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Verletzung des Rektums

Rektales Trauma

Eine Verletzung des Rektums kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise Stich- oder Schusswunden, Verkehrsunfälle sowie das Einführen von Fremdkörpern beim Sex oder zum Drogenschmuggel. Die Aufarbeitung wird nicht selten durch den Unwillen der Patienten erschwert, nähere Angaben dazu zu machen, wie die Verletzung entstanden ist.


Symptome

Das klinische Bild hängt im Wesentlichen vom Ausmaß der Verletzung des Rektums und eventuell vorhandenen weiteren Läsionen ab. Je nach Ursache der Erkrankung können beispielsweise Frakturen des Beckens und Verletzungen im Bereich des Gesäßes oder der Oberschenkel vorliegen, die in schweren Fällen lebensbedrohlich sein können. Was die Verletzung des Rektums selbst betrifft, berichten Patienten häufig über Schmerzen, Tenesmus oder Stuhlinkontinenz [1]. Probleme beim Wasserlassen oder abdominelle Beschwerden weisen dagegen auf die Beteiligung anderer Organsysteme hin und auch konstitutive Symptome lassen systemische Komplikationen vermuten.

Bei entsprechender Lokalisation kann eine Verletzung des Rektums inspektorisch beurteilt werden. Falls dies nicht möglich ist, kann eine digitale Untersuchung des Analkanals und Rektums vorgenommen werden. Auch wenn der Nutzen eines solchen Vorgehens umstritten ist, lassen sich Zusammenhangstrennungen ab einer gewissen Größe doch recht sicher ertasten [2] [3] [4] [5]. Bei Männern ist eine Palpation der Prostata vor allem dann sinnvoll, wenn das klinische Bild Läsionen der Urethra vermuten lässt. Aufgrund der anatomischen Nähe von Vagina, Perineum und Rektum empfiehlt sich bei Patientinnen eine zusätzliche gynäkologische Untersuchung, in der besonders auf den Zustand der hinteren Scheidenwand zu achten ist.

Tenesmus
  • Was die Verletzung des Rektums selbst betrifft, berichten Patienten häufig über Schmerzen, Tenesmus oder Stuhlinkontinenz.[symptoma.de]
Stuhlinkontinenz
  • Was die Verletzung des Rektums selbst betrifft, berichten Patienten häufig über Schmerzen, Tenesmus oder Stuhlinkontinenz.[symptoma.de]

Diagnostik

Um den Allgemeinzustand des Patienten besser beurteilen zu können, sollten Standardblutanalysen durchgeführt werden. Deren Resultate weisen beispielsweise auf eine Anämie durch Blutverlust oder auf ein entzündliches Geschehen hin.

Präzise Informationen zur Verletzung des Rektums liefert die bildgebende Diagnostik, wobei als Verfahren der Wahl die Proktoskopie und Rektoskopie zu nennen sind [6] [7] [8]. Jegliche endoskopische Untersuchung sollte jedoch mit größter Vorsicht durchgeführt werden, um weiteren Verletzungen vorzubeugen. Methoden, die auch umgebende Gewebe darstellen, allen voran die Computertomografie [9], bieten sich an, wenn umfangreichere Verletzungen vermutet werden. Der Einsatz von Kontrastmitteln zur besseren Darstellung des Enddarms ist dabei in Betracht zu ziehen, denn er erhöht die Sensitivität und Spezifität der bildgebenden Verfahren [10] [11] [12].

Untersuchungen von Stuhlproben ergänzen das Spektrum zur Verfügung stehender diagnostischer Verfahren. Als Beispiel sei der Guajak-Test auf die Präsenz von okkultem Blut genannt, der bei akzeptabler Sensitivität jedoch nur wenig spezifisch ist [13].

Quellen

Artikel

  1. Hellinger M. Anal trauma and foreign bodies. Surg Clin North Am. 2002; 82(6):1253–1260.
  2. Esposito T, Ingraham A, Luchette F, et al. Reasons to omit digital rectal exam in trauma patients: no fingers, no rectum, no useful additional information. J Trauma. 2005;59(6):1314–1319.
  3. Mangiante E, Graham A, Fabian T. Rectal gunshot wounds: management of civilian injuries. Am Surg. 1986;52:37-40.
  4. Morken J, Kraatz J, Balcos E, et al. Civilian rectal trauma: a changing perspective. Surgery. 1999;126:693-700.
  5. Porter J, Ursic C. Digital rectal examination for trauma: does every patient need one? Am Surg. 2001;67(5):438–441.
  6. Ferraro F, Livingston D, Odom J, et al. The role of sigmoidoscopy in the management of gunshot wounds to the buttocks. Am Surg. 1993;59(6):350–352.
  7. Fry R. Anorectal trauma and foreign bodies. Surg Clin North Am. 1994; 74(6):1491–1505.
  8. Ross G, Dodd O, Lipham J, et al. Rectal perforation in unstable pelvic fractures: the use of flexible sigmoidoscopy. Injury. 2001;32(1):67–68.
  9. Butela S, Federle M, Chang P, et al. Performance of CT in detection of bowel injury. AJR Am J Roentgenol. 2001;176(1):129–135.
  10. Anderson S, Soto J. Anorectal trauma: the use of computed tomography scan in diagnosis. Semin Ultrasound CT MR. 2008;29(6):472–482.
  11. Rubesin S, Levine M. Radiologic diagnosis of gastrointestinal perforation. Radiol Clin North Am. 2003;41:1095-1115.
  12. Shanmuganathan K, Mirvis S, Chiu W. Triple-contrast helical CT in penetrating torso trauma: a prospective study to determine peritoneal violation and the need for laparotomy. Am J Roentgenol. 2001;177:1247-1256.
  13. Levine H, Simon R, Smith T, et al. Guaiac testing in the diagnosis of rectal trauma: what is its value. J Trauma. 1992 Feb; 32 (2):210-212.

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Zuletzt aktualisiert: 2019-07-11 19:39