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Vitaminmangel

Hypovitaminose

Mikronährstoffmangel, einschließlich Vitaminmangel und Mineralstoffmangel, ist eine der Hauptursachen für Erkrankungen weltweit. Vitaminmangel erhöht das Risiko von Infektionen und kann auch unter anderem zu vorzeitigem Tod, Blindheit, Wachstumsstörungen, Intelligenzminderung und Lernbehinderung führen.


Symptome

Milde Formen von Vitaminmangel können asymptomatisch bleiben oder unspezifische Symptome wie Unwohlsein, Lethargie, Appetitlosigkeit, schlechte Gewichtszunahme und Tachypnoe verursachen. Spezifische Mangelsymptome sind abhängig vom Typ des Vitamins.

Anämie
  • Mögliche Symptome bei Folsäure-Mangel (Vitamin B9): Müdigkeit depressive Verstimmungen Muskelschwäche und fehlende Ausdauer Vergesslichkeit erhöhtes Schlaganfallrisiko Folgen von Folsäure Mangel können sein: Perniziöse Anämie, Missbildungen bei Ungeborenen[vitaminmangel24.de]
  • Eine Anämie und die damit verbundende Abgeschlagenheit kann durch ein Fehlen von Riboflavin , Pyridoxal, Cobalamin sowie Folsäure auftreten. Viel hilft nicht viel![vitamine.com]
  • Hat man einen Mangel an Vitamin E, so können sich das Leistungsvermögen und die Fruchtbarkeit verringern und das Risiko, an Anämie und Muskelschwund zu erkranken, ist erhöht.[gesundheit.naanoo.de]
  • Vitaminmangel macht krank iStock/Mizina Eine typische Erkrankung bei Vitaminmangel ist die Anämie – die sogenannte Blutarmut. Hier ist vor allem das Vitamin B2 mangelhaft. Auch das Vitamin B6 kann bei einer Anämie fehlen.[atra-tr.org]
  • Vitamin B5 und B12 Mangel können zu verschiedenen Formen der Anämie führen. Vitaminmangel durch Zusatzpräparate vorbeugen Wurde durch einen Test Vitaminmangel festgestellt, kann man diesem mit Vitaminpräparaten entgegenwirken.[heimtest-schnelltests.de]
Taubheit in den Füßen
  • Grund für Taubheit in den Füßen kann ein Mangel an Vitamin B12 sein. Sie erkranken deshalb nicht unbedingt gleich. Aber Ihr Körper funktioniert auch nicht richtig, denn Vitamine sind ein wichtiger Faktor bei allen biochemischen Prozessen.[hundertorangen.de]
Rissige Lippen
  • Mangel Anzeichen für einen Vitamin-B6-Mangel können trockene Haut, rissige Lippen, Nervosität, Schlafstörungen, Depressionen, Blutarmut und PMS sein.[infothek-gesundheit.de]

Diagnostik

Der anfängliche Test für die Diagnose eines vermuteten Vitaminmangels ist die Messung der Serumspiegel von dem spezifischen Vitamin. Bildgebung kann zur Beurteilung des Wachstums von Knochen verwendet werden. Die Messung der Urinausscheidung von einigen Vitaminen beispielsweise Vitamin B1 kann nützlich sein. Weitere nötige Untersuchungen sind abhängig von dem spezifischen Mangel.

Therapie

Die Behandlungsmethode hängt von der Schwere des Vitaminmangels ab. Die Gabe des defizienten Vitamins ist der erste Schritt in der Behandlung. In den meisten Fällen können die Symptome damit behoben werden. Der täglichen Erhaltungsdosis variiert mit der Art des Vitamins, Alter und Schwere der Erkrankung. Die parenterale Verabreichung des Vitamins ist in schweren Fällen nötig. Die Dauer der Therapie hängt von den Symptomen ab. Begleiterkrankungen, falls vorhanden, sollten identifiziert und entsprechend behandelt werden. Auf eine ausgewogene Ernährung sollte geachtet werden. Langfristig Nahrungsergänzung kann in einigen Fällen erforderlich sein. Wenn Gang oder Gleichgewicht betroffen sind, kann Physio- und Ergotherapie hilfreich sein. In den meisten Fällen kann ambulant behandelt werden.

Prognose

Rechtzeitige Diagnose und Behandlung ist notwendig. Die meisten der Mängel sind leicht behandelbar, sofern sie nicht weit fortgeschritten sind. Bei Vitamin-A-Mangel kann sich Morbidität bei Infektion, oder wenn er zu Blindheit fortgeschritten ist, erhöhen. Hornhautperforation, Keratomalazie und Keratitis punctata sind irreversibel, auch mit optimalen Behandlungsmethoden. Korsakoff-Syndrom ist ein schlechter prognostischer Faktor bei Vitamin-B1-Mangel. Neurologische Defizite bei Vitamin-B12-Mangel verbessern sich in der Regel rasch mit Therapie.

Ätiologie

Armut und Essgewohnheiten sind einige der häufigsten Ursachen von Vitaminmangel in den entwickelten Ländern. In Entwicklungsländern sind Mangelernährung und Malabsorption die Hauptursachen von Vitaminmangel. Malabsorption ist die Hauptursache für den Mangel an fettlöslichen Vitaminen [3]. Verschiedene Krankheiten können auch zu bestimmten Vitaminmängeln führen. Einige der wichtigsten ätiologischen Faktoren für Vitaminmangel sind:

Epidemiologie

Etwa 250 Millionen Kinder weltweit sind gefährdet einen Vitaminmangel zu entwickeln. Die meisten von ihnen sind unterernährt und entwickeln Krankheiten wie Masern und Durchfall, die oft zum Tod führen. Vitamin-A-Mangel zählt zu den häufigsten Mängeln und jedes Jahr erblinden etwa 500.000 Kinder dadurch. Genaue Statistiken über die Prävalenz und Inzidenz von anderen Vitaminmängeln sind nicht verfügbar. Etwa 3 Millionen Menschen in den USA sind von Vitamin-B12-Mangel betroffen. Die Prävalenz von Vitamin-C-Mangel ist bei Menschen über 60 Jahren erhöht und beträgt 8,2% bei Männern und 6% bei Frauen [7]. Vitamin-D-Mangel ist häufiger bei älteren Menschen und Patienten im Krankenhaus. Über 60% der Patienten in Pflegeheimen haben einen Mangel an Vitamin D [8]. Gesunde Erwachsene können auch an Vitamin-D-Mangel leiden. Über 10,3% der Bevölkerung sind betroffen und die Prävalenz ist größer bei dunkelhäutigen Menschen. Da die Produktion von Vitamin D mit dem Alter abnimmt, ist die ältere Bevölkerung häufiger betroffen. Obwohl er in jedem Alter auftreten kann, ist Vitamin-K-Mangel häufiger bei Säuglingen. Die Prävalenz variiert je nach geographischer Region [9].

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Vitaminmangel wird durch verringerte Aufnahme, Malabsorption, veränderten Stoffwechsel und erhöhte Anforderungen des Körpers verursacht. In den meisten Fällen speichert der Körper Vitamine, die für einige Zeit ausreichen um dem Bedarf zu decken, auch wenn durch die Nahrung unzureichende Mengen im Vergleich zu den täglichen Anforderungen aufgenommen werden. Die Konzentration des Vitamins im Serum kann auch durch andere Faktoren, wie Infektionen, den Ernährungszustand und die Anwesenheit von anderen Nährstoffen beeinflusst werden. Wenn die Speicher von Vitamin B1 erschöpft sind, kommt es zu Schwäche, Tachykardie und Sehnenreflexe. Vitamin-C-Mangel wirkt sich auf die Kollagensynthese aus und führt zu schlechter Wundheilung. Beeinträchtigte Kollagensynthese führt zu Zahnfleischblutungen, defektem Dentin und auch zu Verlust der Zähne. Wenn der Vitamin D-Spiegel zu niedrig ist, steigt Parathormon, was zu einer verringerten Mineralisierung der Knochen führt. Vitamin E spielt eine wichtige Rolle als Antioxidans und Immunmodulator und hat eine thrombozytenaggregationshemmende Wirkung [10]. Mangel an diesem Vitamin führt zu Ataxie, Hyporeflexie und Muskelschwäche.

Prävention

Mit einer ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und angereicherten Lebensmittel kann ein Vitaminmangel meist verhindert werden.

Zusammenfassung

Mikronährstoffmangel, einschließlich Vitaminmangel und Mineralstoffmangel, ist eine der Hauptursachen für Erkrankungen weltweit [1]. Über 2 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind betroffen. Die wichtigsten Nährstoffe unter ihnen sind Vitamin A, Jod, Eisen und Zink. Vitaminmangel erhöht das Risiko von Infektionen und kann unter anderem auch zu vorzeitigem Tod, Blindheit, Wachstumsstörungen, Intelligenzminderung und Lernbehinderung führen. Vitaminmangel erhöht auch die Sterberate aufgrund von assoziierten Erkrankungen wie Masern, Malaria, Pneumonie und Diarrhoe. Diese zählen zu den häufigsten Todesursachen der Welt [2]. Vitaminmangel kann auch zu klinischen Syndromen wie Osteomalazie, periphere Neuropathie, Nachtblindheit und Beriberi führen.

Patientenhinweise

Mikronährstoffmangel, einschließlich Vitaminmangel und Mineralstoffmangel, ist eine der Hauptursachen für Erkrankungen weltweit. Vitaminmangel erhöht das Risiko von Infektionen und kann auch unter anderem zu vorzeitigem Tod, Blindheit, Wachstumsstörungen, Intelligenzminderung und Lernbehinderung führen. Armut und Mangel- und Unterernährung sind die häufigsten Ursachen von Vitaminmangel. Mikronährstoffmängel können auch durch Schwierigkeiten bei der Absorption der Nährstoffe aufgrund von Krankheiten verursacht werden. Unzureichende Sonneneinstrahlung ist die Hauptursache des Mangels an Vitamin D. Etwa 250 Millionen Kinder weltweit gefährdet, verschiedene Arten von Vitaminmangel zu entwickeln.

Leichte Formen bleiben oft für lange Zeit asymptomatisch. Die häufigsten Symptome von Vitaminmangel sind unspezifisch wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Lethargie. Jedes Vitamin ist mit einer Reihe von spezifischen Symptomen verbunden:

Die Behandlung hängt von der Schwere der Symptome ab. Die Gabe des fehlenden Vitamins ist der erste Schritt in der Behandlung. In den meisten Fällen können die Symptome damit behoben werden. Mit einer ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und angereicherten Lebensmittel kann ein Vitaminmangel meist verhindert werden.

Quellen

Artikel

  1. Ezzati M, Lopez AD, Rodgers A, Hoorn S, Vander, Murray C. J. Comparative Risk Assessment Collaborating Group. Selected Major Risk Factors and Global and Regional Burden of Disease. Lancet. 2002;360(9343):1342–1343. 
  2. World Health Organization. The World Health Report 2001: Reducing risks, promoting healthy life. Geneva, World Health Organization, 2001. 
  3. Kuwabara, A., Tanaka, K., Tsugawa, N., Nakase, H., Tsuji, H., Shide, K. et al. (2009) High prevalence of vitamin K and D deficiency and decreased BMD in inflammatory bowel disease. Osteoporos Int 20: 935–942. 
  4. Sriram K, Manzanares W, Joseph K. Thiamine in nutrition therapy. Nutr Clin Pract. 2012;27(1):41-50. 
  5. Al-Attas OS, Al-Daghri NM, Alfadda A, Abd Al-Rahman SH, Sabico S. Blood Thiamine and Derivatives as measured by High-Performance Liquid Chromatography: Levels and Associations in DM Patients with Varying Degrees of Microalbuminuria. J Endocrinol Invest. 2011; 35(11):951-956. 
  6. Ansell JE, Kumar R, Deykin D. The spectrum of vitamin K deficiency. JAMA. Jul 4 1977;238(1):40-42. 
  7. Hampl JS, Taylor CA, Johnston CS. Vitamin C deficiency and depletion in the United States: the Third National Health and Nutrition Examination Survey, 1988 to 1994. Am J Public Health. May 2004;94(5):870-875. 
  8. Thomas MK, Lloyd-Jones DM, Thadhani RI, et al. Hypovitaminosis D in medical inpatients. N Engl J Med. Mar 19 1998;338(12):777-783. 
  9. Shearer MJ. Vitamin K deficiency bleeding (VKDB) in early infancy. Blood Rev. 18 2008; 23(2):49-59. 
  10. Traber MG, Stevens JF. Vitamins C and E: beneficial effects from a mechanistic perspective. Free Radic Biol Med. 2011;51(5):1000-1013. 

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:38