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Zervikale Radikulopathie

Bei der zervikalen Radikulopathie (ZR) handelt es sich um eine schmerzhafte Kondition, die aus der Kompression der Spinalnerven, die den Wirbelkanal zwischen den Halswirbeln verlassen, resultiert.


Symptome

Schmerzen, sensorische Defizite wie Taubheit und Parästhesien, sowie motorische Ausfälle sind die wichtigsten Symptome einer ZR [1]. Derartige neurologische Symptome können im Bereich des Hinterhauptes, des Nackens, der Schultern und Arme auftreten. Im Detail sind sensorische Defizite im Dermatom des betroffenen Nerven und motorische Dysfunktionen in seinem Myotom zu erwarten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Dermatom und Myotom eines Spinalnerven nicht notwendigerweise dem eines peripheren Nervens entsprechen, da dieser in der Regel aus Fasern mehrerer Spinalnerven besteht. Im Gegensatz zu einer Parese des Nervus medianus oder Nervus radialis - nur um zwei Beispiele zu nennen - gestaltet sich das klinische Bild selbst bei einer Monoradikulopathie deshalb komplex. Das gilt natürlich umso mehr, wenn ein Patient an einer Polyradikulopathie leidet. Um aus dem Verteilungsmuster der neurologischen Ausfälle auf die genaue Lokalisation einer ZR schließen zu können, bedarf es daher genauer Kenntnisse zur Anatomie der zervikalen Spinalnerven und der von ihnen versorgten Gebiete.

Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nicht in jedem Fall einer ZR neuropathische Schmerzen, sensorische und motorische Ausfälle festzustellen sind. Über schmerzfreie ZR wird jedoch nur selten berichtet. Bestimmte Bewegungen, z.B. die Beugung oder Streckung der Halswirbelsäule (HWS) sowie ihre Rotation, können zu einer Erhöhung des Druckes auf die Spinalnervenwurzel führen, was die Schmerzen verstärkt [2]. Diese Beobachtung wird jedoch nicht erst während der neurologischen Untersuchung gemacht: Die Patienten wissen in der Regel, welche Bewegungen ihnen zusätzliche Schmerzen bereiten und vermeiden diese mehr oder weniger bewusst. Deshalb klagen sie nicht selten über Muskelverspannungen und Nackensteifigkeit. In Abhängigkeit von der Intensität der Schmerzen und den Spinalnerven, die betroffen sind, nehmen Betroffene unter Umständen eine abnorme Haltung an und entwickeln langfristig weitere muskuloskeletäre Probleme.

Parästhesie
  • Schmerzen, sensorische Defizite wie Taubheit und Parästhesien, sowie motorische Ausfälle sind die wichtigsten Symptome einer ZR. Derartige neurologische Symptome können im Bereich des Hinterhauptes, des Nackens, der Schultern und Arme auftreten.[symptoma.com]
  • Weiterhin treten Parästhesien und Taubheitsgefühl auf. Ein axialer Druck auf die Wirbelsäule führt oft zu einer Verschlechterung der Schmerzen. Er engt die Foramina weiter ein.[flexikon.doccheck.com]
Armschmerz
  • 40 mm auf einer Visual Analogue Scale (VAS) und Ausstrahlung der Armschmerzen distal des Ellbogens sowie eine Provokation von Armschmerzen durch eine Nackenbewegung, sensible Störungen in mindestens einem angrenzenden Dermatom, abgeschwächte tiefe Sehnenreflexe[evimed.ch]

Diagnostik

In einer gründlichen Anamnese lassen sich mitunter Informationen zu einer hohen Belastung oder einem Trauma der HWS, das der Patient innerhalb der letzten Wochen erlitten hat, einholen. Allerdings ist die Mehrzahl der ZR-Fälle durch eine Diskopathie oder Spondylose bedingt: Die Symptome setzen dann nicht akut ein und die Patienten berichten auch nicht über ein ursächliches Trauma. In der Vergangenheit diagnostizierte, ähnliche Erkrankungen liefern hier wichtige Hinweise auf die Genese der neurologischen Symptome.

Um die Ursachen subakuter oder chronischer Schmerzen im Halsbereich abzuklären, empfiehlt sich dessen bildliche Darstellung. Da die Kompression der Spinalnervenwurzeln für gewöhnlich durch skelettäre Anomalien bedingt ist, nämlich durch eine Spondylose, Osteophyten oder eine veränderte Lage der Halswirbel zueinander, ist das traditionelle Röntgen immer noch die Methode der Wahl für die Erstdiagnostik. Bei vielen Patienten kann nach Auswertung laterolateraler, antero-posteriorer und schräger Aufnahmen eine eindeutige Diagnose gestellt werden.

Ist dies nicht der Fall, ist eine Computer- oder Magnetresonanztomographie angezeigt. Die Computertomographie erlaubt eine dreidimensionale Darstellung des Skeletts, während die Magnetresonanztomographie besonders zur Beurteilung von Weichgewebestrukturen wie den Zwischenwirbelscheiben, Bändern, den Nerven und des Rückenmarks geeignet ist. Bei Verdacht auf Pathologien der Wirbelsäule, die im Röntgen nur unzureichend visualisiert werden können, sollte man sich deshalb für eine Computertomographie entscheiden, während die Präsenz neurologischer Symptome bei unauffälligen Röntgenbefunden zur Magnetresonanztomographie veranlassen sollte.

Nicht selten handelt es sich bei der ZR um eine Polyradikulopathie. Wenn bestimmte Symptome also nicht durch abnorme Befunde, wie sie in initialen Studien erhoben wurden, erklärbar sind, sind zusätzliche diagnostische Maßnahmen einzuleiten [3]. Umfangreiche neurologische Ausfälle mögen auch aus einer zervikalen Myelopathie resultieren, deren Identifikation eine Myelographie erfordert.

Wenn keines der genannten bildgebenden Verfahren einen Hinweis auf das kausale Geschehen liefert, sind intrinsische neuromuskuläre Dysfunktionen in Betracht zu ziehen. Zu ihrer Erkennung kann die Elektromyographie sehr hilfreich sein [1].

Falls die betroffene Spinalnervenwurzel nicht identifiziert werden kann, kann auf diagnostische Anästhesien einzelner Spinalnerven zurückgegriffen werden. Die Anästhesie des betroffenen Nerven sollte zu einer signifikanten Linderung des neuropathischen Schmerzes führen [4] [5].

Therapie

  • Bei Patienten mit erfolgloser konservativer Therapie kommt eine Operation in Frage.[flexikon.doccheck.com]
  • Caridi und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter sagen, dass eine Operation notwendig sein kann, wenn Ihr radiculopathy von motorischen Defiziten einhergeht, Schmerzen schwächende, die weder auf nicht-chirurgische Therapien, noch im Laufe der Zeit, oder[jetosoft.com]
  • In der Literatur konnten keine weiteren qualitativ vergleichbaren Studien zur Wirksamkeit von konservativer Therapie (Physiotherapie und halbharter Halskrause) bei Patienten mit subakuten Symptomen gefunden werden.[evimed.ch]

Prognose

  • Der vorliegende Beitrag erläutert allgemeinverständlich die Symptome, möglichen Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prognose zervikaler Radikulopathien.[link.springer.com]

Quellen

Artikel

  1. Hakimi K, Spanier D. Electrodiagnosis of cervical radiculopathy. Phys Med Rehabil Clin N Am. 2013; 24(1):1-12.
  2. Caridi JM, Pumberger M, Hughes AP. Cervical radiculopathy: a review. Hss J. 2011; 7(3):265-272.
  3. Abbed KM, Coumans JV. Cervical radiculopathy: pathophysiology, presentation, and clinical evaluation. Neurosurgery. 2007; 60(1 Supp1 1):S28-34.
  4. Sasso RC, Macadaeg K, Nordmann D, Smith M. Selective nerve root injections can predict surgical outcome for lumbar and cervical radiculopathy: comparison to magnetic resonance imaging. J Spinal Disord Tech. 2005; 18(6):471-478.
  5. Eubanks JD. Cervical radiculopathy: nonoperative management of neck pain and radicular symptoms. Am Fam Physician. 2010; 81(1):33-40.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 13:55