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Varizellen

Windpocken

Varizellen sind eine durch das Varizella-Zoster-Virus verursachte Infektion, die hauptsächlich im Kindesalter auftritt und durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Typische Symptome sind Exanthem, Pruritus, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.


Symptome

Die Prodromalphase der Varizellen besteht aus Unwohlsein und leichtem Fieber. Das charakteristische Merkmal der Varizellen ist die Bildung von Exanthem, das sich über 3 bis 6 Tage entwickelt. Am Rumpf, später auf dem behaarten Kopf, dem Gesicht und den Extremitäten bilden sich juckende rote Flecken oder Papeln, aus denen sich Vesikel mit rotem Hof entwickeln. In der ersten Woche, sind die Hautveränderungen in verschiedenen Entwicklungsstadien zu sehen, so dass von einem „Sternenhimmel“ gesprochen wird. Bis zum Ende der ersten Woche lässt das Fieber nach und die Hautveränderungen beginnen Krusten zu bilden, diese trocken und fallen ab. Schließlich heilen sie ohne Narbenbildung.

Komplikationen der Varizellen sind die folgenden:

Kopfschmerz
  • […] selten (Varicellon), gelegentlich (Varitect): Fieber, Kopfschmerzen, Arthralgien, GIT-Symptome[eref.thieme.de]
Guillain-Barré-Syndrom
  • Erwachsene mit Erstinfektionen sind gefährdet durch Pneumonie, Meningoenzephalitis oder Guillain-Barré-Syndrom.[eref.thieme.de]
  • Weitere mögliche, auch schwerwiegendere Komplikationen, die das Nervensystem betreffen, sind eine aseptische Meningitis, Enzephalitis, Myelitis transversa, ein Guillain-Barré-Syndrom oder ein Reye-Syndrom.[rki.de]
  • Neurologische Komplikationen umfassen die Zoster-Meningitis, motorische Neuropathien und Lähmungen, das Guillain-Barré-Syndrom, die granulomatöse Arteriitis und Hirnnervenausfälle (Malin, 1996).[web.archive.org]
Fieberkrämpfe
  • Auch wenn es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Triggereffekt handelt, empfiehlt die STIKO aufgrund eines erhöhten Risikos für Fieberkrampf nach der 1.[eref.thieme.de]
Fieber
Unwohlsein
  • Die Prodromalphase der Varizellen besteht aus Unwohlsein und leichtem Fieber. Das charakteristische Merkmal der Varizellen ist die Bildung von Exanthem, das sich über 3 bis 6 Tage entwickelt.[symptoma.com]
  • Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen 1–2 Tage vor dem eigentlichen Krankheitsbeginn beginnt die Erkrankung mit einem juckenden Exanthem und Fieber, selten über 39 C. Diese letztgenannten Symptome halten etwa 3 –5 Tage an.[rki.de]
Husten
  • Infektionsweg Die Übertragung erfolgt aerogen durch virushaltige Tröpfchenkerne, die beim Atmen oder Husten ausgeschieden werden und unter Umständen im Umkreis von mehreren Metern zur Ansteckung führen können.[rki.de]
Starker Bauchschmerz
  • Starke Bauchschmerzen und ein geblähter Bauch weisen auf Komplikationen im Magen-Darm-Trakt hin.[de.wikipedia.org]
Exanthem
  • […] typisches papulovesikuläres Exanthem papulovesikuläres Exanthem, schubweiser Verlauf Bild des „Sternenhimmels“[eref.thieme.de]
Ausschlag
  • Ausschlag kann auch sehr diskret sein[eref.thieme.de]
  • Für Schwangere sind diese Krankeiten, die von einem Herpres Virus … Fieber, Schluckbeschwerden und Ausschlag Frage: Mein dreieinhalbjähriges Kind hat leichtes Fieber, leichte Schluckbeschwerden, einen flächendeckend roten Ausschlag im Gesicht (Wangen)[netdoktor.at]
Ekzem
  • Sie ist ernst bei abwehrgeschwächten Patienten (auch unter systemischer Kortikosteroidtherapie) und bei Kindern mit akutem Ekzem, bei Enzephalitis (gut dagegen bei Zerebellitis!)[eref.thieme.de]
  • Zellkontakte, so dass sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum im Gewebe bildet. 3 Hintergrund Vesikel kommen bei einer Vielzahl verschiedener Hauterkrankungen und Infektionskrankheiten vor u.a. bei: Herpes simplex Varizellen (Windpocken) Pocken Ekzem[flexikon.doccheck.com]
Pruritus
  • Typische Symptome sind Exanthem, Pruritus, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Prodromalphase der Varizellen besteht aus Unwohlsein und leichtem Fieber.[symptoma.com]
Exkoriation
  • Die Bläschen heilen narbenlos nach 2–3 Wochen ab, wenn keine Exkoriation mit anschließender bakterieller Sekundärinfektion auftritt. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung schwerer.[eref.thieme.de]
Anisokorie
  • Fetales Varizellen-Syndrom: Varizellen-Syndrom fetales Die häufigsten Fehlbildungen sind Hautdefekte (Narben), Skelett- und Muskelhypoplasien, Augenanomalien (Mikrophthalmus, Anisokorie, Katarakt, Chorioretinitis), ZNS-Anomalien (Atrophie, Ventrikeldilatation[eref.thieme.de]

Diagnostik

Die Diagnose der Varizellen wird in der Regel nach klinischer Untersuchung auf der Grundlage des charakteristischen Ausschlags gestellt. Die folgenden Untersuchungen können hilfreich sein, wenn die klinische Untersuchung ist nicht ausreichend ist.

  • Blutbild: Weiße Blutkörperchen sind in der Regel normal oder niedrig. Erhöhung der Anzahl der weißen Blutkörperchen kann bei sekundärer bakterieller Infektion auftreten.
  • Röntgen des Thorax: Bei Varizellen-Pneumonie können zahlreiche bilaterale noduläre Verschattungen zu sehen sein. Hyperinflation kann auch bestehen.
  • Direkter Virusnachweis: Ein direkter Virusnachweis kann durch Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erfolgen.
  • Antikörpernachweis: Der Antikörpernachweis wird mit serologischen Verfahren wie Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) durchgeführt [3].
Humanes Herpesvirus 3
  • Der Erreger der Windpocken ist das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das gemäß der Virus-Taxonomie auch als Humanes Herpesvirus 3 (HHV-3) bezeichnet wird. Einziges bekanntes Reservoir ist der Mensch.[de.wikipedia.org]

Therapie

Bei einem gesunden Kind sind Varizellen keine ernsthafte Erkrankung. Die Behandlung besteht aus den folgenden Optionen:

  • Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist sicherzustellen.
  • Hygiene: Die Haut und Nägel sollten sauber gehalten werden. 
  • Antipyretika: Paracetamol kann zur Fiebersenkung verwendet werden. Acetylsalicylsäure sollte nicht gegeben werden, um das Risiko von Reye-Syndrom zu vermeiden.
  • Pruritus: Juckreiz kann durch kühle und feuchte Kompressen oder adstringierende Emulsionen gelindert werden.
  • Antibiotika: Bei Sekundärinfektion der Haut ist eine Antibiotika-Therapie erforderlich.
  • Varizella-Zoster-Immunglobulin: Varicella-Zoster-Immunglobulin kann als Postexpositionsprophylaxe, bei Kindern, die immungeschwächt sind oder eine Kortikosteroid-Therapie für andere Erkrankungen erhalten, gegeben werden [4] [5].
  • Virustatika: Aciclovir oder Vidarabin können bei Kindern, die älter als zwei Jahre sind, eingesetzt werden. Intravenöse Gabe blockiert die weitere Virusreplikation innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Solch eine frühzeitige Behandlung verhindert einen schweren Krankheitsverlauf und die damit verbundenen Komplikationen [6] [7].

Prognose

Die Prognose der Varizellen ist meist gut. Die Mortalität ist abhängig von der Gesundheit und dem Alter des Kindes. Die Sterblichkeitsrate von Kindern mit der Erkrankung ist etwa 1:50.000 Kinder. Bei Säuglingen ist die Mortalität mit 1:13.000 Kinder viel höher. Kinder mit hochdosierter Steroidtherapie haben ein höheres Risiko von Komplikationen bei Varizellen. Die Sterblichkeit aufgrund von Varizellen ist in den USA seit der Umsetzung der Impfung zurückgegangen [2].

Ätiologie

Varizellen werden durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) aus der Familie der Herpesviren verursacht. Das Varicella-Zoster-Virus ein DNA-Virus und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Varizellen sind ansteckend 24 bis 48 Stunden bevor der Hautausschlag erscheint und während nicht verkrustete Bläschen vorhanden sind - das sind etwa 3 bis 7 Tage.

Epidemiologie

Varizellen sind eine häufige Erkrankung von Kindern. Sie treten bei in allen Rassen und Geschlechtern auf [1].

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Nachdem ein anfälliges Kind sich mit dem Virus infiziert, gibt es eine Inkubationszeit von etwa 10 bis 20 Tage vor dem Auftreten des charakteristischen Ausschlags. Die anfängliche Infektionsstelle sind die Bindehaut oder die oberen Atemwege. Das Virus repliziert dann für etwa 4 bis 6 Tage im lymphatischen Gewebe des Rachenraumes mit einer anschließenden Virämie. Eine Woche später wird das Virus in großen Mengen nach einer zweiten Replikation in den retikuloendothelialen Organen freigesetzt. Dies wird als sekundäre Virämie bezeichnet. Das Virus verlässt dann die Kapillaren und dringt in die Epidermis der Haut ein. Die charakteristischen Bläschen erscheinen dann auf der Haut.

Prävention

Varizellen können durch die Impfung [8] verhindert werden. Der Varizellen-Impfstoff wird nicht unter dem Alter von einem Jahr empfohlen. Herpes zoster kann auch bei Erwachsenen durch die Verwendung des Impfstoffes verhindert werden [9] [10]. Die Infektion mit Varizellen verleiht lebenslange Immunität.

Zusammenfassung

Varizellen, auch bekannt als Windpocken, sind eine häufige Krankheit der pädiatrischen Population. Sie werden durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht. Die wesentlichen Merkmale der Varizellen sind Unwohlsein, Hautausschlag, Fieber und Kopfschmerzen. Nach der Erholung von der ersten Infektion, verbleibt das Virus in einem latenten Zustand in den Spinalganglien. In etwa 10 bis 15% der Fälle kann das Virus zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert werden und Herpes zoster verursachen.

Patientenhinweise

Varizellen, auch als Wasserpocken, Spitzblattern, Feuchtblattern oder Schafplattern bekannt, ist eine häufige Infektionskrankheit bei Kindern. Sie wird durch ein Virus verursacht und ist durch die Bildung von Hautausschlag gekennzeichnet. Die Prognose ist gut und eine Behandlung ist notwendig, um die Entwicklung von Komplikationen zu vermeiden.

Quellen

Artikel

  1. Choo PW, Donahue JG, Manson JE, Platt R. The epidemiology of varicella and its complications. The Journal of infectious diseases. Sep 1995;172(3):706-712.
  2. Nguyen HQ, Jumaan AO, Seward JF. Decline in mortality due to varicella after implementation of varicella vaccination in the United States. The New England journal of medicine. Feb 3 2005;352(5):450-458.
  3. Sauerbrei A, Wutzler P. Serological detection of specific IgG to varicella-zoster virus by novel ELISA based on viral glycoprotein antigen. Clinical laboratory. 2009;55(1-2):1-7.
  4. Kim JH, Kwon DH, Bae EY, et al. Use of intravenous immunoglobulin in a disseminated varicella infection in an immunocompromised child. Korean journal of pediatrics. Aug 2014;57(8):370-373.
  5. Lu YC, Fan HC, Wang CC, Cheng SN. Concomitant use of acyclovir and intravenous immunoglobulin rescues an immunocompromised child with disseminated varicella caused multiple organ failure. Journal of pediatric hematology/oncology. Dec 2011;33(8):e350-351.
  6. Rosenberg NM, Brenner SL, Singer JI, Woodward GA. Use of acyclovir in varicella. Pediatric emergency care. Feb 1993;9(1):57-59.
  7. Vilde JL, Longuet P. [Acyclovir and infections caused by varicella-zoster viruses]. La Revue du praticien. Oct 15 1994;44(16):2133-2136.
  8. Dennehy PH. Varicella vaccine for prevention of chickenpox. Rhode Island medicine. Jan 1995;78(1):14-16.
  9. Hambleton S. Prevention of varicella and zoster by live attenuated VZV vaccine. Frontiers in bioscience : a journal and virtual library. 2008;13:2696-2704.
  10. Caple J. Varicella-zoster virus vaccine: a review of its use in the prevention of herpes zoster in older adults. Drugs of today. Apr 2006;42(4):249-254.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:50