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Zytolytische Vaginose

Die zytolytische Vaginose (ZV) resultiert aus einem Überwachsen der Schleimhautflora durch Lactobacillus spp., die bedeutende Mengen an Milchsäure produzieren und in einem sauren Ambiente die Lyse von Epithelzellen provozieren. Vaginalausfluss, Beschwerden bei der Miktion und beim Geschlechtsverkehr sind die Leitsymptome dieser Erkrankung, deren Diagnose mit Hilfe von Vaginalabstrichen und zytologischen sowie mikrobiologischen Untersuchungen erfolgt. Die Behandlung erfolgt durch Vaginalduschen mit Natriumbikarbonatlösung, die eine Anhebung des pH-Wertes bewirken.


Symptome

Die ZV tritt hauptsächlich bei jungen Frauen, seltener auch bei anderen Patientinnen im gebärfähigen Alter auf, aber die Ätiologie der Erkrankung ist noch nicht vollständig geklärt. Aus bisher unbekannter Ursache kommt es zu einer starken Vermehrung von Laktobazillen, die Teil der physiologischen Scheidenflora sind. Laktobazillen ziehen eine saure Umgebung vor, sodass die Reproduktion dieser Bakterien in Schüben und analog zur Zyklusphase erfolgt. Hohe Östrogenspiegel, wie sie vor der Ovulation und vor dem Einsetzen der Menstruation auftreten, begünstigen die Reproduktion der Laktobazillen. Schließlich produzieren die Bakterien selbst Milchsäure und der pH-Wert in der Vagina sinkt auf Werte <4,5 ab.

Betroffene Frauen beschreiben in der Regel einen starken Fluor vaginalis, wobei der Scheidenausfluss weißlich gefärbt ist [1]. Beim Wasserlassen verspüren die Patientinnen ein brennendes Gefühl, aber im Gegensatz zu Harnwegsinfekten wie einer Zystitis geht die Dysurie nicht mit einer Pollakisurie einher. Auch Juckreiz wird regelmäßig beschrieben [2]. Neben der Miktion führt auch jede andere Reizung der Vaginalschleimhaut, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, zu einer weiteren Irritation des geschädigten Epithels mit entsprechend unangenehmen Empfindungen. In einigen Fällen ist die Dyspareunie das einzige Symptom der ZV.

Aufgrund der zuvor beschriebenen zyklusabhängigen Schwankungen des vaginalen pH-Wertes kann der Eindruck entstehen, dass es sich bei der ZV um eine rezidivierende Krankheit handelt, deren Symptome ihre stärkste Ausprägung präovulatorisch und in der Lutealphase erreichen [3].

Fischen
  • Typische Beschwerden sind z.B. übel riechender Fisch-Geruch, Juckreiz, Brennen und Schmerzen im Genitalbereich (besonders beim Geschlechtsverkehr), eine veränderte Menge, veränderter Geruch oder Farbe des Scheidenausflusses, eine rote, fleckförmige Verfärbung[multi-gyn.de]

Diagnostik

Eine ZV ist häufig selbstlimitierend, kann aber auch recht unkompliziert durch eine Anhebung des pH-Wertes in der Vagina behandelt werden. Das gilt jedoch nicht für differentialdiagnostisch auszuschließende Erkrankungen wie eine Chlamydien-Infektion oder Gonorrhoe. Zudem erlauben die beschriebenen Symptome keine zuverlässige Differenzierung von ZV und Vaginalmykose, weshalb eine Untersuchung des Vaginalepithels und der Scheidenflora durchgeführt werden muss [4] [5]. Es kann zwar eine direkte Messung des pH-Wertes in der Scheide vorgenommen werden - bei ZV-Patientinnen sind Werte im Bereich von 3,5 bis 4,5, seltener bis 5,5, zu erwarten -, aber ein solches Ergebnis ist nicht als diagnostisch zu betrachten.

Es wird daher ein Abstrich genommen und mikroskopisch untersucht. Es können typischerweise massig Epithelzellkerne und Zelltrümmer, aber nur wenige Leukozyten beobachtet werden. Laktobazillen sind grampositive, stäbchenförmige Bakterien und stellen sich damit anders dar als Chlamydia trachomatis (gramnegativ, kokkoid bis stäbchenförmig, aber obligat intrazellulär), Neisseria gonorrhoeae (gramnegative Diplokokken) und Hefepilze wie Candida albicans (Sproßzellen, Hyphen und Pseudohyphen) [6]. Bestehen Zweifel an der Präsenz einzelner Erreger, kann eine Anzucht versucht werden. Laktobazillen wachsen auf Standardnährböden in sehr kleinen, glasigen Kolonien.

Es wird angenommen, dass eine inadäquate, vor allem übermäßige Scheidenhygiene zu Alterationen der Vaginalflora und damit zu Krankheiten wie der ZV prädisponiert. Deshalb sollten die Patientinnen nach erfolgter Diagnose darüber aufgeklärt werden, welche Maßnahmen angebracht sind und welche gesundheitliche Konsequenzen erwartet werden können.

Therapie

  • .), Therapien mit Antibiotika, hormonelle Schwankungen oder Östrogenmangel können die lokale Abwehr der Scheidenepithelwand gegen Bakterien und Pilze schwächen und eine Kolpitis auslösen.[multi-gyn.de]
  • ., Rezidivierende Vaginalinfekte: Neue Aspekte der Diagnostik und Therapie. Gynäkologie Geburtshilfe 3 (2005) 36f. Hoyme, U. B., Urogenitalinfektionen mit Chlamydia trachomatis. Frauenarzt 48 (2007) 339-345. Hoyme, U.[pharmazeutische-zeitung.de]

Quellen

Artikel

  1. Suresh A, Rajesh A, Bhat RM, Rai Y. Cytolytic vaginosis: A review. Indian J Sex Transm Dis. 2009; 30(1):48-50.
  2. Hutti MH, Hoffman C. Cytolytic vaginosis: an overlooked cause of cyclic vaginal itching and burning. J Am Acad Nurse Pract. 2000; 12(2):55-57.
  3. Yang S, Zhang Y, Liu Y, Wang J, Chen S, Li S. Clinical Significance and Characteristic Clinical Differences of Cytolytic Vaginosis in Recurrent Vulvovaginitis. Gynecol Obstet Invest. 2016.
  4. Cerikcioglu N, Beksac MS. Cytolytic vaginosis: misdiagnosed as candidal vaginitis. Infect Dis Obstet Gynecol. 2004; 12(1):13-16.
  5. Demirezen S. Cytolytic vaginosis: examination of 2947 vaginal smears. Cent Eur J Public Health. 2003; 11(1):23-24.
  6. Wathne B, Holst E, Hovelius B, Mardh PA. Vaginal discharge--comparison of clinical, laboratory and microbiological findings. Acta Obstet Gynecol Scand. 1994; 73(10):802-808.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 14:19