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Pharyngitis

Rachenentzündung (Pharyngitis)

Pharyngitis ist eine Entzündung des Rachens, die besonders häufig bei Kindern auftritt.


Symptome

Die Symptome variieren gewöhnlich je nachdem, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion handelt. Sie können auch von mild bis schwer reichen.

Im Falle von viraler Pharyngitis sind die folgenden Symptome häufig:

Patienten, die an bakterielle Pharyngitis leiden, klagen häufig über:

Kopfschmerz
  • Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Erbrechen, Hautausschlag[eref.thieme.de]
  • Es können Halsschmerzen mit einhergehenden Schluckbeschwerden auftreten, wobei weitere Symptome wie Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen hinzu kommen können.[de.wikipedia.org]
Kann sich nicht ausdrücken
  • […] imponiert dies – oft nach einem initialen Intervall, in dem sich die Symptome einer akuten Tonsillitis besserten – mit einem zunehmenden asymmetrischen Schmerz, Verweigerung von Essen und Trinken, Kieferklemme, Speichelfluss und einer knödeligen Stimme als Ausdruck[eref.thieme.de]
Fieber
Pharyngitis
  • […] bakterielle Pharyngitis (Kap. Pharyngitis (J02.9)): seltene Form einer Pharyngitis, meist β-hämolysierende Streptokokken, Kinder sind häufiger befallen als Erwachsene[eref.thieme.de]
  • Bearbeiten Englisch : chronic pharyngitis 1 Definition Von einer Pharyngitis chronica spricht man, wenn eine Pharyngitis (Rachenentzündung) länger als drei Monate anhält. 2 Ätiopathogenese Zu den Ursachen der chronischen Pharyngitis gehören z.B.[flexikon.doccheck.com]
Halsschmerz
Husten
  • Symptome: Räuspern, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, ggf. unproduktiver Husten[eref.thieme.de]
Stridor
  • Stridor oder Atembeeinträchtigung sofortige Einweisung, keine Racheninspektion![eref.thieme.de]
Schluckstörung
  • Bei hohem Fieber, starken Schmerzen und Schluckstörungen kann eine symptomatische Therapie mit fiebersenkenden oder schmerzlindernden Mitteln nötig sein.[de.wikipedia.org]
Ohrenschmerz
  • Angina lateralis Angina lateralis (Seitenstrangangina Seitenstrangangina ): bakterielle Infektion mit Befall der Lymphbahnen im Rachenraum, Ohrenschmerzen, Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, vor allem bei tonsillektomierten Patienten![eref.thieme.de]
  • Häufige Begleiterscheinungen der Seitenstrangangina sind Ohrenschmerzen (wegen der Nähe zur Eustachischen Röhre), Schluckbeschwerden und Kopfschmerzen. Die Seitenstrangangina tritt vor allem bei tonsillektomierten Patienten auf.[de.wikipedia.org]
  • Ohrenschmerzen und eine Mittelohrentzündung können die Folge sein. Wie stellt der Arzt die Diagnose? Schon die typischen Beschwerden liefern dem Arzt erste Anhaltspunkte für eine Pharyngitis. Zudem wird eine Untersuchung des Rachens durchgeführt.[netdoktor.at]

Diagnostik

Eine vollständige Anamnese mit gründlicher Untersuchung von Mund, Hals, Nase, Ohren und Lymphknoten ist notwendig. Eine virale von einer bakteriellen Ursache klinisch zu unterscheiden ist oft schwierig, bei der Differenzialdiagnose helfen die Centor-Kriterien [7] [8]. Folgende Untersuchungen und Befunde sind hilfreich, um die Diagnose zu sichern:

  • Die Leukozyten sind erhöht.
  • Die nicht-spezifische Tests wie Blutsenkungsgeschwindigkeit und C-reaktives Protein (CRP) sind von geringer Bedeutung [9].
  • Die Rachenkultur ist die wichtigste Methode für die Diagnose von Streptokokkenpharyngitis und zuverlässig, um sie von anderen viralen Pharyngitiden zu unterscheiden.

Therapie

Die Behandlung erfolgt großteils symptomatisch. Es stehen folgende Medikamente zur Verfügung:

Antibiotika: Die Behandlung der Wahl für Streptokokkenpharyngitis ist orales Penicillin V (250 mg), 3-mal täglich für 10 Tage. Dies ist hilfreich, wenn eine bakterielle Infektion ist die Ursache ist [10]. Bei Non-compliance kann eine einzige intramuskuläre Injektion von Benzathinpenicillin G gegeben werden. Die übliche Dosis beträgt 600.000 Einheiten für Kinder mit einem Gewicht unter 25 kg und 1,2 Millionen Einheiten für Kinder mit einem Gewicht von 25 kg oder mehr. Penicillin-allergischen Patienten können verschiedene alternative Antibiotika gegeben werden: Orales Erythromycin (50 mg/kg/Tag in drei aufgeteilten Dosen für 10 Tage) oder
orale Cephalosporine, wie Cephalexin (50-100 mg/kg/Tag in drei aufgeteilten Dosen für 10 Tage) oder Clarithromycin (15 mg/kg/Tag in zwei aufgeteilten Dosen für 10 Tage).
Wenn der Patient drei oder mehr dokumentierte Infektionen innerhalb von 6 Monaten hatte, kann tägliche Penicillin-Prophylaxe während der Wintersaison gegeben werden.

Analgetika: Sie vermindern die Schmerzen im Hals. Am wirksamsten sind nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente und Paracetamol.

Steroide: Sie sind hilfreich bei schwerer Pharyngitis. Dexamethason wird oft für diesen Zweck verwendet.

Lokalanästhetika: Diese helfen die Schmerzen durch Betäubung der Schleimhaut zu lindern.

Prognose

Die Prognose der unkomplizierten Pharyngitis ist ausgezeichnet. Streptokokkeninfektion sollten immer sorgfältig behandelt werden, um rheumatisches Fieber zu verhindern [4].

Ätiologie

Die Pharyngitis kann infektiöse oder nicht-infektiöse Ursachen haben.

Infektiöse Ursachen

Pharyngitis wird meist über den Kontakt mit infizierten Personen und Tröpfcheninfektion übertragen. Die Erreger können Bakterien, Viren oder Pilze sein [1]. Virale Infektionen umfassen etwa 40-60% aller Fälle. Häufige virale Erregern umfassen:

  • Adenovirus ist die häufigste virale Ursache von Pharyngitis bei Kindern unter 3 Jahren.
  • Orthomyxoviren verursachen Influenza, hochgradiges Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.
  • Zu den weiteren häufigen viralen Erregern gehören Rhinovirus, Coronavirus und Adenovirus.

Die häufigsten bakteriellen Erreger umfassen:

Candida albicans kann fungale Pharyngitis verursachen.

Nicht-infektiöse Ursachen

Nicht-infektiöse Fälle von akuter Pharyngitis entstehen durch mechanische, chemische oder thermische Reizungen einschließlich kalter Luft oder gastroösophagealer Reflux. Neoplastische Erkrankungen können auch zu Pharyngitis führen [3].

Epidemiologie

Streptokokkenpharyngitis ist eine der häufigsten respiratorischen Infektionen des Kindesalters. Die Krankheit ist unter dem Alter von einem Jahr ungewöhnlich. Der Häufigkeitsgipfel tritt bei Kindern im Alter zwischen 5 und 15 Jahren auf. Pharyngitis bei Kindern unter 2 Jahren ist oft viraler Genese. Die Häufigkeit ist im Winter und Frühjahr höher. Es wird geschätzt, dass es mehr als 1,9 Millionen Menschen pro Jahr betroffen sind.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Der Erreger dringt entweder direkt in die Schleimhaut ein oder verursacht Reizungen der Rachenschleimhaut, was zu einer lokalisierten Entzündungsreaktion führt.

Prävention

Die folgenden Maßnahmen helfen bei der Prävention von Pharyngitis:

  • Häufiges Waschen der Hände.
  • Vermeidung der Weitergabe von Besteck oder Tassen mit erkrankten Personen.
  • Vermeiden von aktivem und passivem Rauchen.
  • Verwenden Sie einen Luftbefeuchter, wenn die umgebende Luft trocken ist.
  • Verwendung von Vitamin-C-Präparaten und Supplementierung von Zink kann hilfreich sein.

Zusammenfassung

Pharyngitis ist die Entzündung des Rachens, die üblicherweise im Rahmen von Infektionen der oberen Atemwege auftritt. Die Krankheit kann akut oder chronisch verlaufen. In den meisten Fällen ist sie sehr schmerzhaft und führt zu einer Vergrößerung der Tonsillen, was Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen verursacht. Bei systemischer Infektion kann sie auch mit Husten und Fieber einhergehen. Der Erreger kann viral oder bakteriell sein. Die häufigste und klinisch signifikante bakterielle Ursache akuter Pharyngitis sind β-hämolysierende Streptokokken.

Patientenhinweise

Pharyngitis ist die Entzündung der Kehle (Pharynx). Pharyngitis wird meist durch Viren hervorgerufen, kann aber auch durch bakterielle Infektion entstehen. Das Hauptsymptom sind Halsschmerzen. Andere häufige Symptome umfassen Fieber, geschwollene Lymphknoten im Hals, Husten, Kopfschmerzen, Schmerzen in den Ohren und Heiserkeit. Die Behandlung hängt von der Ursache ab.

Quellen

Artikel

  1. Mostov PD. Treating the immunocompetent patient who presents with an upper respiratory infection: pharyngitis, sinusitis, and bronchitis. Primary care. Mar 2007;34(1):39-58.
  2. Kushawaha A, Popalzai M, El-Charabaty E, Mobarakai N. Lemierre's syndrome, reemergence of a forgotten disease: a case report. Cases journal. 2009;2:6397.
  3. Alcaide ML, Bisno AL. Pharyngitis and epiglottitis. Infectious disease clinics of North America. Jun 2007;21(2):449-469, vii.
  4. Gerber MA, Baltimore RS, Eaton CB, et al. Prevention of rheumatic fever and diagnosis and treatment of acute Streptococcal pharyngitis: a scientific statement from the American Heart Association Rheumatic Fever, Endocarditis, and Kawasaki Disease Committee of the Council on Cardiovascular Disease in the Young, the Interdisciplinary Council on Functional Genomics and Translational Biology, and the Interdisciplinary Council on Quality of Care and Outcomes Research: endorsed by the American Academy of Pediatrics. Circulation. Mar 24 2009;119(11):1541-1551.
  5. Gerber MA. Diagnosis and treatment of pharyngitis in children. Pediatric clinics of North America. Jun 2005;52(3):729-747, vi.
  6. Shaikh N, Swaminathan N, Hooper EG. Accuracy and precision of the signs and symptoms of streptococcal pharyngitis in children: a systematic review. The Journal of pediatrics. Mar 2012;160(3):487-493 e483.
  7. Wagner FP, Mathiason MA. Using centor criteria to diagnose streptococcal pharyngitis. The Nurse practitioner. Sep 2008;33(9):10-12.
  8. Centor RM, Allison JJ, Cohen SJ. Pharyngitis management: defining the controversy. Journal of general internal medicine. Jan 2007;22(1):127-130.
  9. Group ESTG, Pelucchi C, Grigoryan L, et al. Guideline for the management of acute sore throat. Clinical microbiology and infection : the official publication of the European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases. Apr 2012;18 Suppl 1:1-28.
  10. Del Mar CB, Glasziou PP, Spinks AB. Antibiotics for sore throat. The Cochrane database of systematic reviews. 2006(4):CD000023.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:49