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Mastitis post partum

Brustentzündung in der Stillzeit (Mastitis puerperalis) durch Pseudomonas aeruginosa

Mastitis post partum (Mpp) bezeichnet eine Entzündung der Milchdrüsen, die im Puerpuralzeitraum auftritt, weshalb alternativ auch der Terminus Mastitis puerpuralis gebraucht wird. Die Mpp betrifft etwa 20% aller Frauen, die jüngst entbunden haben, und wird meist durch bakterielle Erreger wie Staphylococcus aureus ausgelöst. Es treten lokale Entzündungssymptome und häufig auch allgemeine Beschwerden auf. Die Therapie umfasst eine fortgesetzte Entleerung der Milchdrüsen sowie die orale Applikation von Antibiotika und Analgetika.


Symptome

Eine akute Mastitis geht mit einem reduzierten Allgemeinbefinden einher und tritt besonders häufig im postpartal auf. Etwa jede fünfte Frau entwickelt innerhalb von zwei Monaten nach der Entbindung Symptome einer Mpp, wobei eine mechanische Schädigung der Brustwarzen, eine übermäßige Milchproduktion und mehrmals tägliches Abpumpen sowie die Verwendung von Stillhütchen das individuelle Risiko erhöht [1]. Wenn sich binnen weniger Wochen nach der Geburt eine Mpp einstellt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit auf weitere Mastitiden während der Laktation. Die höchste Inzidenz für Mpp besteht zwei bis drei Wochen nach der Entbindung.

Die betroffenen Frauen berichten über Probleme beim Anlegen des Neugeborenen und beim Stillen. Die Brustwarze und die umgebende Haut sind auffällig gerötet, geschwollen und vermehrt schmerzempfindlich [2]. Die Patientinnen leiden zudem an Fieber bis zu 38,5 °C, manchmal auch an grippeähnlichen Symptomen wie allgemeinem Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Mastitis behindert die Patientin nicht nur beim Stillen, sondern auch bei der Bewältigung anderer alltäglicher Aufgaben und bedeutet daher eine physische und mentale Zusatzbelastung.

Selten entwickelt sich aus einer Mpp ein Brustabszess, der als verhärteter Knoten in der betroffenen Brust palpierbar ist. Brustabszesse sind sehr schmerzhaft. Manchmal bricht der Abszess spontan auf, sodass der Abszessinhalt über die Haut drainiert wird.

Fieber
  • Bei Schmerzen in der Brust und Fieber im Wochenbett muss an eine Mastitis gedacht werden. Die Früherkennung ist wichtig.[eref.thieme.de]
Unwohlsein
  • Die Patientinnen leiden zudem an Fieber bis zu 38,5 C, manchmal auch an grippeähnlichen Symptomen wie allgemeinem Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.[symptoma.com]

Diagnostik

Die Mpp wird anhand des klinischen Bildes diagnostiziert und in der Regel empirisch mit oralen Antibiotika behandelt [3], um die Mutter zu entlasten und das Stillen nicht unterbrechen zu müssen bzw. kurzfristig wieder zu ermöglichen. Eine Infektion des Säuglings ist trotz fortgesetzten Stillens unwahrscheinlich und bei mangelnder Entleerung der Milchdrüsen steigt das Risiko auf die Entwicklung eines Brustabszesses [4].

Bei der Wahl des Antibiotikums wird davon ausgegangen, dass die Mehrzahl der Mastitiden durch Staphylococcus aureus verursacht wird. Die Anzucht des Erregers aus einem Brustwarzenabstrich und/oder einer Milchprobe liefert diesbezüglich zuverlässige Ergebnisse und erlaubt die Anfertigung eines Antibiogramms und die Detektion von Resistenzen [5]. Eine solche Herangehensweise ist nicht in jedem Fall indiziert, weil eine Kontamination der Kultur durch Hautkeime wahrscheinlich ist und ein negativer Befund eine bakterielle Mastitis nicht ausschließt. Dennoch sollte bei mangelndem Ansprechen auf die Therapie und bei nosokomialen Infektionen eine Kultur angelegt werden [4]. In Anbetracht der Tatsache, dass die Inzidenz von Weichgewebsinfektionen durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Stämme zunimmt, ist zu erwarten, dass derartige Pathogene auch einen Anteil an der Entstehung von Mpp haben [6]. Es ist bisher nicht ausreichend geklärt, inwiefern auch fungale Pathogene wie Candida albicans zur Entstehung einer Mpp beitragen können [7].

Sollte sich ein Brustabszess entwickelt haben, ist mit Hilfe der Sonographie dessen Ausdehnung zu bestimmen, um einen chirurgischen Eingriff planen zu können.

Therapie

  • Dennoch sollte bei mangelndem Ansprechen auf die Therapie und bei nosokomialen Infektionen eine Kultur angelegt werden.[symptoma.com]

Epidemiologie

  • Woche nach der Geburt ( post partum ) auftretende, akute Entzündung der weiblichen Brustdrüse ( Mamma ) im Wochenbett. 2 Epidemiologie Bisher galt die Mastitis puerperalis als häufigste akute Entzündung der weiblichen Brustdrüse.[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Cullinane M, Amir LH, Donath SM, et al. Determinants of mastitis in women in the CASTLE study: a cohort study. BMC Fam Pract. 2015; 16:181.
  2. Amir LH. Breast pain in lactating women--mastitis or something else? Aust Fam Physician. 2003; 32(3):141-145.
  3. Jahanfar S, Ng CJ, Teng CL. Antibiotics for mastitis in breastfeeding women. Cochrane Database Syst Rev. 2013; (2):Cd005458.
  4. Spencer JP. Management of mastitis in breastfeeding women. Am Fam Physician. 2008; 78(6):727-731.
  5. Delgado S, Garcia P, Fernandez L, et al. Characterization of Staphylococcus aureus strains involved in human and bovine mastitis. FEMS Immunol Med Microbiol. 2011; 62(2):225-235.
  6. Schoenfeld EM, McKay MP. Mastitis and methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA): the calm before the storm? J Emerg Med. 2010; 38(4):e31-34.
  7. Carmichael AR, Dixon JM. Is lactation mastitis and shooting breast pain experienced by women during lactation caused by Candida albicans? Breast. 2002; 11(1):88-90.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:52