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Vergiftung durch Phosphor

Eine Vergiftung durch Phosphor (VP) tritt nach einer Exposition mit weißem (oder synonym gelbem) Phosphor auf. Der Kontakt mit Phosphor kann oberflächlich sein und bei direktem Kontakt die Haut oder bei gasförmigem Kontakt auch die Augen betreffen. VP kann auch nach einer Inhalation von Phosphor oder nach oraler Aufnahme beobachtet werden. Phosphor wird vom Körper schnell absorbiert und akkumuliert in Leber und Nieren. VP führt zu Leberversagen und einer fatalen Prognose, wenn vom Patienten mehr als 1 mg/kg aufgenommen wurden.


Symptome

Eine Vergiftung durch Phosphor (VP) kann abhängig von der Aufnahmeart verschiedene Symptome zeigen. Direkter Hautkontakt mit weißem Phosphor in fester Phase passiert üblicherweise bei der Hantierung mit Feuerwaffenmunition oder bei unsachgemäßer Behandlung von Feuerwerkraketen. Weißer Phosphor führt bei oberflächlichem Kontakt sofort zu schweren Verbrennungen, schneller Ausbildung von nekrotischem Hautgewebe, welche typischerweise eine gelbe Farbe aufweisen und einen typischen knoblauchähnlichen Geruch verbreiten. Phosphor ist in biologischem Gewebe hoch mobil und wird leicht absorbiert; er wird vorwiegend im Lebergewebe und in der Niere akkumulieren und dort seine toxische Wirkung entfalten. In seltenen Fällen kann bei einer VP Phosphor auch das Herz in Mitleidenschaft ziehen. VP kann mit verzögerter Wundheilung in Zusammenhang stehen. Trockene Haut kann zu einer spontanen Wiederentzündung noch vorhandenen Phosphors führen und die Verbrennungen verschlimmern. Oberflächliche Phosphorlokalisierung ist durch eine ultraviolette Lichtquelle möglich [1] [2] [3].

Patienten, die Phosphordämpfe eingeatmet haben, leiden an einer anderen VP Symptomatik. Typischerweise werden in diesem Zusammenhang Hustenanfälle, ein brennendes Gefühl in den Atemwegen, Dyspnoe, ein wunder Hals und Ohnmachtsepisoden beobachtet. Ein paar Stunden nach der Phosphorexposition können sich als weiteres VP Symptom auch Lungenödeme manifestieren [1].

Orale Einnahme von weißem Phosphor führt zur fatalsten Ausprägung einer VP. Diese Form der VP ist charakterisiert durch Übelkeit, Erbrechen, abdominale Krämpfe, Diarrhö und Hypotonie. Nach der Phosphoreinnahme verschlechtert sich der Zustand der Patienten üblicherweise sehr rasch. Koma und Leberversagen sind die häufigsten Folgen. Ein akzeptierter Richtwert für eine letale Phosphordosis liegt bei 1 mg/kg. Langfristige Einnahme von geringen Phosphormengen kann zu einer Akkumulierung in den Fäzes führen [4] [5].

Phosphoransammlungen betreffen unabhängig von der Aufnahmeart zumeist die Leber, die Nieren, das Herz. Nach oraler Aufnahme konnten 70% des absorbierten Phosphors in der Leber, 12% im Herzen und 4% in den Nieren angetroffen werden. Weitere Phosphorspuren wurden im Pankreas und im Gehirn nachgewiesen [6].

Hypotonie
  • Diese Form der VP ist charakterisiert durch Übelkeit, Erbrechen, abdominale Krämpfe, Diarrhö und Hypotonie. Nach der Phosphoreinnahme verschlechtert sich der Zustand der Patienten üblicherweise sehr rasch.[symptoma.de]
Trockene Haut
  • Trockene Haut kann zu einer spontanen Wiederentzündung noch vorhandenen Phosphors führen und die Verbrennungen verschlimmern. Oberflächliche Phosphorlokalisierung ist durch eine ultraviolette Lichtquelle möglich.[symptoma.de]
Verzögerte Wundheilung
  • VP kann mit verzögerter Wundheilung in Zusammenhang stehen. Trockene Haut kann zu einer spontanen Wiederentzündung noch vorhandenen Phosphors führen und die Verbrennungen verschlimmern.[symptoma.de]
Erbrechen
  • Diese Form der VP ist charakterisiert durch Übelkeit, Erbrechen, abdominale Krämpfe, Diarrhö und Hypotonie. Nach der Phosphoreinnahme verschlechtert sich der Zustand der Patienten üblicherweise sehr rasch.[symptoma.de]
Diarrhoe
  • Diese Form der VP ist charakterisiert durch Übelkeit, Erbrechen, abdominale Krämpfe, Diarrhö und Hypotonie. Nach der Phosphoreinnahme verschlechtert sich der Zustand der Patienten üblicherweise sehr rasch.[symptoma.de]
Abdominale Krämpfe
  • Diese Form der VP ist charakterisiert durch Übelkeit, Erbrechen, abdominale Krämpfe, Diarrhö und Hypotonie. Nach der Phosphoreinnahme verschlechtert sich der Zustand der Patienten üblicherweise sehr rasch.[symptoma.de]

Diagnostik

Eine VP Diagnose fußt auf einer klinischen Untersuchung sowie der Bestimmung von Calcium-, Magnesium-, und Phosphorkonzentrationen im Serum; zudem sollte die Phosphatkonzentration im Urin bestimmt werden. Es gibt kein bestimmtes Verfahren um VP nachzuweisen, daher muss die Diagnose die beobachteten Symptome besonders berücksichtigen und im Verdachtsfall oberflächlichen Phosphor direkt durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht nachweisen [1].

Bei kontaktinduzierter VP besteht die größte Herausforderung in einer raschen Dekontaminierung der betroffenen Hautpartien. Wassergetränkte Pads oder angefeuchtete Mullbinden haben sich hier als sehr effizient erwiesen [7]. Die betroffene Haut muss unter allen Umständen feucht gehalten werden um eine spontane Wiederentzündung des Phosphors zu verhindern. Nach der oralen Einnahme von weißem Phosphor kann eine Magenspülung weitere Absorption verhindern. In der Leber führt der akkumulierte Phosphor zu makro- und mikrovesikulärer Vakuolenbildung in Hepatozyten. Das kontaminierte Lebergewebe ist nicht nekrotisch, verliert aber seine spezifischen Funktionen [5].

Experimentelle Behandlungsversuche mit Kupfersulfat und Silbernitrat kann möglicherweise eine Heilungsperspektive für VP bieten [1]. VP ist bei Patienten mit diagnostiziertem Leber- und Nierenversagen in den meisten Fällen fatal, da es zu einem Multiorganversagen führt. VP hat eine statistische Mortalitätsrate von 20-50% [6] [8].

Prognose

  • VP führt zu Leberversagen und einer fatalen Prognose, wenn vom Patienten mehr als 1 mg/kg aufgenommen wurden. Eine Vergiftung durch Phosphor (VP) kann abhängig von der Aufnahmeart verschiedene Symptome zeigen.[symptoma.de]

Quellen

Artikel

  1. Agency for Toxic Substances and Disease Registry (ATSDR). U.S. Department of Health and Human Services, Public Health Service. Toxicological Profile for White Phosphorus. 1997.
    https://www.atsdr.cdc.gov/toxprofiles/tp103.pdf. Abgerufen am 3. Mai 2017.
  2. Skaik S, Abu-Shaban N, Abu-Shaban N, et al. Metals detected by ICP/MS in wound tissue of war injuries without fragments in Gaza. BMC Int Health Hum Rights. 2010; 10:17.
  3. Frank M, Schmucker U, Nowotny T, Ekkernkamp A, Hinz P. Not all that glistens is gold: civilian white phosphorus burn injuries. Am J Emerg Med. 2008; 26(8):974.e3-5.
  4. Yilmaz R, Yilmaz E, Ozdemir V, et al. An evaluation of childhood deaths in Turkey due to yellow phosphorus in firecrackers. J Forensic Sci. 2015; 60(3):648-652.
  5. Türkmen Şamdanci E, Çakir E, Şahin N, Elmali C, Sayin S. Clinical and Pathological Findings on Intoxication by Yellow Phosphorus After Ingesting Firework Cracker: A Rare Case of Autopsy. Turk Patoloji Derg. 2016; 32(1):51-53.
  6. McCarron MM, Gaddis GP, Trotter AT. Acute yellow phosphorus poisoning from pesticide pastes. Clin Toxicol. 1981; 18:693-711.
  7. Witkowski W, Surowiecka-Pastewka A, Biesaga M, Gierczak T. Experimental Comparison of Efficiency of First Aid Dressings in Burning White Phosphorus on Bacon Model. Med Sci Monit. 2015; 21:2361-2366.
  8. Santos O, Restrepo JC, Velásquez l, et al. Acute liver failure due to white phosphorus ingestion. Ann Hepatol. 2009; 8:162-165.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-06-28 08:46