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Pyruvatkinase-Mangel

Der Pyruvatkinase-Mangel (PKM) ist genetisch bedingt. Es handelt sich hier um eine autosomal rezessiv vererbte Störung der Glykolyse, die in den meisten Fällen bereits beim Neonaten zur hämolytischen Anämie mit resultierender Hyperbilirubinämie und Ikterus führt. Die Diagnose erfolgt über den Nachweis der reduzierten Enzymaktivität oder des kausalen Gendefekts, wobei entsprechende Untersuchungen aufgrund der familiären Anamnese und des klinischen Bildes veranlasst werden. Therapieversuche blieben bis auf wenige Ausnahmen bisher erfolglos.


Symptome

Das klinische Bild variiert in Abhängigkeit von der Residualaktivität der Pyruvatkinase [1].

In schweren Fällen, d.h. bei praktisch nicht detektierbarer Residualaktivität des Enzyms, kommt es schon wenige Stunden nach der Geburt zur hämolytischen Anämie, aus der sich eine hochgradige Hyperbilirubinämie und ein prähepatischer Ikterus ergibt. Tatsächlich kann die Bilirubinkonzentration so stark ansteigen, dass die Hirnfunktion gestört wird. Dieser Zustand wird als Bilirubinenzephalopathie bezeichnet und verläuft tödlich, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden [2]. In der Allgemeinuntersuchung des PKM-Patienten lässt sich in der Regel eine Splenomegalie feststellen, seltener eine Hepatosplenomegalie. Fallberichte zu akutem Leberversagen aufgrund eines PKM sind in der Literatur zu finden [3].

Ist dagegen eine messbare Residualaktivität vorhanden, verzögert sich die Manifestation zuweilen um mehrere Jahre. In der Kindheit stellt sich dann oft eine gering- bis mittelgradige Anämie ein, die aber nur mit einer geringen Morbidität assoziiert zu sein scheint, denn bisher wurde nichts Gegensätzliches berichtet. Nicht selten wird der PKM erst im Erwachsenenalter diagnostiziert, wenn Infektionserkrankungen oder eine Schwangerschaft zu hämolytischen Krisen führen. Schwangere Frauen, die an einem PKM leiden, neigen zur Präeklampsie und zum Abort. Weiterhin prädisponieren der PKM und wiederholte Bluttransfusionen zur Hämochromatose, die wiederum mit Schädigungen von Herz, Leber und anderen Organen einhergeht [4].

Tachykardie
  • Klinik Schockzeichen: -Feuchte, kühle, blasse Haut -Tachykardie -Sinkender Blutdruck ( 100mm/Hg) Labor bietet keine verlässliche Unterstützung in diesem Fall -Erythrozytenanzahl, ... ... Blutbildung mit Eisenverbrauch.[lecturio.de]
Anämie
  • Hexokinase-Defekt Anämie durch Hexokinasemangel Anämie durch Mangel eines glykolytischen Enzyms Anämie durch Phosphofruktaldolase-Mangel Anämie durch Phosphoglyceratkinase-Mangel Anämie durch PK-Mangel Anämie durch Pyruvatkinasemangel Anämie durch Störung[med-kolleg.de]
  • Es handelt sich hier um eine autosomal rezessiv vererbte Störung der Glykolyse, die in den meisten Fällen bereits beim Neonaten zur hämolytischen Anämie mit resultierender Hyperbilirubinämie und Ikterus führt.[symptoma.com]
  • Eine Splenektomie ist eine therapeutische Option, mit der es gelingen kann, die Schwere der chronischen hämolytischen Anämie und die Anzahl der hämolytischen Schübe in den Griff zu bekommen.[flexikon.doccheck.com]
Blässe
  • Klinische Kriterien sind: Manifestation bereits beim Neugeborenen. sehr breites klinisches Spektrum von schwerer Neugeborenengelbsucht mit lebensbedrohlicher Anämie bei Geburt bis kompensierter Hämolyse ohne erkennbare Anämie häufig chronischer Ikterus, Blässe[de.wikipedia.org]
  • Ihr Kind leidet unter Blässe, Müdigkeit, ständigen Kopfschmerzen und mangelnder Konzentrationsfähigkeit. Diese Symptome können Ausdruck einer Blutarmut sein.[kim-bremen.de]
  • Klinik Schockzeichen: -Feuchte, kühle, blasse Haut -Tachykardie -Sinkender Blutdruck ( 100mm/Hg) Labor bietet keine verlässliche Unterstützung in diesem Fall -Erythrozytenanzahl, ... ... Blutbildung mit Eisenverbrauch.[lecturio.de]
  • Zusätzlich finden sich bei der Hämolyse die allgemeinen Symptome der Blutarmut (Anämie) in Form von Müdigkeit, Mattigkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhter Herzfrequenz, Blässe sowie gelblicher Färbung.[de.answers.yahoo.com]
  • […] hämolytischen Anämie führt Epidemiologie : Prävalenz 1–9/100.000 Klinik : Im Gegensatz zum G6PD-Mangel zeigt sich bei der Mehrzahl der Patienten mit Pyruvatkinasemangel eine klinisch manifeste hämolytische Anämie mit typischen Symptomen Splenomegalie Ikterus Blässe[amboss.miamed.de]
Gedeihstörung
  • […] bereits beim Neugeborenen. sehr breites klinisches Spektrum von schwerer Neugeborenengelbsucht mit lebensbedrohlicher Anämie bei Geburt bis kompensierter Hämolyse ohne erkennbare Anämie häufig chronischer Ikterus, Blässe, Gallensteine und Splenomegalie, Gedeihstörung[de.wikipedia.org]
Ikterus
  • Entsprechend sind im Fall eines neonatalen Ikterus nach gründlicher familiärer Anamnese folgende Untersuchungen anzustellen: Blutbild und Blutchemie.[symptoma.com]
  • Chronischer Ikterus, Gallensteine und Splenomegalie sind häufige Befunde. Der Erythrozyten-PK-Mangel wird autosomal-rezessiv vererbt. Ursache sind Mutationen im PKLR -Gen (1q22). Bisher wurden mehr als 190 ursächliche PKLR -Mutationen beschrieben.[orpha.net]
  • Klinisch finden sich neben einer Anämiesymptomatik häufig ein Ikterus und eine Splenomegalie. Einige Formen verlaufen krisenhaft.[amboss.miamed.de]
  • Klinische Kriterien sind: Manifestation bereits beim Neugeborenen. sehr breites klinisches Spektrum von schwerer Neugeborenengelbsucht mit lebensbedrohlicher Anämie bei Geburt bis kompensierter Hämolyse ohne erkennbare Anämie häufig chronischer Ikterus[de.wikipedia.org]
Splenomegalie
  • Häufig verknüpft mit Splenomegalie und Gallensteinen. Die Erythrozyten weisen eine verminderte osmotische Resistenz auf. Heterozygote Anlageträger zeigen i. d. R. keine Auffälligkeiten.[labor-lademannbogen.de]
  • In der Allgemeinuntersuchung des PKM-Patienten lässt sich in der Regel eine Splenomegalie feststellen, seltener eine Hepatosplenomegalie. Fallberichte zu akutem Leberversagen aufgrund eines PKM sind in der Literatur zu finden.[symptoma.com]
  • Klinisch finden sich neben einer Anämiesymptomatik häufig ein Ikterus und eine Splenomegalie. Einige Formen verlaufen krisenhaft.[amboss.miamed.de]
  • Manifestation bereits beim Neugeborenen. sehr breites klinisches Spektrum von schwerer Neugeborenengelbsucht mit lebensbedrohlicher Anämie bei Geburt bis kompensierter Hämolyse ohne erkennbare Anämie häufig chronischer Ikterus, Blässe, Gallensteine und Splenomegalie[de.wikipedia.org]

Diagnostik

Der PKM sollte bei allen Neonaten mit hämolytischer Anämie und Ikterus, negativem Coombs-Test und Abwesenheit von Sphärozyten als mögliche Differentialdiagnose gehandelt werden, insbesondere wenn die Eltern blutsverwandt sind [2]. Entsprechend sind im Fall eines neonatalen Ikterus nach gründlicher familiärer Anamnese folgende Untersuchungen anzustellen:

  • Blutbild und Blutchemie. Neben der Anämie an sich sind charakteristische Befunde: sowohl das mittleres korpuskuläre Volumen der Erythrozyten (MCV), ihr mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt und ihre mittlere korpuskuläre Hämoglobin-Konzentration (MCHC) liegen im Referenzbereich; die Erythrozytenverteilungsbreite (RDW) ist ebenso wie die Anzahl an Retikulozyten erhöht; darüber hinaus sind erhöhte Serumkonzentrationen des indirekten Bilirubins und der hepatischen Transaminasen messbar.
  • Blutausstrich. Bei einem Teil der Patienten finden sich im Blutausstrich Echinozyten; Sphärozyten sind dagegen typisch für eine autoimmunhämolytische Anämie. Bei PKM ist manchmal auch eine Polychromasie festzustellen [5].
  • Coombs-Test. Positive Ergebnisse weisen auf eine autoimmunhämolytische Anämie hin und sind bei einem PKM folglich nicht zu erwarten.

Die Bestätigung der Diagnose erfolgt, indem die Aktivität der Pyruvatkinase in den roten Blutkörperchen gemessen wird. Falsch-negative Ergebnisse erschweren die Diagnose und resultieren beispielsweise aus der Kontamination mit Erythrozyten gesunder Blutspender und der hohen Anzahl an Retikulozyten in der Probe [5]. Alternativ kann mit Hilfe molekularbiologischer Methoden die zugrunde liegende Mutation identifiziert werden; bis heute sind etwa 200 Mutationen des PK‐LR-Gens bekannt, das für die Isoform der Pyruvatkinase codiert, die in der Leber (L für liver) und in den Erythrozyten (R für red cells) exprimiert wird [6].

Retikulozyten erhöht
  • erhöht; darüber hinaus sind erhöhte Serumkonzentrationen des indirekten Bilirubins und der hepatischen Transaminasen messbar.[symptoma.com]
Erythroblasten
  • Namensgebend sind die vergrößerten Erythroblasten im Knochenmark, die sogenannten Megaloblasten. Im Blutbild präsentiert sich die Anämie als makrozytär (MCV 120 fl) und hyperchrom.[pharmazeutische-zeitung.de]
  • Er kann nicht verwendet werden, wenn eine Veränderung der Knochenmark-Blutschranke wie bei Myelofibrose vorliegt, bei der unabhängig von Erythropoetin unreife Retikulozyten und Erythroblasten in das periphere Blut ausgeschwemmt werden.[zeitschrift-sportmedizin.de]
Hämoglobin erniedrigt
  • Symptome der chronischen Niereninsuffizienz Diagnose -Anamnese und Klinik -Labor -Typische allgemeine Anämieveränderungen: Hämoglobin erniedrigt, Erythrozytenzahl erniedrigt, Hämatokrit erniedrigt, Typische Veränderungen bei renaler ... ...[lecturio.de]
Hämatokrit erniedrigt
  • Symptome der chronischen Niereninsuffizienz Diagnose -Anamnese und Klinik -Labor -Typische allgemeine Anämieveränderungen: Hämoglobin erniedrigt, Erythrozytenzahl erniedrigt, Hämatokrit erniedrigt, Typische Veränderungen bei renaler ... ...[lecturio.de]
Heinz-Körper
  • Hämolytische Anämie durch instabile Hämoglobine Krankheit: Hb-C- Hb-D- Hb-E- Kongenitale Heinz-Körper- Anämie Exklusive : Familiäre Polyglobulie [ Polyzythämie ] (D75.0), Hb-M-Krankheit ( D74.0 ), Hereditäre Persistenz fetalen Hämoglobins [HPFH] ( D56.4[amboss.miamed.de]

Therapie

  • Im Rahmen der Differentialdiagnose der hämolytischen Anämie kann ein Pyruvatkinase-Mangel durch Nachweis einer verminderten Aktivität der Pyruvatkinase in Erythrozyten (Speziallabor) erfolgen. 5 Therapie Eine kausale Therapie ist nicht möglich.[flexikon.doccheck.com]
  • Autohämolysetest Diagnostik zu: Pyruvatkinasemangel Therapie zu: Pyruvatkinasemangel Therapie Pyruvatkinasemangel Die therapeutischen Möglichkeiten bei Pyruvatkinasemangel umfassen: unspezifisch Erythrozytentransfusion ggf.[med2click.de]

Prognose

  • Die Prognose des Pyruvatkinase-Mangels hängt maßgeblich vom Ausmaß der Restaktivität der Pyruvatkinase ab.[flexikon.doccheck.com]

Epidemiologie

  • […] zu: Pyruvatkinasemangel Epidemiologie Pyruvatkinasemangel Zur Epidemiologie des Pyruvatkinasemangels ist folgendes bekannt: v.a.[med2click.de]
  • Aus diesem Grund können Patienten mit Pyruvatkinasemangel niedrigere Hämoglobinwerte tolerieren als Patienten mit anderen Anämieformen. 5 Epidemiologie Der Pyruvatkinasemangel ist mit einer geschätzten Prävalenz von 1/10.000 eine seltene Erkrankung, jedoch[flexikon.doccheck.com]
  • Magendiagnostik Therapie -Vitamin-B12-Mangel: -Beseitigung der Ursache, wenn möglich -Substitution von Vitamin-B12: Evtl. lebenslange Therapie, meist intramuskuläre ... ... mit Anämie, Granulozytopenie, Thrombopenie Epidemiologie -Seltene Krankheit -In[lecturio.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Bearbeiten Synonym: PK-Mangel 1 Definition Der Pyruvatkinase-Mangel ist eine autosomal-rezessiv erbliche Störung der Glykolyse mit Auswirkungen auf den Erythrozytenstoffwechsel. 2 Pathophysiologie Die Funktion der Pyruvatkinase ist für den Erythrozyten[flexikon.doccheck.com]
  • Pathophysiologie Erythrozyten produzieren ATP durch Glykolyse. Ein Mangel an Pyruvatkinase, das Enzym, das die letzte Stufe der Glykolyse potenziert, ergibt in den roten Blutkörperchen mit verringerten Energie.[lebendom.com]

Quellen

Artikel

  1. Zanella A, Fermo E, Bianchi P, Valentini G. Red cell pyruvate kinase deficiency: molecular and clinical aspects. Br J Haematol. 2005;130(1):11-25.
  2. Christensen RD, Eggert LD, Baer VL, Smith KN. Pyruvate kinase deficiency as a cause of extreme hyperbilirubinemia in neonates from a polygamist community. J Perinatol. 2010;30(3):233-236.
  3. Raphaël MF, Van Wijk R, Schweizer JJ, et al. Pyruvate kinase deficiency associated with severe liver dysfunction in the newborn. Am J Hematol. 2007;82(11):1025-1028.
  4. Rider NL, Strauss KA, Brown K,et al. Erythrocyte pyruvate kinase deficiency in an old-order Amish cohort: longitudinal risk and disease management. Am J Hematol. 2011;86(10):827-834.
  5. Pekrun A, Lakomek M, Eber S, Konrad H, Schroter W. [Diagnosis of pyruvate kinase deficiency in the presence of an elevated reticulocyte count]. Dtsch Med Wochenschr. 1995; 120(47):1620-1624.
  6. Grace RF, Zanella A, Neufeld EJ, et al. Erythrocyte pyruvate kinase deficiency: 2015 status report. Am J Hematol. 2015;90(9):825-830.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:53