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Thyreoglossus-Zyste

Als Thyreoglossus-Zyste (TZ) wird eine mit Flüssigkeit gefüllte, gut begrenzte Raumforderung beschrieben, die sich median im anterioren Hals entwickelt. Es handelt sich hierbei um ein Rudiment des Ductus thyreoglossus, der in der Embryonalentwicklung besteht, unter physiologischen Bedingungen jedoch im ersten Trimester der Schwangerschaft obliteriert. Die Therapie erfolgt durch Resektion der Zyste und der Reste des Ductus thyreoglossus.


Symptome

Die TZ entwickelt sich aus einem Rudiment des embryonalen Ductus thyreoglossus. Dieser erstreckt sich etwa vom Zungengrund bis zur Schilddrüse und dient als Leitschiene für das Wachstum und die Migration der Schilddrüsenanlage, die im zweiten Monat der Schwangerschaft in ihrer endgültigen Position im vorderen Halsbereich zu liegen kommt. Entsprechend kann sich eine TZ an beliebiger Position entlang des Ductus thyreoglossus bilden, falls dieser nicht obliteriert und atrophiert. In den meisten Fällen bildet sich die TZ auf Höhe des Zungenbeins oder darunter, median im Hals [1]. Seltener ist eine TZ im Bereich der Zunge gelegen [2].

Obwohl die Kondition des nur unzureichend obliterierten Ductus thyreoglossus angeboren ist, besteht beim Neonaten noch keine TZ. Diese wird erst nach mehreren Jahren, im Durchschnitt etwa im Einschulalter, als nicht schmerzhafte Umfangsvermehrung palpierbar und schließlich auch sichtbar [3]. Tatsächlich kann dieser Prozess auch noch später stattfinden, sodass die Rudimente des Ductus thyreoglossus erst beim Erwachsenen entdeckt werden. Dieser Umstand ist wohl auf die geringe Größe mancher TZ zurückzuführen, die erst diagnostiziert werden, wenn sich die Struktur entzündet und zu einer lokalen Rötung und verstärkten Schwellung sowie Schmerzen führt. Die Zyste ist dann auch vermehrt warm. Tatsächlich wird geschätzt, dass TZ bei bis zu 7% der Weltbevölkerung bestehen [4].

Aufgrund ihrer Position kann eine TZ zur Dysphagie oder Heiserkeit führen. Die Trachea ist gegenüber einer externen Kompressionen resistenter als der Ösophagus und zu respiratorischen Symptomen kommt es meist nur bei einer akuten Größenzunahme, z.B. im Rahmen einer Entzündung.

Diagnostik

Das klassische Bild der asymptomatischen Umfangsvermehrung median im Hals, die sich beim Schlucken oder beim Herausstrecken der Zunge bewegt, erlaubt oft schon die Diagnose der TZ [3]. Zur Bestätigung des Verdachts eignet sich die Sonographie als nicht invasives, kostengünstiges Verfahren der bildgebenden Diagnostik. Mittels Ultraschall lässt sich die flüssigkeitsgefüllte Zyste als echoarmer, eher homogener Raum darstellen. Zuweilen enthält die Zyste Debris, der ein heterogenes Bild bedingen kann. Das gilt besonders für infizierte Zysten. Im Fall einer Infektion der TZ lassen sich im umgebenden Gewebe zudem Anzeichen für ein entzündliches Geschehen entdecken. Die Wand der TZ ist dünn und gefäßarm. Sehr selten kommt es zur malignen Entartung von Schilddrüsengewebe in der Zyste. Ein so entstehendes Malignom stellt sich in der Sonographie als solide, echoreichere Umfangsvermehrung dar und kann nach Feinnadelaspiration oder Biopsie und anschließender histologischer Untersuchung diagnostiziert werden. Die Tumoren werden meist als papilläres Schilddrüsenkarzinom [5], seltener als gemischt papilläres-follikuläres Schilddrüsenkarzinom oder Plattenepithelkarzinom identifiziert. Weniger als 1% der TZ-Patienten sind von dieser ungünstigen Entwicklung betroffen [4].

Wenn notwendig, können aufwendigere Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie eingesetzt werden, um das Verhältnis der Zyste zu umgebenden anatomischen Strukturen zu beurteilen. Das ist vor allem in Vorbereitung auf die Resektion der Zyste und Rudimente des Ductus thyreoglossus wichtig.

Therapie

  • Die Therapie erfolgt durch Resektion der Zyste und der Reste des Ductus thyreoglossus. Die TZ entwickelt sich aus einem Rudiment des embryonalen Ductus thyreoglossus.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Schuss U, Bader H, Schmid E, Buchsteiner I. [Supralaryngeal swelling. Intrahyoid thyroglossal cyst]. Hno. 2000; 48(1):50-51.
  2. Lindstrom DR, Conley SF, Arvedson JC, Beecher RB, Carr MH. Anterior lingual thyroglossal cyst: antenatal diagnosis, management, and long-term outcome. Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2003; 67(9):1031-1034.
  3. Gowda D, Joseph S. Thyroglossal Cyst. Clin Pediatr (Phila). 2017:9922816687330.
  4. Ritzel RM, Bier J, Habermann CR. [Ductus Thyroglossal cyst carcinoma in a multicentric papillary thyroid carcinoma]. Rofo. 2013; 185(1):76-77.
  5. Palomino Martinez BD, Beristain Hernandez JL, Piscil Salazar MA, Villalpando Mendoza CJ, Velazquez Garcia JA. Thyroglossal cyst as primary site of papillary thyroid carcinoma metastatic to jugular lymph node chain. Endocrinol Nutr. 2014; 61(3):e11-12.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:54