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Torticollis spasticus

Torticollis spasmodicus

Der Torticollis spasticus (TS) ist eine Form der zervikalen Dystonie, bei der es zu unwillkürlichen Kontraktionen der Halsmuskulatur und damit zu unkontrollierbaren Bewegungen des Kopfes nach vorn, nach hinten oder zu einer der beiden Seiten kommt. Es handelt sich um eine neurologische Störung, die erst im Erwachsenenalter auftritt, jedoch genetisch bedingt sein kann. Zudem können traumatische und entzündliche Läsionen des Hirns sowie Pharmaka einen TS provozieren. Die Therapie erfolgt symptomatisch, es sei denn, eine mögliche Grunderkrankung kann geheilt werden.


Symptome

TS-Patienten leiden unter unilateralen, tonischen oder arrythmischen, unwillkürlichen Kontraktionen der Halsmuskulatur, die zum heftigen, ruckartigen Drehen, Strecken und Beugen der Halswirbelsäule in alle möglichen Richtungen führen [1]. Während bei einigen Patienten die forcierte Bewegung in eine bestimmte Richtung überwiegt, zeigen andere komplexe Kopf- und Halsbewegungen. Die Muskelkrämpfe sind zumeist schmerzhaft. In vielen Fällen werden sie durch eine verstärkte physische oder psychische Belastung getriggert [2]. Der Patient ist nicht in der Lage, dem Spasmus entgegenzuwirken und seinen Kopf wieder in die zuvor gehaltene Position zu bewegen, allerdings wird oft beschrieben, dass sogenannte Tricks eine Linderung der Symptome bewirken: Wenn der Betroffene einen bestimmten Bereich seines Kopfes oder Halses bewirkt, lässt die Spannung der Muskulatur nach. Außerdem helfen generell Ruhe und Entspannung, um die Beschwerden zu mildern [2].

Der Schweregrad des TS ergibt sich aus der Kopfposition während der fortwährenden Muskelspasmen, den Schmerzen, die dabei auftreten, und einer möglichen Behinderung im Alltag [3]. Der Schweregrad des TS ist nicht konstant, sondern nimmt gewöhnlich für einige Zeit zu, um dann auf einem Niveau stehen zu bleiben. Nicht selten wird aber auch ein Rückgang der Intensität der Muskelspasmen beobachtet, meist mehrere Jahre nach der Erstmanifestation.

Der Leidensdruck ist gewöhnlich sehr hoch und TS-Patienten entwickeln nicht selten Depressionen. Zudem ist die Inzidenz weiterer Dystonien unter TS-Patienten höher als in der allgemeinen Bevölkerung. Etwa ein Drittel derjenigen, die an einem TS leiden, zeigt zusätzliche Dystonien, vor allem des Kopf-Hals-Bereiches und der oberen Gliedmaße [4]. Das wiederum verstärkt die emotionale Belastung.

Tremor
  • Tortikollis ( Abb. 291), Laterokollis ( Abb. 262), Retro-, Anterokollis ( Video 73, Video 67, Video 3); tonischer, phasischer, „myoklonischer“ Tortikollis, Tortikollis mit unterlagertem Tremor (dystoner Tremor); im Frühstadium oft richtungswechselnd[eref.thieme.de]
  • Ausgewählte Seiten Seite 47 Seite 45 Seite 41 Seite 22 Seite 27 Inhalt Extrapyramidaler Tremor 12 Chorea 28 Das hyperkinetische Syndrom 53 Literatur 69 Hinweise zur CD 85 Urheberrecht Bibliografische Informationen Titel Extrapyramidale Hyperkinesen: ein[books.google.de]
  • Folgende Bewegungsstörungen können mit Hilfe der Tiefen Hirnstimulation behandelt werden: Morbus Parkinson Tremor (Essentieller Tremor, Tremor bei Multipler Sklerose, andere seltene Tremorformen) Dystonie Wie sind die Ergebnisse der Tiefen Hirnstimulation[neurologie-kiel.uk-sh.de]
  • Bevor die Kopfschiefstellung eintritt, können Verspannungen und Zittern (Tremor) erste Symptome sein.[neurologen-und-psychiater-im-netz.org]
Unwillkürliche Bewegungen
  • Bewegung des Kopfes zur Seite und nach hinten.[flexikon.doccheck.com]
  • In der Schulmedizin werden auch gerne Medikamenten verordnet, die die unwillkürlichen Bewegungen in ca. 30% der Fälle tatsächlich unterdrücken können. Mehr Entlastung bringt jedoch der schmerzstillende Effekt.[yamedo.de]
  • Diagnose Das klinische Spektrum unwillkürlicher Bewegungen mit einer abnormen Haltung von Kopf, Schulter- und Nacken-Region ist bei einer zervikalen Dystonie äußerst vielfältig.[neuro-wf.de]
Pendelnystagmus
  • […] kompensatorischer Schiefhals: bei essenziellem Kopftremor, Trochlearisparese, kongenitalem Pendelnystagmus ( )[eref.thieme.de]
Torticollis
  • Zur Prämedikation von Patienten mit Torticollis spasticus werden bei vielen Autoren keine besonderen Angaben gemacht.[eref.thieme.de]
  • Torticollis („Schiefhals“, auch: Torticollis spasmodicus oder veraltet Torticollis spasticus ) ist eine spezielle Form einer zervikalen Dystonie .[partners.academic.ru]
Nackenschmerz
  • Physiotherapie: Behandlung der Dystonie und der häufigen Nackenschmerzen[eref.thieme.de]
  • Nackenschmerzen sprechen bis zu 90% günstig an. Der Effekt stellt sich meist innerhalb der ersten Woche ein und hält über 3 bis 4 Monate an. Eine Wiederholung der Injektionsbehandlung ist überwiegend erst nach 4 bis 6 Monaten notwendig.[arznei-telegramm.de]

Diagnostik

Die idiopathische Form des TS manifestiert sich meist im mittleren Erwachsenenalter, während ein symptomatischer TS den Patienten in jenem Alter betrifft, in dem er ein Schädeltrauma, eine Enzephalitis oder ähnliche Läsionen erlitten hat. Es sollte gezielt gefragt werden, ob Psychopharmaka oder andere Medikamente eingenommen werden [5]. Für den idiopathischen TS wird eine genetische Komponente angenommen und die Mehrzahl der Patienten gibt an, mindestens ein Familienmitglied mit TS zu haben.

Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes, unter Berücksichtigung anamnestischer Angaben und nach dem Ausschluss von Differentialdiagnosen. Es kann zudem eine elektromyographische Untersuchung veranlasst werden, die eine objektive Beurteilung des Tonus des Musculus sternocleidomastoideus, des Musculus trapezius und Musculus splenius capitis erlaubt.

Bei einem TS-Patienten ist dieser auch in Phasen scheinbarer Symptomfreiheit erhöht. Hirntraumata und Enzephalitiden, die mit einem TS einhergehen, führen in der Regel zu weiteren neurologischen Störungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sollten Zweifel daran bestehen, dass organische Schäden für die Dystonie verantwortlich sind, kann eine Magnetresonanztomographie des Kopfes durchgeführt und eine Probe Zerebrospinalflüssigkeit untersucht werden. Das ist jedoch nur selten erforderlich.

Prognose

  • Prognose: Spontanremissionen in etwa 10 – 15 %.[eref.thieme.de]
  • Prognose und Therapie Ein angeborener Schiefhals sollte sofort innerhalb der ersten Lebensmonate behandelt werden.[yamedo.de]
  • Bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn ist die Prognose gut. Etwa 90 Prozent der betroffenen Kinder mit muskulärem Schiefhals können ohne Operation behandelt werden. Auch bei rechtzeitiger operativer Intervention ist die Prognose sehr gut.[deutsche-apotheker-zeitung.de]
  • Die Ursachen für einen Torticollis können sehr verschieden sein und dementsprechend unterschiedlich fallen auch Behandlung und Prognose aus. Lesen Sie hier das Wichtigste zum Symptom Torticollis und seine unterschiedlichen Erscheinungsformen.[netdoktor.de]

Epidemiologie

  • Epidemiologie: Prävalenz 10/100.000; Frauen/Männer ca. 1,5/1.[eref.thieme.de]
  • Psychosomatische Medizin (Psychosomatik): Begriffsbestimmung und Geschichte, Stellung der Ps. in der Gesamtmedizin, Psychoneuroendokrinologie und Psychoneuroimmunologie, Coping, die Verarbeitung von Krankheiten und von Kranksein, Epidemiologie, Psychosomatische[books.google.de]
  • Definition Klassifikation Epidemiologie Torticollis muscularis congenitus (angeborener muskulärer Schiefhals) Torticollis osseus (Kurzhals oder ossärer Schiefhals) Benigner paroxysmaler Torticollis Torticollis spasmodicus (spastischer Schiefhals) Torticollis[amboss.miamed.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Reichel G, Stenner A, Jahn A. [The phenomenology of cervical dystonia]. Fortschr Neurol Psychiatr. 2009; 77(5):272-277.
  2. Leplow B. [Emergency checklist: Spasmodic torticollis]. MMW Fortschr Med. 2015; 157(11):50-51.
  3. Jen MH, Kurth H, Iheanacho I, et al. Assessing the burden of illness from cervical dystonia using the Toronto Western Spasmodic Torticollis Rating Scale scores and health utility: a meta-analysis of baseline patient-level clinical trial data. J Med Econ. 2014; 17(11):803-809.
  4. Scheidt CE, Rayki O, Nickel T, et al. [Psychosomatic aspects of idiopathic spasmodic torticollis. Results of a multicenter study]. Psychother Psychosom Med Psychol. 1998; 48(1):1-12.
  5. Morgan RJ, Dolenc TJ. Escitalopram-Induced Progressive Cervical Dystonia. Psychosomatics. 2015; 56(5):572-575.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:50