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Phlegmasia alba dolens

Der Terminus Phlegmasia alba dolens bedeutet zu Deutsch etwa so viel wie weiße, schmerzhafte Entzündung und bezeichnet eine besonders schwere Form der Venenthrombose: Der thrombotische Verschluss einer größeren Vene, oft einer Beckenvene, geht hier mit einer Reduktion des arteriellen Zuflusses in die betroffene Gliedmaße einher, was zu dessen weißlicher Erscheinung führt. Bezüglich möglicher Risikofaktoren gilt für die PAD Ähnliches wie für die Venenthrombose im Allgemeinen, d.h. ein systemischer Zustand der Hyperkoagulabilität, Schwangerschaft und Einnahme oraler Kontrazeptiva, dazu Endokarditis, Herzklappenerkrankung, chirurgische Eingriffe sowie die Immobilisierung des Patienten prädisponieren zur PAD.


Symptome

Die PAD betrifft zumeist die unteren Gliedmaßen und hier das linke Bein häufiger als das rechte Bein. Symptome können unvermittelt auftreten oder sich über längere Zeiträume progressiv entwickeln:

  • Die betroffene Gliedmaße wird nur unzureichend durchblutet, weshalb sie heller als die kontralaterale Extremität erscheint. Als Ursache für diese Minderdurchblutung gilt eine Reduktion des arteriellen Zuflusses, dessen Pathogenese jedoch noch nicht vollständig verstanden ist. Der Puls ist nur schwach oder nicht zu detektieren. Im Gegensatz zur Phlegmasia caerulea dolens ist die Drainage über die Venen nicht vollständig aufgehoben, aber das Ausmaß der venösen Stase genügt im Allgemeinen, damit sich periphere Ödeme bilden. Die PAD ist zudem schmerzhaft.
  • Weiterhin können neurologische Defizite wie Schwäche, Parästhesien und Taubheit auftreten, die sich zumindest teilweise durch ein Kompartmentsyndrom erklären lassen.
  • Die Minderversorgung der Haut provoziert schließlich Hautläsionen wie Bullae.
  • Das Endstadium der PAD ist die venöse Gangrän, die Komplikationen wie eine Lungenembolie nach sich ziehen, zum Schock und zum Tode führen kann [1] [2] [3] [4].

Da sich die PAD als Symptom verschiedener Grunderkrankungen entwickeln kann, zeigen die Patienten unter Umständen weitere Symptome, die durch jene Pathologie hervorgerufen werden. Es sei erwähnt, dass etwa ein Drittel aller PAD-Patienten an einer Tumorerkrankung leiden, weshalb nach entsprechenden Hinweisen gründlich zu suchen ist [5]. Auf der anderen Seite kann bei etwa 10% der Patienten trotz detaillierter Allgemeinuntersuchung und Aufarbeitung keine Ursache für diese Art der Venenthrombose gefunden werden.

Hautläsion
  • Die Minderversorgung der Haut provoziert schließlich Hautläsionen wie Bullae. Das Endstadium der PAD ist die venöse Gangrän, die Komplikationen wie eine Lungenembolie nach sich ziehen, zum Schock und zum Tode führen kann.[symptoma.de]

Diagnostik

Die Diagnose der PAD erfolgt anhand der klinischen Befunde, aber die bildgebende Diagnostik wird häufig eingesetzt, um die zugrunde liegende Venenthrombose zu lokalisieren. Am häufigsten wird zu diesem Zweck der Ultraschall eingesetzt, wobei die Doppler-Sonographie noch zuverlässigere Befunde liefert. Der Ultraschall ist eine nicht invasive, transportable und kostengünstige Technik, die die Venographie zur Diagnose der tiefen Venenthrombose weitgehend verdrängt hat. Falls nach der sonographischen Untersuchung noch Zweifel an der Diagnose bestehen, wird allerdings auch heute noch auf die Venographie zurückgegriffen:

  • Die thrombosierte Vene stellt sich im Ultraschall als dilatiertes, nicht komprimierbares Gefäß dar, in dem kein spontaner Blutfluss zu detektieren ist. Innerhalb dieses Gefäßes sind hyperechogene Massen zu erkennen, die den Thromben entsprechen [4].
  • Bezüglich der Venographie ist auf ein Problem hinzuweisen, dass sich beim Versuch, die venösen Gefäße nach Kontrastmittelgabe darzustellen, ergeben kann: Bei hochgradiger Thrombosierung der Vene ist das Kontrastmittel unter Umständen nicht in der Lage, das Gefäß zu durchfließen. Um dennoch Informationen bezüglich der betroffenen Vene zu erhalten, kann das Kontrastmittel dann über die Venen der kontralateralen oder oberen Gliedmaßen appliziert werden. In Extremfällen empfiehlt sich eine Venographie mit Computer- oder Magnetresonanztomographie [3]. Die zuletzt genannten Verfahren haben zudem den Vorteil, dass strukturelle Anomalien des venösen Systems und raumfordernde Prozesse im Weich- und Sützgewebe, die die Venen möglicherweise komprimieren, besser erkannt werden können.

Quellen

Artikel

  1. Hasegawa S, Aoyama T, Kakinoki R, et al. Bilateral phlegmasia dolens associated with Trousseau's syndrome: a case report. Arch Phys Med Rehabil. 2008;89(6):1187-1190.
  2. Bhardwaj R, Kandoria A, Sharma RK, et al. A case of venous gangrene, treated successfully with thrombolytic therapy and skin grafting. J Assoc Physicians India 2008;56:640-642.
  3. Suwanabol PA, Tefera G, Schwarze ML. Syndromes associated with the deep veins: phlegmasia cerulea dolens, May-Thurner syndrome, and nutcracker syndrome. Perspect Vasc Surg Endovasc Ther 2010;22(4):223-230.
  4. Fraser JD, Anderson DR. Deep venous thrombosis: recent advances and optimal investigation with US. Radiology 1999;211(1):9-24.
  5. Chinsakchai K, Ten Duis K, Moll FL, et al. Trends in management of phlegmasia cerulea dolens. Vasc Endovascular Surg. 2011; 45(1):5-14.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:39