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Medikamenten-induziertes Fieber

Medikamenten-induziertes Fieber (MIF) ist eine häufig beobachtete unerwünschte Arzneimittelwirkung. Es ist nicht immer leicht, die Ätiologie des Fiebers zu definieren, insbesondere wenn eine erhöhte Körpertemperatur im Rahmen der behandelten Grunderkrankung und als Nebenwirkung der medikamentellen Therapie infrage kommt. Diesbezüglich gilt das Abklingen des Fiebers nach Dosisreduktion oder Absetzen des Arzneimittels als wichtiger Hinweis. In den meisten Fällen ist MIF mit der Gabe von Antibiotika verbunden.


Symptome

Von MIF spricht man dann, wenn die Gabe eines Arzneimittels einen Anstieg der Körpertemperatur auf über 38 °C bewirkt, ohne dass zusätzliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen hervorgerufen würden. In der Regel - aber nicht immer! [1] - entwickelt sich MIF binnen acht Wochen nach erstmaliger Verabreichung des auslösenden Medikaments [2]; in den meisten Fällen setzt das MIF innerhalb einer Woche ein [3].

Besonders häufig wird MIF bei Patienten beobachtet, die mit Antibiotika behandelt werden [4]. Allerdings ist dabei zu beachten, dass wohl viele Fälle von MIF unerkannt bleiben. Grundsätzlich ist von jedem Medikament anzunehmen, dass es Fieber auslösen kann. Pathogenetisch kommt diesbezüglich die Freisetzung von oder Wirkung als Pyrogen, eine direkte Beeinflussung der Thermoregulation und das Auslösen einer Überempfindlichkeitsreaktion infrage. Im weiteren Sinn kann auch die maligne Hyperthermie als eine Form des MIF angesehen werden.

Fieber
  • Grundsätzlich ist von jedem Medikament anzunehmen, dass es Fieber auslösen kann.[symptoma.com]
  • […] des akuten 213 Einsatz von Dialyse und verwandten Verfahren bei hydropischen 226 Harnwegsinfekte Antibiotika 260 Herzklappenersatz Indikationen Komplikationen 274 Aktuelle Entwicklungen in der Hämatologie und Onkologie 327 Häufige Fehldiagnosen bei Fieber[books.google.de]

Diagnostik

Die Diagnose Fieber kann klinisch problemlos gestellt werden, aber es ist nicht selten eine echte Herausforderung, die Ursache der erhöhten Körpertemperatur zu identifizieren. Zunächst bedarf es dazu einer gründlichen Anamnese: Es ist in Erfahrung zu bringen, wann das Fieber eingesetzt hat und ob ein zeitlicher Zusammenhang zur Pharmakotherapie besteht. Möglicherweise korreliert eine aufgezeichnete Fieberkurve direkt mit der verabreichten Dosis und/oder der kombinierten Gabe von Arzneimitteln. Allerdings ist unbedingt zu berücksichtigen, dass sich MIF auch nach einem mehr oder weniger langen Zeitraum, in dem eine gegebene Therapie gut vertragen wurde, einstellen kann.

Es kann nicht a priori ausgeschlossen werden, dass das Fieber durch die Grunderkrankung oder durch eine zusätzliche, bislang nicht erkannte Krankheit ausgelöst wurde. Deshalb ist immer abzuklären, ob eine Infektion und/oder Entzündung bestehen könnte. Auch an Neoplasien ist zu denken [5] [6]. Dazu sind in erster Linie Blutuntersuchungen anzustellen, aber auch Blutkulturen und Urinanalysen können indiziert sein. Je nach klinischem Bild ist auch der Einsatz der bildgebenden Diagnostik in Betracht zu ziehen, zum Beispiel der Echokardiographie zur Darstellung des Herzens und der Computertomographie zur Untersuchung des Atmungstraktes. In Bezug auf MIF wurde wiederholt auf das Vorliegen einer Eosinophilie und eines erhöhten IgE-Spiegels hingewiesen, aber hierbei handelt es sich weder um sensitive noch um spezifische Parameter [2].

Die Diagnose gilt meist als bestätigt, wenn binnen weniger Tage nach dem Absetzen des vermuteten Auslösers ein Absinken der Körpertemperatur beobachtet wird [3] [7]. Je nach Therapieschema und verbleibenden Alternativen ist diese Herangehensweise jedoch nicht in jedem Fall möglich: Schwierigkeiten bereitet vor allem die Unterbrechung einer antimikrobiellen Therapie, wenn die Infektionserkrankung durch multiresistente Pathogene ausgelöst wurde. Aber auch das Aussetzen einer immunsuppressiven Behandlung kann Konsequenzen haben, die schwerer wiegen als das MIF.

Schließlich kann auch versucht werden, das Fieber erneut auszulösen, in dem das Arzneimittel wieder gegeben wird. Die Körpertemperatur steigt dann innerhalb von Stunden wieder an. Hierbei besteht jedoch das Risiko, dass eine noch stärkere unerwünschte Arzneimittelwirkung provoziert wird [3].

Therapie

  • Allerdings ist unbedingt zu berücksichtigen, dass sich MIF auch nach einem mehr oder weniger langen Zeitraum, in dem eine gegebene Therapie gut vertragen wurde, einstellen kann.[symptoma.com]
  • Entbehrliche Diagnostik in der Onkologie 168 Notwendiges und Entbehrliches beider Diagnose 193 Erbel R Nixdorff U Haude M Goerge E Treese N Henrichs K J Pop T 200 Stufendiagnostik und therapie des akuten 213 Einsatz von Dialyse und verwandten Verfahren[books.google.de]

Quellen

Artikel

  1. Grim SA, Romanelli F, Jennings PR, Ofotokun I. Late-onset drug fever associated with minocycline: case report and review of the literature. Pharmacotherapy. 2003; 23(12):1659-1662.
  2. Salzberger B, Muller-Schilling M, Fleck M. [Fever of unknown origin]. Z Rheumatol. 2013; 72(3):255-266.
  3. Patel RA, Gallagher JC. Drug fever. Pharmacotherapy. 2010; 30(1):57-69.
  4. Yaita K, Sakai Y, Masunaga K, Watanabe H. A Retrospective Analysis of Drug Fever Diagnosed during Infectious Disease Consultation. Intern Med. 2016; 55(6):605-608.
  5. Fleck M. [Fever of unknown origin--differential diagnosis and diagnostic evaluation]. Dtsch Med Wochenschr. 2013; 138(37):1828-1832.
  6. Gavillet M, Medinger M, Tichelli A, Fux-Arnold C. [Neutropenia and fever of unknown origin]. Praxis (Bern 1994). 2012; 101(24):1573-1576.
  7. Vodovar D, Le Beller C, Lillo-Le-Louet A, Hanslik T, Megarbane B. [Drug-induced fever: a diagnosis to remember]. Rev Med Interne. 2014; 35(3):183-188.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 13:11