Edit concept Question Editor Create issue ticket

Peritonitis

Bauchfellentzündung Peritonitis

Die Peritonitis ist eine Entzündung des Bauchfells.


Symptome

Die Patienten leiden meist an Bauchschmerzen, Fieber und weiteren moderaten gastrointestinalen Symptome, wie Erbrechen und Obstipation. Bei primärer bakterieller Peritonitis liegt oft eine Lebererkrankung vor. Sekundäre bakterielle Peritonitis hat häufig einen akuten Verlauf. Die körperliche Untersuchung des Abdomens zeigt eine deutliche Druckschmerzhaftigkeit. Zusätzlich können ein Loslassschmerz und eine lokale Abwehrspannung auftreten. Die Darmgeräusche können vermindert oder nicht vorhanden sein.

Hypothermie
  • Leber, Gallenblase, Gallenwege Pankreas Milz, Omentum Hernien Laparotomie, Narbenbruch Wundheilung Peritonitis, Adhäsionen Risikoabschätzung Ernährung Infusion TVT, LE, Prophylaxe Blutprodukte Antikoagulation Darmvorbereitung Nikotin, Alkohol, Übelkeit Hypothermie[berlin-chirurgie.com]
Starker Bauchschmerz
  • Symptomatisch sind unter anderem starke Bauchschmerzen und Fieber. Keime im Bauchraum verursachen Peritonitis Meist sind es erkrankte Organe wie Gallenblase oder Blinddarm, die eine Bauchfellentzündung auslösen.[bunte.de]
  • Zu den charakteristischen Symptomen zählen starke Bauchschmerzen, leichtes Fieber und Verstopfungen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind typische Anzeichen einer Peritonitis.[annahospital.de]
  • Wenn sich der Bauch hart wie ein Brett anfühlt, starke Bauchschmerzen auftreten, Fieber, Übelkeit und Erbrechen, sollten Sie sofort einen Facharzt für Gastroenterologie aufsuchen.[citypraxen.de]
Meteorismus
  • […] die Darmwand) bei Ileus, Mesenterialgefäßinfarkt intraoperative Infektion, durch Bestrahlung Mögliche Primärerkrankungen (hämatogene/lymphatische Streuung einer Infektion), in 95% durch Darmkeime hervorgerufen Symptome Allgemeinsymptome: Obstipation, Meteorismus[medizin-kompakt.de]
  • III: Gestörte Peristaltik : Mit Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, aufgetriebenem Abdomen bis hin zum paralytischen Ileus.[medizin-wissen-online.de]

Diagnostik

Die folgenden Untersuchungen sind hilfreich bei der Diagnosestellung:

  • Blutbild: Das Blutbild zeigt Leukozytose oder Leukopenie.
  • Aszitespunktion: Eine Kultur ist positiv bei rund 70% der Fälle [7]. Neutrophile sind deutlich erhöht. Protein, Glukose, Lactat-Dehydrogenase und Amylase sind auch abnormal [8].
  • Bildgebung: Durch Röntgen, Sonographie und Computertomographie (CT) können Ursachen die für die Entwicklung von sekundärer bakterieller Peritonitis festgestellt werden.

Therapie

Primäre bakterielle Peritonitis wird mittels Antibiotikatherapie behandelt [9]. Zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten gehören Cefotaxim, Ceftriaxon, Ampicillin und Chinolone. Eine unterstützende Behandlung ist ebenfalls sinnvoll. Lactulose wird gegeben, um die Entwicklung von hepatischer Enzephalopathie verhindern. Bei sekundärer bakterieller Peritonitis ist, zusätzlich zu einer Antibiotikatherapie, die Behandlung der Ursache der Infektion wesentlich. Eine Operation, zum Beispiel Appendektomie oder Cholezystektomie, kann für die Therapie der Ursache erforderlich sein. Die Antibiotikatherapie sollte sowohl aerobe und anaerobe Organismen abdecken. Piperacillin-Tazobactam wird oft verwendet. Bei tertiär bakterieller Peritonitis sollte die Ursache der Infektion behandelt werden. Eine medikamentöse Therapie sollten in Übereinstimmung mit der Kultur erfolgen. Eine operative Revision mit Spülung kann auch erforderlich sein.

Prognose

Peritonitis hat in der Regel eine schlechte Prognose. Die Mortalitätsrate bei primärer bakterieller Peritonitis beträgt bis zu 30%. Die Rezidivwahrscheinlichkeit ist hoch. Nach 6 Monaten sind 43% der Fälle erneut betroffen, nach einem Jahr 69% der Fälle. Die Sterblichkeit beträgt 50-70% bei wiederkehrenden Fällen aufgrund der Entwicklung von Komplikationen wie gastrointestinale Blutungen und Nierenversagen [4] [5]. Bei sekundärer bakterieller Peritonitis ist die Sterblichkeit mit der Genese assoziiert. Perforation des Magens oder Kolons hat eine besonders schlechte Prognose, eine Appendizitis hat das niedrigste Mortalitätsrisiko. Eine schnelle Diagnose und Behandlung verbessert die Prognose bei allen Arten von Peritonitis [6].

Ätiologie

Primäre bakterielle Peritonitis

Primäre bakterielle Peritonitis entsteht oft bei Aszites im Rahmen einer Leberzirrhose [1]. Die Risikofaktoren sind ein großvolumiger Aszites und Aszites mit einem Proteingehalt von mehr als 1 g/dl [2]. Aszites durch Erkrankungen des Herzens und der Nieren oder auf Grund einer neoplastischen Erkrankung kann ebenfalls zu Peritonitis führen. Die folgenden Organismen sind allgemein für die Infektion verantwortlich:

  • Escherichia coli
  • Klebsiella
  • Streptococcus
  • Pseudomonas
  • Proteus

Sekundäre bakterielle Peritonitis

Sekundäre bakterielle Peritonitis tritt aufgrund einer bereits bestehenden Infektionsquelle auf. Häufige Ursachen sind akute Appendizitis, Cholezystitis, Pankreatitis, perforiertes Magenulkus und Darmperforation. Entzündliche Erkrankungen des Beckens können auch dazu führen. Die typischen Erreger sind:

  • Escherichia coli
  • Klebsiella
  • Proteus
  • Streptococcus
  • Enterococcus 
  • Bacteroides
  • Clostridium

Tertiäre bakterielle Peritonitis

Die Erreger in tertiären bakterielle Peritonitis oft die der sekundären bakteriellen Peritonitis. Unterernährung, massive Bluttransfusionen und die Infektion mit Antibiotika-resistenten Organismen erhöhen die Wahrscheinlichkeit [3].

Epidemiologie

Primäre bakterielle Peritonitis ist eine häufige Komplikation der Leberzirrhose bei Erwachsenen und Kindern. Sie tritt bei etwa 10 bis 30% der Patienten mit Zirrhose und Aszites auf. Die höchste Inzidenz von primärer bakterieller Peritonitis bei Kindern ist in der Neugeborenenzeit und im Alter von 5 Jahren zu sehen.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Bei allen Arten von Peritonitis beginnt die Erkrankung mit der Kontamination des Peritoneums durch Bakterien. Bei primärer bakterieller Peritonitis besteht keine fassbare Infektionsquelle, während bei sekundärer bakterieller Peritonitis eine Ursache nachweisbar ist.

Prävention

Bis zu 22% der Patienten mit Zirrhose und gastrointestinalen Blutungen entwickeln primäre bakterielle Peritonitis. Deshalb kann primäre bakterielle Peritonitis durch die Verwendung von prophylaktischer Antibiotikatherapie bei diesen Patienten verhindert werden [10]. Tertiäre bakterielle Peritonitis kann durch Sicherstellung einer angemessenen Kontrolle der Infektionsquelle und Behandlung der Ätiologie der sekundären bakteriellen Peritonitis verhindert werden.

Zusammenfassung

Die Peritonitis ist eine akute oder chronische Entzündung des Bauchfells, der serösen Haut, die die Peritonealhöhle auskleidet. Sowohl die parietalen, als auch die viszeralen Komponenten des Peritoneums sind beteiligt. Peritonitis kann wie folgt unterteilt werden:

  • Primäre bakterielle Peritonitis: Primäre bakterielle Peritonitis tritt häufig bei Aszites im Rahmen einer Leberzirrhose auf. Eine fassbare Infektionsquelle ist nicht vorhanden.
  • Sekundäre bakterielle Peritonitis: Sekundäre bakterielle Peritonitis entsteht durch Perforationen, Entzündungen, Abszessbildung, Ischämien und Nekrosen viszeraler Organe.
  • Tertiäre bakterielle Peritonitis: Tertiäre bakterielle Peritonitis ist die wiederkehrende Infektion des Bauchfells trotz angemessener Behandlung.

Patientenhinweise

Peritonitis ist die Infektion des Bauchfells, das die Bauchwand und Organe umfasst. Sie entsteht häufig bei Leberzirhhose oder bei bereits bestehenden Infektionen in den Bauchorganen. Peritonitis ist eine ernste Krankheit und kann zum Tod führen, wenn sie nicht rasch behandelt wird. Die Behandlung besteht üblicherweise aus der Verabreichung von Antibiotika und unterstützender Pflege.

Quellen

Artikel

  1. Balan G, Trifan A, Botezatu D, Anton C. [Spontaneous bacterial peritonitis: a severe complication of liver cirrhosis]. Revista medico-chirurgicala a Societatii de Medici si Naturalisti din Iasi. Jan-Mar 2011;115(1):38-44.
  2. Andreu M, Sola R, Sitges-Serra A, et al. Risk factors for spontaneous bacterial peritonitis in cirrhotic patients with ascites. Gastroenterology. Apr 1993;104(4):1133-1138.
  3. Hawker F. How to feed patients with sepsis. Curr Opin Crit Care. Aug 2000;6(4):247-252.
  4. Evans LT, Kim WR, Poterucha JJ, Kamath PS. Spontaneous bacterial peritonitis in asymptomatic outpatients with cirrhotic ascites. Hepatology. Apr 2003;37(4):897-901.
  5. Cheruvattath R, Balan V. Infections in Patients With End-stage Liver Disease. Journal of clinical gastroenterology. Apr 2007;41(4):403-411.
  6. Marshall JC. Intra-abdominal infections. Microbes and infection / Institut Pasteur. Sep 2004;6(11):1015-1025.
  7. Riggio O, Angeloni S. Ascitic fluid analysis for diagnosis and monitoring of spontaneous bacterial peritonitis. World journal of gastroenterology : WJG. Aug 21 2009;15(31):3845-3850.
  8. Runyon B. Management of adult patients with ascites due to cirrhosis. Hepatology. Mar 2004;39(3):841-856.
  9. Blot S, De Waele JJ. Critical issues in the clinical management of complicated intra-abdominal infections. Drugs. 2005;65(12):1611-1620.
  10. Saab S, Hernandez JC, Chi AC, Tong MJ. Oral antibiotic prophylaxis reduces spontaneous bacterial peritonitis occurrence and improves short-term survival in cirrhosis: a meta-analysis. The American journal of gastroenterology. Apr 2009;104(4):993-1001; quiz 1002.

Frage stellen

5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.
Mit dem Abschicken der Frage stimmen Sie den AGB und der Datenschutzerklärung zu.
• Verwenden Sie einen aussagekräftigen Titel für Ihre Frage.
• Fragen Sie präzise und führen Sie Alter, Geschlecht, Symptome, Art und Dauer einer Behandlung an.
• Respektieren Sie Ihre Privatsphäre und jene Anderer und geben Sie niemals volle Namen oder Kontaktinformationen ein.
• Unpassende Fragen werden gelöscht.
• In dringenden Fällen suchen Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus auf oder wählen den Notruf!
Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 16:00