Edit concept Question Editor Create issue ticket

Venenthrombose

Trophische Störungen Unterschenkel

Die Bildung eines Blutgerinnsels in einem venösen Gefäß führt zur Venenthrombose (VT). Die VT kann die Drainage des abhängigen Gewebes beeinträchtigen, aber Morbidität und Mortalität resultieren viel häufiger aus der Verschleppung von Gerinnseln und Thromboembolien.


Symptome

Die Beschwerden, die mit einer VT einhergehen, hängen von der Lokalisation der Thrombose und dem Grad des Gefäßverschlusses ab. Eine tiefe Venenthrombose betrifft zumeist die unteren Extremitäten und kann zum Ödem und Erythem des betroffenen Gliedmaßenabschnitts führen. Die venöse Stauung ruft Schäden im nur unzureichend drainierten Gebiet hervor und die Patienten klagen über eine vermehrte Schmerzempfindlichkeit. Typischerweise nehmen die Beschwerden nach längerem Stehen oder Gehen an Intensität zu. Der Test auf das Homans-Zeichen verläuft in vielen Fällen positiv. Bei hochgradiger VT kann sich eine Phlegmasia cerulea dolens oder eine Gangrän entwickeln [1].

Der Verschluss von Lungenarterieren durch Thromben, die aus dem venösen Gefäßsystem über das rechte Herz hierher verschleppt wurden, führt zu plötzlich einsetzenden Schmerzen in der Brust, zur Dyspnoe, Tachykardie und Zyanose. Die Patienten beginnen zu schwitzen und zu husten, einigen wird schwindelig. Manchmal kann ein Anstieg der Körpertemperatur auf geringgradiges Fieber festgestellt werden. Ein großer Teil der Patienten, die eine Lungenembolie erleiden, hat eine medizinische Vorgeschichte, die eine VT einschließt.

Zyanose
  • Zyanose: kardiale oder pulmonale Zyanose (lokal vs. systemisch), Morbus Sudeck.[eref.thieme.de]
Gangrän
  • Phlegmasia coerulea dolens: Schock, Verbrauchskoagulopathie, Gangrän; hohe Letalität.[eref.thieme.de]

Diagnostik

Thromben, die den venösen Blutfluss stören, können mit Hilfe der Dopplersonographie, der Magnetresonanztomographie oder der Computertomographie dargestellt werden [2]. Wenn die Visualisierung der Vene mittels Ultraschall möglich ist, dann wird diese Herangehensweise bevorzugt. Das trifft beispielsweise auf thrombosierte Varizen oder eine tiefe VT im Bereich der Extremitäten zu. Um jedoch eine Hirnvenenthrombose zu identifizieren, müssen dynamische Verfahren der Magnetresonanztomographie oder eine kontrastverstärkte Computertomographie realisiert werden [3]. Die genannten Methoden der bildgebenden Diagnostik haben die Venographie mit Kontrastmitteln weitgehend verdrängt, da sie weniger invasiv sind. Besonders in Fällen von subakuter oder chronischer VT kann das Venogramm aber nach wie vor wichtige Informationen liefern [3] [4].

Demographische Daten und anamnestische Angaben weisen mitunter auf eine Prädisposition zur VT hin. So kann es nach Einsatz eines Venenkatheters, nach chirurgischen Eingriffen oder Traumata zur Bildung von Blutgerinnseln in den jeweiligen Gefäßen kommen. Es besteht dann ein räumlicher Zusammenhang und in der Regel sind nur einzelne Venen betroffen. Im Gegensatz dazu werden Patienten, die an einer Thrombophilie oder systemischen Erkrankungen leiden, die die Thrombenbildung erleichtern, meist mit multiplen VT vorstellig. Die Grunderkrankung kann zu zusätzlichen Symptomen führen, die bei der Entscheidung zum weiteren Vorgehen beachtet werden sollten:

  • Laboranalysen von Blutproben offenbaren zuweilen eine Thrombophilie, erhöhte Spiegel von D-Dimeren [5] oder Anomalien bezüglich der Konzentrationen von Gerinnungsfaktoren.
  • Koagulationsstudien sollten angestellt werden, wenn der Verdacht auf eine systemische, prothrombotische Kondition besteht.
  • Die bildgebende Diagnostik wird eingesetzt, um den Zustand von Herz und Lunge zu beurteilen. Dazu bieten sich vor allem die Echokardiographie und die computertomographische Angiographie an. In Röntgenaufnahmen können Hinweise auf eine Thromboembolie gefunden werden (z.B. Hampton hump, Fleischner-Zeichen, Westermark-Zeichen), aber die Methode ist wenig spezifisch und wenig sensitiv.
  • Genetische Analysen sind angezeigt, um hereditäre Erkrankungen nachzuweisen. Genetisch bedingte Krankheiten, die zur VT prädisponieren, sind z.B. hereditärer Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel und angeborener Antithrombin-III-Mangel.

Prognose

  • Prognose: Bei nicht erfolgreicher Behandlung der Subklavia-Axillaris-Thrombose kann sich ein postthrombotisches Syndrom (s. Komplikationen: Lungenarterienembolie und chronisch venöse Insuffizienz) des Arms entwickeln.[eref.thieme.de]

Epidemiologie

  • […] phlebothrombosis, deep vein thrombosis, DVT 1 Definition Unter dem Begriff Phlebothrombose versteht man einen thrombotischen Verschluss tiefer Venen, die mit der Gefahr einer Lungenembolie oder der Entwicklung einer chronisch venösen Insuffizienz einhergeht. 2 Epidemiologie[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Quellen

Artikel

  1. Bhatt S, Wehbe C, Dogra VS. Phlegmasia cerulea dolens. J Clin Ultrasound. 2007;35(7):401-404.
  2. Steven A, Raghavan P, Altmeyer W, Gandhi D. Venous Thrombosis: Causes and Imaging Appearance. Hematol Oncol Clin North Am. 2016;30(4):867-885.
  3. Saposnik G, Barinagarrementeria F, Brown RD, Jr., et al. Diagnosis and management of cerebral venous thrombosis: a statement for healthcare professionals from the American Heart Association/American Stroke Association. Stroke. 2011;42(4):1158-1192.
  4. Mendichovszky IA, Priest AN, Bowden DJ, et al. Combined MR direct thrombus imaging and non-contrast magnetic resonance venography reveal the evolution of deep vein thrombosis: a feasibility study. Eur Radiol. 2016.
  5. Riley RS, Gilbert AR, Dalton JB, Pai S, McPherson RA. Widely Used Types and Clinical Applications of D-Dimer Assay. Lab Med. 2016;47(2):90-102.

Frage stellen

5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.
Mit dem Abschicken der Frage stimmen Sie den AGB und der Datenschutzerklärung zu.
• Verwenden Sie einen aussagekräftigen Titel für Ihre Frage.
• Fragen Sie präzise und führen Sie Alter, Geschlecht, Symptome, Art und Dauer einer Behandlung an.
• Respektieren Sie Ihre Privatsphäre und jene Anderer und geben Sie niemals volle Namen oder Kontaktinformationen ein.
• Unpassende Fragen werden gelöscht.
• In dringenden Fällen suchen Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus auf oder wählen den Notruf!
Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 09:03