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Traumatische Aortenruptur

Als traumatische Aortenruptur (TAR) wird ein Ein- oder Zerreißen der Hauptschlagader nach Einwirkung hoher mechanischer Energien bezeichnet. Häufigste Ursachen der TAR sind Verkehrsunfälle oder schwere Stürze. Die meisten Patienten versterben innerhalb kürzester Zeit an der Unfallstelle. Falls eine Therapie eingeleitet werden kann, besteht diese entweder in einer offenen Thoraxchirurgie oder dem Einsatz eines intravaskulären Stents.


Symptome

TAR-Patienten zeigen in der Regel Symptome einer massiven inneren Blutung, die binnen weniger Minuten zum Kreislaufversagen und zum Tode führt. Diese Symptome setzen perakut ein, was beispielsweise beobachtet werden kann, wenn ein Unfallopfer eingeliefert wird und Gewebe, dass bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Aortenriss abgedichtet hat, nachgibt. Der Zustand dieser Patienten verschlechtert sich dann rapide.

Wenn die Betroffenen zuvor bei Bewusstsein sind, beschreiben sie möglicherweise retrosternale Schmerzen, leiden an Dyspnoe und Husten. Diese Symptome können sich aus einem intrathorakalen Hämatom ergeben, das ähnlich einer mediastinalen Masse die Thoraxorgane komprimiert und deren Funktion einschränkt. In der Auskultation mögen systolische Herzgeräusche auffallen. Möglicherweise ist auch eine Differenz zwischen dem an den oberen und unteren Extremitäten gemessenem systolischen Blutdruck festzustellen [1]. Die Dekompensation wird von einem Absinken des systolischen Blutdrucks auf <90 mmHg, Tachykardie und Tachypnoe begleitet. Die Haut des Patienten ist kühl und klamm. Eine zunehmende Zyanose zeigt die Kreislaufinsuffizienz und das bevorstehende Kreislaufversagen an. Je nach insgesamt erlittenem Blutverlust verlieren die Betroffenen früher oder später das Bewusstsein.

Aufgrund der Ätiologie der TAR zeigt die Mehrzahl der Betroffenen weitere Verletzungen. So wurden bei 70, 50 und 40% der TAR-Patienten Frakturen, zusätzliche Thoraxläsionen und Weichgewebstraumata im Bauchraum diagnostiziert [2]. Derartige Verletzungen können signifikant zum Allgemeinzustand und zur Prognose beitragen, aber es gibt nur wenige Situationen, in denen eine Läsion der Aorta mit noch zurückgehaltener Blutung bei der Versorgung des Patienten nicht oberste Priorität hat. Der hohe Druck in der Aorta geht mit einem hohen Risiko einher, dass Schwachstellen in der Aortenwand oder periaortales Gewebe schließlich nachgeben und der Patient verblutet. "Wenige Situationen" umfasst dabei extensive Abdominaltraumata, möglicherweise mit Verletzung größerer Gefäße, und Schäden des zentralen Nervensystems [3].

Zyanose
  • Eine zunehmende Zyanose zeigt die Kreislaufinsuffizienz und das bevorstehende Kreislaufversagen an. Je nach insgesamt erlittenem Blutverlust verlieren die Betroffenen früher oder später das Bewusstsein.[symptoma.com]
Retrosternaler Schmerz
  • Wenn die Betroffenen zuvor bei Bewusstsein sind, beschreiben sie möglicherweise retrosternale Schmerzen, leiden an Dyspnoe und Husten.[symptoma.com]
Tachypnoe
  • Die Dekompensation wird von einem Absinken des systolischen Blutdrucks auf 90 mmHg, Tachykardie und Tachypnoe begleitet. Die Haut des Patienten ist kühl und klamm.[symptoma.com]

Diagnostik

Keines der zuvor beschriebenen Symptome ist spezifisch für eine TAR; sie mögen alle auch im Zusammenhang mit einem anderweitig verursachten hypovolämischen Schock auftreten. Allerdings bedeutet jegliche Verzögerung in der Behandlung einer TAR eine weitere Verschlechterung der Prognose.

Röntgenaufnahmen können zügig angefertigt werden und lassen bei TAR einen Hämothorax, zuweilen auch einen Pneumothorax und ein mediastinales Hämatom erkennen. Im Fall eines Mediastinalhämatoms ist das Mediastinum stark verbreitert und nimmt mehr als ein Viertel des Thoraxdurchmessers ein. Weiterhin weist ein verwaschenes Bild zwischen Aortenbogen und Lungenarterie auf eine Aortenruptur hin. Eine noch gehaltene Blutung bei unvollständiger Aortenruptur ist im Röntgenbild kaum zu erkennen.

Diesbezüglich sind Computer- und Magnetresonanztomographie sensitivere Verfahren und wenn es noch nicht zur Hämorrhagie gekommen ist, ist zumindest die Computertomographie auch durchführbar [4] [5]. Für die Magnetresonanztomographie müsste der Patient zu lange von lebenserhaltenden Geräten getrennt werden. Direkte Anzeichen einer TAR sind luminale Thromben, Intimaflaps, Pseudoaneurysmen und das bereits erwähnte Mediastinalhämatom sowie eine sichtbare Extravasation von eingesetztem Kontrastmittel [6]. Werden mehr als zwei dieser Befunde erhoben, ist unverzüglich eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Therapie

  • Werden mehr als zwei dieser Befunde erhoben, ist unverzüglich eine entsprechende Therapie einzuleiten.[symptoma.com]

Prognose

  • Allerdings bedeutet jegliche Verzögerung in der Behandlung einer TAR eine weitere Verschlechterung der Prognose.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Kopp R, Andrassy J, Czerner S, et al. [Traumatic thoracic aorta rupture: preclinical assessment, diagnosis and treatment options]. Anaesthesist. 2008; 57(8):782-793.
  2. Antonopoulos CN, Sfyroeras GS, Kallinis A, Kakisis JD, Liapis CD, Petridou ET. Epidemiology of concomitant injuries in traumatic thoracic aortic rupture: a meta-analysis. Vascular. 2014; 22(6):395-405.
  3. Pate JW, Fabian TC, Walker W. Traumatic rupture of the aortic isthmus: an emergency? World J Surg. 1995; 19(1):119-125; discussion 125-116.
  4. Jost D, Schachner T, Czuprin C, Richter G, Hupp T. [Traumatic aortic rupture and concomitant type B aortic dissection after skiing accident]. Unfallchirurg. 2014; 117(1):72-74.
  5. Pongratz J, Ockert S, Reeps C, Eckstein HH. [Traumatic rupture of the aorta: origin, diagnosis, and therapy of a life-threatening aortic injury]. Unfallchirurg. 2011; 114(12):1105-1112; quiz 1113-1104.
  6. Ng CJ, Chen JC, Wang LJ, et al. Diagnostic value of the helical CT scan for traumatic aortic injury: correlation with mortality and early rupture. J Emerg Med. 2006; 30(3):277-282.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:47