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Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion

SIADH

Bei Patienten, die am Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) leiden, ist die Produktion und Freisetzung des antidiuretischen Hormons pathologisch gesteigert. Daraus ergibt sich eine relative Blutverdünnung mit geringer Serumosmolalität und Hyponatriämie bei gleichzeitig erhöhter Osmolalität des Urins und hoher renaler Ausscheidung von Natrium. Die Diagnose wird gestellt, wenn Blut- und Urinanalysen diese Befunde offenbaren und alternative Diagnosen für eine Störung der Diurese und des Natriumhaushalts ausgeschlossen wurden.


Symptome

Der Terminus SIADH beschreibt eine Kombination klinischer und labordiagnostischer Befunde, ohne Angaben zur Ätiologie derselben zu machen. Tatsächlich ist das Spektrum möglicher Ursachen eines SIADH sehr breit und in einigen Fällen kann der Auslöser auch im Laufe der Aufarbeitung des Falles nicht identifiziert werden. Da ein geringgradiges SIADH meist keine Beschwerden hervorruft, wird das klinische Bild in diesen Fällen von weiteren, mit der Grunderkrankung in Zusammenhang stehenden Symptomen dominiert [1].

Die Präsentation bei symptomatischem SIADH hängt vom Krankheitsverlauf ab:

  • Setzt das SIADH akut ein und führt zu einer signifikanten Reduktion des Serumspiegels an Natrium, führt das zu zentralnervösen Störungen. Dazu zählen unter anderem motorische Anomalien wie Tremor, Asterixis, Myoklonien und Krampfanfälle. Zudem zeigen sich übersteigerte oder abgeschwächte Reflexe. Die Patienten haben mitunter Schwierigkeit, sich mitzuteilen, und sind verwirrt. Schließlich können auch Bewusstseinsstörungen auftreten: In leichten Fällen bleiben diese auf Lethargie und Somnolenz beschränkt, in schweren Fällen können die Betroffenen ins Koma fallen.
  • Neurologische Defizite charakterisieren auch das klinische Bild bei chronischem SIADH, allerdings entwickeln sich die Symptome hier schleichend und veranlassen nicht in jedem Fall zur sofortigen Vorstellung beim Arzt. Die Störungen der Motorik zeigen sich vor allem in Schwindel und Ataxie und daraus resultierenden Neigung zu Stürzen, aber auch die Fingerfertigkeit leidet unter dieser Kondition. Eine leichte kognitive Beeinträchtigung kann festgestellt werden und die Reaktionszeit der Patienten ist oft verlängert.
Krampfanfall
  • Mögliche Symptome sind: Übelkeit Erbrechen Kopfschmerzen Inappetenz Neurologische Symptome infolge einer Wasserintoxikation (Reizbarkeit, alterierte Persönlichkeit, Stupor, Krampfanfall ) 4 Diagnostik Die Diagnose ergibt sich aus der Zusammenschau der[flexikon.doccheck.com]
  • Dazu zählen unter anderem motorische Anomalien wie Tremor, Asterixis, Myoklonien und Krampfanfälle. Zudem zeigen sich übersteigerte oder abgeschwächte Reflexe. Die Patienten haben mitunter Schwierigkeit, sich mitzuteilen, und sind verwirrt.[symptoma.de]
Lethargie
  • Schließlich können auch Bewusstseinsstörungen auftreten: In leichten Fällen bleiben diese auf Lethargie und Somnolenz beschränkt, in schweren Fällen können die Betroffenen ins Koma fallen.[symptoma.de]
  • Es sind Kopfschmerzen, Persönlichkeitsveränderungen im Sinne von erhöhter Reizbarkeit oder Lethargie, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit bis zum Delirium und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma möglich.[de.wikipedia.org]
Reizbarkeit
  • Einhergehend mit der Wasserretention von ca. 3–4 Litern finden sich neurologische Symptome, wie Stupor, Krämpfe, Reizbarkeit sowie Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.[eref.thieme.de]
  • Mögliche Symptome sind: Übelkeit Erbrechen Kopfschmerzen Inappetenz Neurologische Symptome infolge einer Wasserintoxikation (Reizbarkeit, alterierte Persönlichkeit, Stupor, Krampfanfall ) 4 Diagnostik Die Diagnose ergibt sich aus der Zusammenschau der[flexikon.doccheck.com]
  • Es sind Kopfschmerzen, Persönlichkeitsveränderungen im Sinne von erhöhter Reizbarkeit oder Lethargie, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit bis zum Delirium und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma möglich.[de.wikipedia.org]
Verwirrtheit
  • Es sind Kopfschmerzen, Persönlichkeitsveränderungen im Sinne von erhöhter Reizbarkeit oder Lethargie, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit bis zum Delirium und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma möglich.[de.wikipedia.org]
Kann sich nicht ausdrücken
  • Im Deutschen wird häufig der Ausdruck „Schwartz-Bartter-Syndrom Schwartz-Bartter-Syndrom “ verwendet.[eref.thieme.de]
Myxödem
  • Jodmangelbedingte Schilddrüsenkrankheiten und verwandte Zustände Struma ( Kropf ) - E02 Subklinische Jodmangel-Hypothyreose Hypothyreose ( Schilddrüsenunterfunktion ) - E03 Sonstige Hypothyreose Hypothyreose ( Schilddrüsenunterfunktion ), Kretinismus, Myxödem[flexikon.doccheck.com]

Diagnostik

Vor etwa 50 Jahren wurden folgende diagnostische Kriterien definiert [2]:

  • Hyponatriämie bei insgesamt reduzierter Osmolalität des Plasmas (Referenzbereiche: Natrium, 135-145 mmol/l; Osmolalität, 275-295 mosmol/kg)
  • Isovolämie, Blutdruck und Hautturgor unauffällig
  • Natriumgehalt im Urin erhöht (>40 mmol/l [3])
  • Osmolalität des Urins erhöht (>100 mosmol/kg)
  • Ausschluss von Differentialdiagnosen

Daher basiert die Diagnose des SIADH vor allem auf Blut- und Urinuntersuchungen. Im Gespräch mit dem Patienten muss zudem geklärt werden, ob Umstände vorliegen, die eine gesteigerte Antidiurese rechtfertigen, z.B. die Einnahme von Pharmaka mit einer solchen Haupt- oder Nebenwirkung [4] oder eine Polydipsie, um einen vorübergehend hohen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Darüber hinaus sind pathologische Zustände auszuschließen, die Alterationen des Wasser- und Elektrolythaushalts bedingen könnten, z.B. Störungen der Hypophyse, der Nebennieren oder der Schilddrüse, sowie Erkrankungen von Herz, Leber und Nieren. Standarduntersuchungen von Blutproben können wichtige Hinweise auf derartige Pathologien liefern, aber zumeist bedürfen solche Befunde einer weiteren Abklärung durch Messungen der Serumkonzentrationen der jeweiligen Hormone, Stimulations- und Depressionstests, aber auch die bildgebende Diagnostik [3] [5]. Eine Magnetresonanztomographie des Kopfes empfiehlt sich allerdings nicht nur zum Ausschluss alternativer Diagnosen, sondern auch um bei bestätigtem SIADH zu überprüfen, ob sich ein Hirnödem entwickelt hat. Das Vorgehen im Einzelfall orientiert sich an der medizinischen Vorgeschichte des Patienten, dem klinischen Gesamtbild und den initial erhobenen Laborbefunden.

Quellen

Artikel

  1. Shepshelovich D, Leibovitch C, Klein A, et al. The syndrome of inappropriate antidiuretic hormone secretion: Distribution and characterization according to etiologies. Eur J Intern Med. 2015; 26(10):819-824.
  2. Bartter FC, Schwartz WB. The syndrome of inappropriate secretion of antidiuretic hormone. Am J Med. 1967; 42(5):790-806.
  3. Pliquett RU, Mohr P, Obermuller N. Endocrine testing for the Syndrome of Inappropriate Antidiuretic Hormone Secretion (SIADH). In: De Groot LJ, Chrousos G, Dungan K, et al., eds. Endotext. South Dartmouth (MA): MDText.com, Inc.; 2000.
  4. Draper B, Berman K. Tolerability of selective serotonin reuptake inhibitors: issues relevant to the elderly. Drugs Aging. 2008; 25(6):501-519.
  5. Verbalis JG, Greenberg A, Burst V, et al. Diagnosing and Treating the Syndrome of Inappropriate Antidiuretic Hormone Secretion. Am J Med. 2016; 129(5):537.e539-537.e523.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:33