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Trachealstenose

Luftröhreneinengung Trachealstenose

Die Diagnose Trachealstenose (TS) ist deskriptiv und beschreibt ganz allgemein eine Verengung des Lumens der Luftröhre. Verschiedene intrinsische und extrinsische, kongenitale und erworbene Pathologien können zur TS führen, die sich dann in respiratorischen Beschwerden zeigt. Zu den häufigsten Ursachen einer TS zählen Reizungen der Trachealschleimhaut nach Intubation und Umfangsvermehrungen in den umgebenden Geweben.


Symptome

Eine kongenitale TS kann sich je nach Schweregrad bereits beim Säugling oder erst in der Kindheit zeigen [1]. Mitunter ruft eine begleitende kongenitale Herzerkrankung eher Symptome hervor als die TS, wobei es sich hier um einen Atriumseptumdefekt, Ventrikelseptumdefekt, doppelten Aortenbogen, persistierenden Ductus arteriosus oder eine Fallot-Tetralogie handeln kann [2]. Erworbene TS treten in allen Altersklassen auf, besonders häufig aber bei Patienten, die für längere Zeit intubiert waren, bei denen eine Tracheostomie oder andere chirurgische Eingriffe an der Trachea realisiert wurden [3].

Eine TS ruft respiratorische Probleme hervor, zumeist eine Dyspnoe. Bei geringgradiger TS tritt die Atemnot möglicherweise nur unter Belastung auf, während der Patient in Ruhe beschwerdefrei ist. In schwereren Fällen bereitet es dem Betroffenen auch in Ruhe Mühe, zu atmen, und es stellen sich weitere Symptome einer unzureichenden Sauerstoffversorgung ein, z.B. Tachypnoe, Tachykardie, Palpitationen und Zyanose. TS-Patienten schnaufen, keuchen und husten oft und versuchen instinktiv, eine Körperhaltung einzunehmen, die ihnen das Atmen erleichtert.

Ein Unterdruck im Thorax, wie er physiologischerweise während der Inspiration besteht, kann bei entsprechender Prädisposition zum Kollabieren der Trachea und damit zur TS führen. Eine solche Form der TS geht daher mit einem inspiratorischen Stridor einher. Stabilere Varianten der TS, beispielsweise eine unabhängig von der Atemphase bestehende Kompression der Luftröhre durch eine Umfangsvermehrung, sind dagegen häufiger mit einem exspiratorischen Stridor assoziiert.

Die TS prädisponiert für Infekte der unteren Atemwege. Daher ist auch bei rekurrenter Bronchitis oder Pneumonie an Läsionen der Trachea zu denken. Weiterhin werden TS-Patienten häufig als Asthmatiker eingestuft, sprechen aber nur unzureichend auf eine Asthmatherapie an, da die TS durch die entsprechenden Medikamente nicht aufgehoben wird [4].

Stridor
  • In- und exspiratorischer Stridor Stridor Tracheastenose , ggf. mit jugulärer und interkostaler Einziehung, Lippenzyanose, Hustenreiz.[eref.thieme.de]

Diagnostik

Die Diagnose einer hochgradigen TS bereitet selten Probleme, aber eine chronische, weniger stark ausgeprägte Lumenverengung ist oft nur schwer zu erkennen. Nicht immer finden sich in der klinischen Untersuchung Hinweise auf eine TS, aber nach einer gründlichen Auskultation und einer Palpation des zugänglichen Abschnittes der Trachea, möglicherweise auch nach einer präziseren Charakterisierung der Dyspnoe im Rahmen einer spirometrischen Untersuchung, lässt sich die Liste der Differentialdiagnosen oft neu ordnen.

Am besten lässt sich der Zustand der Atemwege durch eine direkte Visualisierung beurteilen. Laryngoskop und Nasopharyngoskop erlauben eine Evaluierung der oberen Atemwege, während tiefer gelegene Strukturen mit dem Endoskop zugänglich sind [5]. Es sei darauf hingewiesen, dass die endoskopische Untersuchung zu Tachykardie und Arrythmie führen kann, weshalb insbesondere bei kardiologisch vorbelasteten Patienten ein kontinuierliches Monitoring angezeigt ist. Während einer Tracheoskopie und Bronchoskopie ist festzustellen, ob eine TS vorliegt, über welche Abschnitte sich diese erstreckt und wie stark das Lumen reduziert ist. Intrinsische Prozesse können direkt eingesehen werden und bei Zweifeln an ihrer Natur kann auch eine Biopsie erfolgen.

Extrinsische Pathologien erfordern je nach Lokalisation einen anderen Zugang. Sie können mittels Ultraschall/Echokardiographie, Computertomographie und/oder Magnetresonanztomographie dargestellt werden [6].

Prognose

  • Absolut problematisch und nur für Fälle mit schlechter Prognose ist das „Stenten“ der Trachea. Vielfältige Probleme resultieren ggf. aus dem Überwuchern der Stents, aus dem „Wandern“ der Stents bzw. durch Gefäßarrosion mit z.[eref.thieme.de]

Quellen

Artikel

  1. Herrera P, Caldarone C, Forte V, et al. The current state of congenital tracheal stenosis. Pediatr Surg Int. 2007; 23(11):1033-1044.
  2. Hofferberth SC, Watters K, Rahbar R, Fynn-Thompson F. Management of Congenital Tracheal Stenosis. Pediatrics. 2015; 136(3):e660-669.
  3. Cipriano A, Mao ML, Hon HH, et al. An overview of complications associated with open and percutaneous tracheostomy procedures. Int J Crit Illn Inj Sci. 2015; 5(3):179-188.
  4. Catenacci MH. A case of laryngotracheal stenosis masquerading as asthma. South Med J. 2006; 99(7):762-764.
  5. Reilly BK, Holliday MA, Rock AN, Kang X, Shekhar R, Preciado DA. Three-dimensional direct laryngoscopy and bronchoscopy: enhanced visualization of the airway. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2013; 139(4):367-370.
  6. Koopman JP, Bogers AJ, Witsenburg M, Lequin MH, Tibboel D, Hoeve LJ. Slide tracheoplasty for congenital tracheal stenosis. J Pediatr Surg. 2004; 39(1):19-23.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:01