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Niereninsuffizienz

Als Niereninsuffizienz (NI) bezeichnet man die Unterfunktion einer oder beider Nieren. Es wird unterschieden, ob sich eine NI akut einstellt oder über längere Zeit entwickelt. Akutes und chronisches Nierenversagen sind mögliche Komplikationen unterschiedlicher Grunderkrankungen und während Betroffene bei geringgradiger NI asymptomatisch bleiben können, ist eine hochgradige NI ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand. Die Diagnose der NI basiert auf klinischen und labordiagnostischen Befunden, wobei der diesbezüglich wichtigste Parameter die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist.


Symptome

Die NI kann sich aus prärenalen Konditionen wie Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts sowie des Herz-Kreislauf-Systems, aus renalen Pathologien und aus Erkrankungen der harnableitenden Wege ergeben. Daher tritt eine NI häufig bei multimorbiden Patienten auf, weshalb sich das klinische Bild sehr heterogen gestaltet. Hinsichtlich des Nierenversagens an sich werden vor allem akute und chronische Verläufe unterschieden:

  • Ein akutes Nierenversagen tritt, wie oben beschrieben, im Zusammenhang mit Blutverlusten, großflächigen Verbrennungen und anderen Umständen, die eine Hypovolämie bedingen, auf. Aber auch Patienten mit einer Herzerkrankung oder sonstigen Leiden, die eine Minderdurchblutung der Niere bedingen, können eine akute NI entwickeln. Darüber hinaus kann eine akute NI das Resultat intrinsischer Anomalien sein, die die Glomeruli, die Tubuli, das Interstitium oder auch die Nierengefäße betreffen. Schließlich kann es im Rahmen einer Urolithiasis oder sonstigen Obstruktion oder Kompression der ableitenden Harnwege zu einem Rückstau des Urins kommen, der die Nierenfunktion beeinträchtigt [1] [2]. Das akute Nierenversagen geht mit einer signifikanten Reduktion der GFR einher, weshalb die betroffene Niere ihre Funktion in der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts nicht mehr erfüllen kann und sich eine Hyperkaliämie und metabolische Azidose einstellt. Betroffene entwickeln Schocksymptome und befinden sich wegen einer schwerwiegenden Grunderkrankung nicht selten bereits auf der Intensivstation [1] [2] [3].
  • Die Symptome, die im Rahmen einer chronischen NI auftreten, entwickeln sich schleichend. Betroffene sind in frühen Phasen der Erkrankung nahezu asymptomatisch, geben aber auf Nachfrage zuweilen an, dass sie an vermehrter Müdigkeit und Schwäche leiden oder dass sich ihre Miktionsgewohnheiten geändert haben [4] [5]. Zur initialen Nykturie kommen im Laufe der Zeit Übelkeit und Anorexie, Gewichtsverlust, generalisierter Pruritus und schließlich neuromuskuläre Störungen hinzu [4] [5]. Im Spätstadium, der Phase des terminalen Nierenversagens, sind weiterhin psychiatrische Auffälligkeiten, Schlafstörungen, aber auch Dyspnoe und Verstopfung festzustellen [2] [4] [6].
Nykturie
  • Zur initialen Nykturie kommen im Laufe der Zeit Übelkeit und Anorexie, Gewichtsverlust, generalisierter Pruritus und schließlich neuromuskuläre Störungen hinzu.[symptoma.com]

Diagnostik

Verzögerungen in der Diagnosestellung bedeuten eine zunehmende Verschlechterung der Prognose für den Patienten [1]. Während die Nieren in der Lage sind, auch einen umfassenden Verlust funktionellen Nierengewebes zu kompensieren, so handelt es sich insbesondere beim chronischen Nierenversagen doch um einen irreversiblen Prozess. Deshalb muss bei Risikopatienten, d.h. bei denjenigen, die an einer Grunderkrankung leiden, die bekanntermaßen eine NI provozieren kann, sowie bei all jenen, die mit den zuvor beschriebenen Symptomen vorstellig werden, auch an ein Nierenversagen gedacht werden. Zur Abklärung dieses Verdachts sind mindestens notwendig [2]:

  • Anamnese zur Erstmanifestation und zur Entwicklung NI-assoziierter Symptome und zusätzlicher Beschwerden, die auf die Grunderkrankung hinweisen
  • Familiäre Anamnese, um hereditäre Konditionen besser zu erkennen
  • Studium der medizinischen Vorgeschichte, Suche nach Anhaltspunkten für ein primäres Leiden
  • Detaillierte klinische Untersuchung unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Befunde oft aus multiplen Pathologien hervorgehen
  • Blut- und Urinanalyse

Blutanalyse bedeutet hier mehr als die Bestimmung von Harnstoff- und Kreatininspiegeln, wenngleich diese sehr wertvolle Parameter sind, wenn es darum geht, die Nierenfunktion zu beurteilen und die GFR zu errechnen, anhand derer der Schweregrad einer NI bestimmt wird [1] [5]. Bezüglich der Blutchemie ist unter anderem auch auf die Glukosekonzentration, Indikatoren eines entzündlichen Geschehens oder einer Hepatopathie sowie auf die Elektrolytspiegel zu achten. Alterationen können dabei sowohl Ursache als auch Folge der NI sein. Ein Blutbild ist anzufertigen und nicht selten haben NI-Patienten eine Anämie. Des Weiteren sind Blutgasanalysen und Koagulationsstudien anzustellen [1] [2] [5].

Schließlich empfiehlt sich die bildliche Darstellung der Nieren und als Goldstandard zur Visualisierung dieser Organe gilt die Sonographie [1] [5]. Zu erhebende Befunde variieren mit der Grunderkrankung und geben eventuell Anlass zur Realisierung einer Nierenbiopsie.

Therapie

  • Infektionen, Beseitigung einer Urinabflussbehinderung oder Therapie einer Nierenarterienstenose.[medizinfo.de]
  • Hierfür kann neben der Grundkrankheit oft auch eine Therapie mit Glucokortikoiden verantwortlich sein. Therapie Der Wachstumsrückstand kann mit Wachstumshormon behandelt werden.[novonordisk.de]
  • Therapie und Prognose Je nach zugrundeliegender Erkrankung sind Therapie und die Prognose sehr unterschiedlich. Ziel ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen. Video Nierenversagen starten Video Nierentransplantation starten[medizinfo.de]
  • Die Hauptgefahr der ACE-Hemmer-Therapie ist die Abnahme der glomerulären Filtrationsrate wegen Aufheben des postglomerulären Widerstandes und die Hyperkaliämie als Folge der Verminderung der Angiotensin- II-vermittelten Aldosteronsekretion.[infomed.ch]
  • Patienten mit chronischer Nierenerkrankung profitieren von einer Therapie mit Statinen in gleichem Maße wie die Normalbevölkerung.[deutsche-apotheker-zeitung.de]

Prognose

  • Therapie und Prognose Je nach zugrundeliegender Erkrankung sind Therapie und die Prognose sehr unterschiedlich. Ziel ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen. Video Nierenversagen starten Video Nierentransplantation starten[medizinfo.de]
  • Die Prognose richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung Die Prognose eines Betroffenen mit chronischer Niereninsuffizienz ist in hohem Maße von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig.[medizinfo.de]
  • Uns ist dabei sehr wichtig, Sie so umfassend über die Erfolgsaussichte, die Prognose und mögliche Risiken zu beraten, dass Sie anschließend die für Sie beste Entscheidung treffen können.[asklepios.com]
  • Verzögerungen in der Diagnosestellung bedeuten eine zunehmende Verschlechterung der Prognose für den Patienten.[symptoma.com]

Quellen

Artikel

  1. Fry AC, Farrington K. Management of acute renal failure. Postgrad Med J. 2006;82(964):106-116.
  2. Hilton R. Acute renal failure. BMJ : British Medical Journal. 2006;333(7572):786-790.
  3. Schrier RW, Wang W, Poole B, Mitra A. Acute renal failure: definitions, diagnosis, pathogenesis, and therapy. J Clin Invest. 2004;114(1):5-14.
  4. Parmar MS. Chronic renal disease. BMJ. 2002;325(7355):85-90.
  5. Porter RS, Kaplan JL. Merck Manual of Diagnosis and Therapy. 19th Edition. Merck Sharp & Dohme Corp. Whitehouse Station, N.J; 2011.
  6. Murtagh FE, Addington-Hall J, Higginson IJ. The prevalence of symptoms in end-stage renal disease: a systematic review. Adv Chronic Kidney Dis. 2007;14(1):82-99.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 14:50