drg.de]
  • Es handelt sich um einen Tumorpatienten (neu diagnostiziert), bei dem innerhalb der vergangenen 4 Monate 6 Kg Gewichtsverlust dokumentiert wurden.[mydrg.de]
Hepatosplenomegalie
  • Ein aufgeblähter Bauch durch Aszites und Hepatosplenomegalie ist typisch. Die Darmgeräusche sind aufgrund von Elektrolytstörungen vermindert. Rektale Blutungen und gastrointestinale Blutungen können auftreten.[symptoma.com]

Diagnostik

Die Diagnose des Marasmus benötigt meist nur eine umfassende klinische Beurteilung des Patienten. Die pathologischen Veränderungen bei Protein-Energie-Mangelernährung können Labortests unzuverlässig machen. Labormedizinische Untersuchungen können jedoch sehr nützlich bei der Bestätigung der zusätzlich auftretenden oder zugrundeliegenden klinischen Erkrankung sein. Folgende Untersuchungen sind bie Marasmus hilfreich:

  • Eine Blutzuckermessung zeigt einen hypoglykämischen Zustand bei Patienten.
  • Ein peripherer Blutausstrich kann Parasiten im Blut nachweisen.
  • Ein Blutbild bestätigt das Auftreten von schwerer Anämie bei Marasmus.
  • Die Urinanalyse und Kultur zeigt Leukozyten bei Harnwegsinfektion.
  • Eine Stuhluntersuchung kann Darmparasiten und Blut im Stuhl nachweisen.
  • Bestimmung der Elektrolyte zeigt Hyponatriämie in den späten Stadien des Marasmus.

Therapie

Die medizinische Versorgung wird in die initiale intensive Phase, Konsolidierungsphase (Rehabilitation) und die Vorbereitung für das ambulante Follow-up unterteilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Antibiotika als Prophylaxe in allen Fällen von Marasmus [7]. Dies wird weiter durch Kohortenstudien, die eine Antibiotika-Prophylaxe bei unkomplizierten Fällen von Unterernährung als positiv bewerten, unterstützt [8]. Die WHO stellt diese Richtlinien bei der Behandlung von Marasmus bei Kindern zur Verfügung:

  • Überwachung und Steuerung von Hypoglykämie 
  • Behandlung und Prävention von progressiver Hypothermie
  • Prompte Korrektur von Dehydratation
  • Frühe Erkennung und Korrektur von Elektrolytstörungen
  • Aktive Kontrolle von Infektionen
  • Screening und Stabilisierung von Mikronährstoffmangel
  • Fütterung langsam steigern
  • Ernährungsunterstützung, um normales Wachstum zu unterstützen
  • Psychologische Unterstützung, Pflege und Stimulation [9]
  • Sorgfältiges Follow-up nach Entlassung [10]

Prognose

Die Prognose des Patienten ist weitgehend abhängig von der Ursache der Mangelernährung. Akute und weniger schwere Mangelernährung kann üblicherweise problemlos stationär behandelt werden. Mangelernährung, die durch eine primäre Krankheit verursacht wird, benötigt Therapie der primären Pathologie, bevor die Unterernährung adäqutat behandelt werden kann. Begleiterkrankungen wie bakterielle Infektionen und Nierenversagen können fatal sein.

Eine Protein-Energie-Mangelernährung kann folgende Komplikationen verursachen:

Ätiologie

Marasmus ist eine schwere Form der Mangelernährung, die weltweit mehr als 50 Millionen Kinder unter 5 Jahren betrifft. Kinder, die an diese Form von Mangelernährung leiden, haben eine sehr hohe Mortalitätsrate, besonders wenn sie auch von anderen Krankheiten betroffen sind [1]. Marasmus hat eine höhere Prävalenz in einkommensschwachen Ländern und Entwicklungsländern [2]. Jedoch haben Studien gezeigt, dass auch Kinder in den entwickelten Ländern eine solche Proteins Energie-Mangelernährung aufweisen können, insbesondere bei stationären Patienten mit Krebserkrankungen, zystischer Fibrose, neurologischen Erkrankungen, genetischen Erkrankungen und Nierenerkrankungen im Endstadium kann diese Erkrankung beobachtet werden. Marasmus wirkt sich unmittelbar auf Sterblichkeit und Morbidität bei Patienten aus [3]. Er kann auch das Wachstum und die neurologische Entwicklung beeinflussen.

Epidemiologie

In den Vereinigten Staaten und in anderen entwickelten Ländern kommt Marasmus selten vor. Jedoch kann akuter Protein- und Energiemangel bei hospitalisierten Patienten in manchen Fällen auftreten [4]. Auf internationaler Ebene gesehen befinden sich 80% der unterernährten Kinder in Asien, 15% in Afrika und 5% in Lateinamerika [5]. Schätzungsweise 5 Millionen Personen pro Jahr sterben an Unterernährung.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie des Marasmus basiert hauptsächlich auf dem metabolischen Ungleichgewicht im Körper durch verringerte Energieaufnahme, fortschreitenden Verlust der Kalorienzufuhr und erhöhten Energieverbrauch. Chronische Fälle sind durch systemischen Anpassungen wie Abnahme der körperlichen Aktivität, verringerter basaler Energiestoffwechsel, Lethargie, Wachstumsstörungen und progressiven Gewichtsverlust gekennzeichnet. Die langfristigen Auswirkungen des Marasmus zeigen sich durch Veränderung der Körperzusammensetzung, Stoffwechselveränderungen und anatomische Veränderungen.

Prävention

Alle Formen der Unterernährung können mit der richtigen und ausgewogenen Ernährung verhindert werden. Antibiotika-Prophylaxe in frühen, unkomplizierten Fällen von Marasmus ist indiziert.

Zusammenfassung

Marasmus ist eine Erkrankung, die durch Abbau von Fettreserven, Muskeln und anderen Geweben gekennzeichnet ist. Marasmus ist eine schwere Form der Protein-Energie-Mangelernährung, wenn der Körper nicht genügend Protein und Energie (Kalorien) durch Aufnahme von Nahrung erhält. Das Spektrum der Krankheit reicht von Vitaminmangel bis hin zum Tod durch Verhungern. Marasmus gilt als einer der schwersten Formen von Protein-Energie-Mangelernährung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass 49% aller Kinder, die unter 5 Jahren versterben, von Protein-Energie-Mangelernährung wie Marasmus betroffen sind.

Patientenhinweise

Definition

Marasmus ist eine Form von Unterernährung, die durch Abbau von Muskeln, Fett und Körpergewebe gekennzeichnet ist.

Ursache

Protein-Energie-Mangelernährung bei Hunger, langfristige Krankenhausaufenthalte, bösartige Erkrankungen und chronischen Krankheiten können zu diesem Zustand führen.

Symptome

Hypothermie, Verwirrung, Lethargie, Blässe, Dehydratation und ein aufgeblähter Bauch sind typisch.

Diagnose

Eine umfassende Patientengeschichte, klinische Untersuchung, und Labortests sind notwendig, um Marasmus zu diagnostizieren.

Behandlung

Prompte, vorsichtige Darreichung von Nahrung und Korrektur von Stoffwechselentgleisungen ist wichtig.

Quellen

Artikel

  1. Pelletier DL, Frongillo EA Jr, Schroeder DG, Habicht JP. The effects of malnutrition on child mortality in developing countries. Bull World Health Org. 1995; 73 (4):443-8.
  2. Joosten KF, Hulst JM. Prevalence of malnutrition in pediatric hospital patients. Curr Opin Pediatr. Oct 2008; 20(5):590-6.
  3. Oztürk Y, Buyukgebiz B, Arslan N, Ellidokuz H. Effects of hospital stay on nutritional anthropometric data in Turkish children. J Trop Pediatr. Jun 2003; 49(3):189-90.
  4. Hendricks KM, Duggan C, Gallagher L, et al. Malnutrition in hospitalized pediatric patients. Current prevalence. Arch Pediatr Adolesc Med. Oct 1995; 149(10):1118-22.
  5. Fisberg M, Nobrega FJ. Disturbios da nutricao. Revinter. 1998; 140-4.
  6. Emery PW. Metabolic changes in malnutrition. Eye. October 2005; 19 (10):1029-32.
  7. Alcoba G, Kerac M, Breysse S, et al. Do children with uncomplicated severe acute malnutrition need antibiotics? A systematic review and meta-analysis. PLoS One. 2013; 8(1):e53184.
  8. Trehan I, Goldbach HS, LaGrone LN, et al. Antibiotics as part of the management of severe acute malnutrition. N Engl J Med. Jan 31 2013; 368(5):425-35.
  9. Waber DP, Bryce CP, Fitzmaurice GM, et al. Neuropsychological Outcomes at Midlife Following Moderate to Severe Malnutrition in Infancy. Neuropsychology. Mar 17 2014;
  10. World Health Organization. WHO Global Database on Child Growth and Malnutrition. Geneva: WHO. 1996.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 16:18