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Ureterolithiasis

Harnleiterstein Ureterstein; Ureterolithiasis

Der Terminus Ureterolithiasis (UL) bezeichnet das Vorkommen von Konkrementen im Harnleiter. Hierbei handelt es sich in der Regel um Nierensteine, die aus dem Nierenbecken in den Harnleiter gespült wurden, weshalb eine UL zumeist mit einer Nephrolithiasis einhergeht. Die Obstruktion des Harnleiters durch die Konkremente führt zunächst zum Hydroureter, in der Folge aber auch zur Hydronephrose und möglicherweise zum Nierenversagen. Wann immer möglich sollte versucht werden, die Obstruktion unter Vermeidung eines chirurgischen Eingriffs zu lösen.


Symptome

Die Ureter sind Hohlorgane mit sehr geringem Lumen, sodass eine UL in vielen Fällen eine vollständige Obstruktion des Harnleiters nach sich zieht. Während Patienten mit einer Nephrolithiasis oft lange Zeit asymptomatisch bleiben, ruft die Verstopfung des Harnleiters durch Konkremente Spasmen der glatten Muskulatur hervor, die zu akuten Schmerzen führen. Wenngleich eine bilaterale Nephrolithiasis eine beidseitige Ureterolithiasis provozieren kann, so konzentrieren sich die Schmerzen in vielen Fällen doch auf eine Seite und hier auf die Flanke und den Rücken. Die Patienten konsultieren aufgrund dieser intensiven, kolikartigen Schmerzen häufig den Notdienst [1] [2]. In einigen Fällen treten begleitend Nausea und Emesis sowie Fieber und Schüttelfrost auf [3].

Im Laufe der folgenden Stunden kann der Schmerz spontan nachlassen, aber diese Erleichterung ist nicht notwendigerweise darauf zurückzuführen, dass die Steine in die Harnblase gespült werden konnten. Tatsächlich sind Rezidive sehr wahrscheinlich, vor allem in der Nacht oder am frühen Morgen.

Ein wichtiger, aber unspezifischer Hinweis auf die Präsenz von Konkrementen in den Uretern ist die mikroskopische oder makroskopische Hämaturie. Darüber hinaus sind jegliche Änderungen in der Menge des ausgeschiedenen Urins zu beachten, wobei eine Anurie nur bei vollständiger Obstruktion beider Ureter zu erwarten ist und eine Polyurie ein akutes Nierenversagen anzeigen kann.

Flankenschmerz
  • Steinlokalisation im Ureter: kolikartiger oder konstanter Flankenschmerz mit Ausstrahlung in den Unterbauch.[urologielehrbuch.de]

Diagnostik

Die Detektion einer Hämaturie erlaubt die Lokalisation der Beschwerden im Urogenitaltrakt, nicht jedoch in einem bestimmten Abschnitt, und Blut im Urin kann auch das Resultat von Harnwegsinfekten, Traumata, benignen und malignen Umfangsvermehrungen sein [4]. Tragende Säule der UL-Diagnostik ist daher die Bildgebung, in erster Linie die Sonographie, aber auch die Computer- und Magnetresonanztomographie [5] [6] [7]: Anhand der Aufnahmen ist zu beurteilen, ob eine UL vorliegt und inwiefern diese bereits zur Bildung eines Hydroureters und einer Hydronephrose geführt hat. Mit Hilfe des Ultraschalls gelingt die Darstellung der Konkremente in den Uretern nicht immer, aber die Technik eignet sich gut zum Nachweis eines Urinrückstaus. Die Sensitivität und Spezifität der Computer- und Magnetresonanztomographie zur direkten Visualisierung der UL ist höher. Wenn nötig, können die Harnwege im Rahmen einer retrograden Pyelographie mit Kontrastmitteln gefüllt und Obstruktionen noch deutlicher dargestellt werden.

Darüber hinaus sind Standarduntersuchungen von Blutproben durchzuführen. Hierbei geht es zunächst um die Einschätzung der Nierenfunktion und das Erkennen einer möglicherweise bestehenden Infektion, aber es sollte auch abgeklärt werden, ob Grunderkrankungen zur Bildung von Harnsteinen prädisponieren. So zählt die Urolithiasis beispielsweise zu den Leitsymptomen des Hyperparathyreoidismus. Eine genaue Charakterisierung der Konkremente, wie sie anhand des Urinsediments oder bereits ausgeschiedener Steine möglich ist, hilft, die Liste möglicher Ursachen einzuschränken. Grundsätzlich sollten die Patienten auch befragt werden, ob sie Trink- und Essgewohnheiten pflegen, die Einfluss auf die Bildung von Harnsteinen haben.

Therapie

  • Neben der symptomatischen Therapie mit Analgetika und Spasmolytika steht die Rezidivprophylaxe im Vordergrund. Günstig ist grundsätzlich eine reichliche Flüssigkeitszufuhr sowie die Anpassung der Ernährung.[amboss.miamed.de]
  • Retrograde Pyelographie: Die retrograde Pyelographie ist indiziert bei zweifelhaften Befunden in der Sonographie und Urographie, weiterhin auch vor endoskopischer Therapie.[urologielehrbuch.de]

Epidemiologie

  • Epidemiologie Klassifikation Symptome/Klinik Harnsteine (Urolithiasis) können im gesamten Urogenitaltrakt lokalisiert sein ( Niere Nephrolithiasis mit Unterscheidung von Nierenbecken -, Nierenkelch- und Nierenausgusssteinen, Harnleiter Ureterolithiasis[amboss.miamed.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Miranda EP, Almeida DC, Ribeiro GP, Scafuri AG. Acute onset of renal colic from bilateral ureterolithiasis: a case report. Cases J. 2009; 2:6354.
  2. Schwab S, Kuefner MA. [Ureterolithiasis with right urine blockage]. Dtsch Med Wochenschr. 2007; 132(31-32):1627-1628.
  3. Pace K, Spiteri K, German K. Spontaneous proximal ureteric rupture secondary to ureterolithiasis. J Surg Case Rep. 2017; 2016(11).
  4. Yoon G, Franke EI, Kaptein J, Bellman G. Usefulness of urinalysis in following patients with distal ureterolithiasis. J Endourol. 2008; 22(6):1233-1235.
  5. Knöpfle E, Hamm M, Wartenberg S, Bohndorf K. [CT in ureterolithiasis with a radiation dose equal to intravenous urography: results in 209 patients]. Rofo. 2003; 175(12):1667-1672.
  6. Sternberg KM, Pais VM, Jr., Larson T, Han J, Hernandez N, Eisner B. Is hydronephrosis on ultrasound predictive of ureterolithiasis in patients with renal colic? J Urol. 2016.
  7. Thoeny HC, Binser T, Roth B, Kessler TM, Vermathen P. Noninvasive assessment of acute ureteral obstruction with diffusion-weighted MR imaging: a prospective study. Radiology. 2009; 252(3):721-728.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:03