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Prothrombinmangel

Faktor-II-Mangel

Die Diagnose Prothrombinmangel (PTM) kann gestellt werden, wenn sich im Blut eines Patienten zu geringe Konzentrationen Prothrombin finden, das auch als Faktor II der Gerinnungskaskade bezeichnet wird. Ein PTM kann angeboren oder erworben sein und das klinische Bild, das Betroffene zeigen, hängt vom Schweregrad der Defizienz ab. So können leichte Blutungen oder lebensbedrohliche Hämorrhagien auftreten. Labordiagnostische Befunde stellen die Basis für die Diagnose dieser seltenen Gerinnungsstörung dar.


Symptome

Prothrombin ist ein Vitamin K-abhängiges Zymogen, das in der Leber gebildet und durch Faktor Va und Xa aktiviert wird, wobei aus dieser Reaktion Thrombin hervorgeht. Dessen wichtigste Funktion ist die Konversion von Fibrinogen zu Fibrin, was notwendig ist, damit sich ein stabiler Thrombus bilden kann [1] [2]. Der Literatur zufolge kann ein PTM sowohl als kongenitale als auch als erworbene Kondition bestehen [1] [2] [3] [4] [5].

Der hereditäre PTM ist auf eine Faktor II-Mutation zurückzuführen und gilt als eine der seltensten Koagulopathien. Die Inzidenz wird auf etwa 1 in 2,000,000 Individuen geschätzt [1] [2] [5] [6]. Diese Erkrankung wird autosomal rezessiv vererbt und es sind zwei Varianten beschrieben: Ein hereditärer PTM vom Typ 1 geht mit niedrigen Spiegeln an Prothrombin einher, was die ingesamt verminderte Aktivität dieses Gerinnungsfaktors erklärt. Diese Form des PTM wird auch als wahrer PTM bezeichnet. Im Gegensatz dazu besteht beim hereditären PTM vom Typ 2 eine Dysprothrombinämie, d.h. es wird ein nicht funktionelles Protein synthetisiert, ohne dass die Konzentration des Prothrombins im Blut reduziert wäre [2] [5] [6].

Ein erworbener PTM ist meist das Ergebnis einer Autoimmunreaktion. Die Bildung von Autoantikörpern gegen Prothrombin kann beispielsweise bei Patienten mit systemischem Lupus erythematosus beobachtet werden, geschieht aber auch im Rahmen von Virusinfektionen und Tumorerkrankungen [3].

Die klinische Präsentation ist in jedem Fall abhängig vom Grad der quantitativen oder qualitativen Defizienz [2] [6]. Bezüglich der kongenitalen Formen ist dazu zu sagen, dass heterozygote Patienten meist asymptomatisch sind, während eine Homozygotie für Faktor II-Mutationen zu einer hämorrhagischen Diathese führt. Betroffene neigen zur Bildung von Hämatomen, bluten nach Traumata und chirurgischen Eingriffen lange nach und entwickeln mitunter Hämarthrosen. Frauen leiden an einer Menorrhagie [1] [2]. Über potenziell lebensbedrohliche Blutungen im Gastrointestinaltrakt und zentralen Nervensystemen wurde nur in Einzelfällen berichtet [7]. Bei Patienten mit einer Dysprothrombinämie durch Prothrombinmutation G20210A haben zudem ein erhöhtes Risiko auf Thrombosen und Thromboembolien [1].

Diagnostik

Aufgrund seiner geringen Prävalenz steht der PTM selten weit oben auf der Liste möglicher Differentialdiagnosen, aber eine systematische Aufarbeitung der klinisch festgestellten Hämophilie sollte dennoch zur korrekten Diagnose führen. Diese Aufarbeitung beginnt mit einer detaillierten Anamnese, in der nicht nur nach dem Krankheitsverlauf, nach einer Blutungs- und Thromboseneigung gefragt wird, sondern auch nach einer familiären Vorbelastung. Dem Gespräch mit dem Patienten bzw. seinen Eltern schließen sich Blutanalysen und Koagulationsstudien an [4]. Typische Befunde sind eine verlängerte aktivierte partielle Thromboplastinzeit und Prothrombinzeit (verminderter Quick-Wert), während die Thrombinzeit im Referenzbereich liegt. Diese Ergebnisse erlauben jedoch noch keine präzise Diagnose, da sie beispielsweise auch durch einen Faktor-V-Mangel oder Faktor-X-Mangel bedingt sein können. Deshalb muss die Aktivität der Gerinnungsfaktoren, für die eine Defizienz vermutet wird, getestet werden [1] [3]. Quantitative Studien können ebenfalls wertvolle Hinweise liefern, bringen aber bei einer funktionellen Störung unter Umständen falsch negative Resultate. Zum Nachweis der kongenitalen Erkrankung können schließlich genetische Analysen durchgeführt werden und die Bestätigung einer Autoimmunreaktion gegen den Faktor II erfolgt über die Detektion von Autoantikörpern [1] [3] [4] [5].

Therapie

  • Therapie Zur Therapie wird prophylaktisch ein Faktor-XIII-Konzentrat gegeben. Derartige Konzentrate werden durch Plasmafraktionierung aus Blutplasma gewonnen. Seit einigen Jahren gibt es in vitro produzierte Präparate. Literatur C. S. Kitchens, T.[de.wikipedia.org]
  • Zur Differenzierung einer Hämophilie B erfolgt eine Bestimmung der Gerinnungsfaktoren VIII und IX (Hämophilie B). 5 Therapie Die Therapie der Hämophilie A umfasst: Prophylaxe und adäquate Behandlung von Blutungen Substitution des fehlenden Gerinnungsfaktors[flexikon.doccheck.com]
  • Eine einfache Therapie gibt es hier nicht, zudem ist der Faktormangel in Bezug auf Schwangerschaften noch nicht richtig erforscht. Man kennt nicht die genauen Gründe für die Fehlgeburten, daher gibt es wohl auch keine Behandlungsmöglichkeiten![hochzeitsplaza.de]
  • INR-Einstellung bei Patienten mit pathologischem Quick-Wert aufgrund von Hemmkörpern Kontrolle des Plasmaspiegels während einer Antikoagulanzientherapie mit Heparin oder Coumarin-Derivaten (während der Übergangsphase) sowie bei einer fibrinolytischen Therapie[haemochrom.de]
  • 1993 Einteilung der Hyperlipoprotein- ämien nach Fredrickson Differentialdiagnose primärer Hyperlipoprotein- ämien Differentialdiagnose sekundärer Hyperlipoprotein- ämien koronare Risikoabschätzung bei Hyperlipoprotein- ämie Hyperlipoprotein- ämien : Therapie[laborlexikon.de]

Pathophysiologie

  • ICD10 -Code: D66 - Hereditärer Faktor-VIII-Mangel 2 Ätiologie Bei der Hämophilie A können aufgrund der zugrundeliegenden Pathophysiologie zwei Formen der Hämophilie A unterschieden werden.[flexikon.doccheck.com]

Quellen

Artikel

  1. Meeks SL, Abshire TC. Abnormalities of prothrombin: a review of the pathophysiology, diagnosis, and treatment. Haemophilia. 2008;14(6):1159-1163.
  2. Palla R, Peyvandi F, Shapiro AD. Rare bleeding disorders: diagnosis and treatment. Blood. 2015;125(13):2052-2056.
  3. Mulliez SM, De Keyser F, Verbist C, et al. Lupus anticoagulant-hypoprothrombinemia syndrome: report of two cases and review of the literature. Lupus. 2015;24(7):736-745.
  4. Carvalho C, Viveiro C, Maia P, Rezende T. Acquired antiprothrombin antibodies: an unusual cause of bleeding. BMJ Case Rep. 2013;2013:bcr2012007948.
  5. Girolami A, Scarano L, Saggiorato G, Girolami B, Bertomoro A, Marchiori A. Congenital deficiencies and abnormalities of prothrombin. Blood Coagul Fibrinolysis. 1998;9:557–569.
  6. Lancellotti S, Basso M, De Cristofaro R. Congenital prothrombin deficiency: an update. Semin Thromb Hemost. 2013;39(6):596-606.
  7. Acharya SS, Coughlin A, Dimichele DM. North American Rare Bleeding Disorder Study Group. Rare Bleeding Disorder Registry: deficiencies of factors II, V, VII, X, XIII, fibrinogen and dysfibrinogenemias. J Thromb Haemost. 2004;2(2):248-56.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 14:52